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MZ-Wirtschaftsnewsletter vom 26. Februar 2026 Explodierende Kosten: Zukunftszentrum in Halle wird teurer

Weitere Themen: Ernten im Krieg / Kohle-Mittel fließen nicht ab / Kahlschlag bei DB Cargo / Halloren senkt Preise / Data-Center in Eisleben / Industrie schrumpft

Aktualisiert: 26.02.2026, 10:03
Newsletter Zukunftszentrum
Newsletter Zukunftszentrum dpa

beim geplanten Zukunftszentrum in Halle werden die erwarteten Kosten bereits deutlich angehoben, bevor ein Bagger auch nur eine Krume Erde bewegt hat. Statt der anvisierten 200 Millionen Euro sind es jetzt 277 Millionen Euro, hat mein MZ-Kollege Kai Gauselmann recherchiert. Die Verantwortlichen für das Projekt stehen so gleich zu Beginn unter Rechtfertigungsdruck.

Beim Zukunftszentrum Halle liegt seit dem vergangenen Jahr der Architektenentwurf vor. 60 Meter soll das Haus mit transparenter Hülle, eingewölbten Außenwänden und Dachterrassen-Café in die Höhe ragen. Doch wie das Gebäude im Inneren gestaltet – mit Leben gefüllt – wird, ist noch offen. Die Stelle für die Programmleitung ist noch immer nicht besetzt. Eigentlich hätte es andersherum laufen müssen.

So soll das Zukunftszentrum aussehen – und nach einer neuen Schätzung 277 Millionen Euro kosten.
So soll das Zukunftszentrum aussehen – und nach einer neuen Schätzung 277 Millionen Euro kosten.
Foto: Marvin Matzulla

Doch eine korrigierte, realistische Planung am Anfang ist allemal besser, als wenn beim Bau das Geld ausgeht.

Wie wichtig das Zukunftszentrum auch städtebaulich für Halle ist, hat MZ-Lokalchef Dirk Skrzypczak recherchiert. Denn rund um den zentralen Riebeckplatz gibt es zahlreiche Bauprojekte. Die Stadtverwaltung rechnet in den kommenden vier Jahren mit zusätzlichen Investitionen in Höhe von 400 Millionen Euro. Halles OB Alexander Vogt sprach zuletzt gar von einer Milliarde.

In der Investitionsliste bis 2030 hat die Stadt natürlich das neue Hotel am Busbahnhof aufgeführt, das die Firma Papenburg bauen und die Hotelgruppe Dorint betreiben will.

Großprojekte rund um den Riebeckplatz in Halle
Großprojekte rund um den Riebeckplatz in Halle
Grafik: Büttner

Auch große Leipziger Immobilienentwickler zieht es nach Halle. GRK-Chef Steffen Göpel will ab Frühjahr 2026 das einstige Verwaltungsgebäude des Bau- und Montagekombinates Chemie (BMK) in ein Wohnquartier umwandeln. Geplant sind 114 Wohnungen und eine Gewerbeeinheit. Kosten: 70 Millionen Euro.

Auf der anderen Seite des Stadtparks möchte die Leipziger Stadtbau AG mehrere Stadtvillen mit 300 Wohnungen errichten. Investitionsvolumen: 100 Millionen Euro. Firmenchef Patrik Fahrenkamp hat mehrere Eisen in der Saalestadt im Feuer.

Der ehemalige Leipziger Flughafenchef und jetzige GRK-Geschäftsführer Markus Kopp sagt im MZ-Gespräch: „Wir sehen Leipzig und Halle inzwischen als einen Wirtschaftsraum.“ Rings um den Flughafen Leipzig/Halle gebe es eine enorme Bautätigkeit für neue Gewerbe- und Logistikansiedlungen. Das Ballungsgebiet wächst zusammen. Das sind doch mal gute Wirtschaftsnachrichten.

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Bis kommende Woche, herzlich Steffen Höhne

Weitere wichtige Wirtschaftsthemen aus Mitteldeutschland der vergangenen Tage:

Gas wieder „salonfähig“

Die Bundesregierung will die Umweltauflagen für den Einbau neuer Heizungen lockern. Monteure aus Sachsen-Anhalt erwarten nun eine Kehrtwende auf dem Markt. Welche Folgen das für Hausbesitzer hat. (MZ)

Installateure der Firma Gebhard aus Wiederstedt (Mansfeld-Südharz) bauen eine Wärmepumpe ein. Künftig rechnet das Unternehmen wieder mit einem steigenden Absatz von Öl- und Gaskesseln.
Installateure der Firma Gebhard aus Wiederstedt (Mansfeld-Südharz) bauen eine Wärmepumpe ein. Künftig rechnet das Unternehmen wieder mit einem steigenden Absatz von Öl- und Gaskesseln.
Foto: Max Hunger

Ernten im Krieg

Der Börde-Landwirt Mathias Michael betreibt in der Westukraine einen Hof. Die Landwirtschaft funktioniert trotz Luftangriffe und Stromausfall. Er berichtet von seinen Erfahrungen. (MZ)

Landwirt Mathias Michael (rechts) mit einem Mitarbeiter bei der Aussaat von Mais in der Ukraine.
Landwirt Mathias Michael (rechts) mit einem Mitarbeiter bei der Aussaat von Mais in der Ukraine.
Foto: Mathias Michael

Kohle-Millionen fließen nicht ab

Milliarden sollen in den Strukturwandel gesteckt werden, doch die Mittel fließen nur spärlich ab. Die Quote liegt bei 30 %. Die Kommunen ächzen laut Landrat Götz Ulrich unter den bürokratischen Vorgaben. „Wir kontrollieren und fast zu Tode“, sagt Ulrich. (MZ)

Das sind wichtige Projekte im Strukturwandel im südlichen Sachsen-Anhalt.
Das sind wichtige Projekte im Strukturwandel im südlichen Sachsen-Anhalt.
Grafik: Büttner

Halloren auf großer Fahrt

Der hallesche Schoko-Hersteller verkauft immer mehr Pralinen in den USA. Aufgrund sinkender Kakaopreise will Firmenchef Darren Ehlert jetzt auch die Preise senken. (MZ)

Halloren und zwei Schwesterfirmen haben 2025 insgesamt 170 Seecontainer voll mit Schokolade in die USA geliefert.
Halloren und zwei Schwesterfirmen haben 2025 insgesamt 170 Seecontainer voll mit Schokolade in die USA geliefert.
Fotomontage: IMAGO / Jochen Tack/ Büttner

DB Cargo baut ab

In Halle hat DB Cargo im vergangenen Jahr schon zahlreiche Jobs gestrichen, nun könnten es noch mehr werden. Die Gütertochter der Deutschen Bahn will bundesweit fast die Hälfte ihrer Arbeitsplätze streichen. Wie das Sachsen-Anhalt trifft. (MZ)

In Halle betreibt die Bahn einen großen Rangierbahnhof.
In Halle betreibt die Bahn einen großen Rangierbahnhof.
Foto: Hendrik Schmidt/dpa

Sorge vor Zuckersteuer

Seit mehr als 130 Jahren produziert die Brauerei in Zahna Getränke. Jetzt steht eine Zuckersteuer im Raum. Was das für den kleinen Betrieb mit seiner Dino-Brause bedeuten könnte und wie es weitergehen soll. (MZ)

1.500 Mitarbeiter verunsichert

Im Werk Nünchritz von Wacker wächst die Unsicherheit: Beschäftigte warten auf Klarheit zum geplanten Stellenabbau. Betriebsräte fordern verbindliche Zusagen gegen betriebsbedingte Kündigungen. (MZ)

Hotelmitarbeiter suchen Investor

Die Beschäftigten des Chemnitzer Congress Hotels kämpfen weiter um eine Zukunft für das markante Haus. Dabei werfen sie nun selbst die Angel nach einem neuen Betreiber aus. Wird einer anbeißen? (MZ)

Das markante Congress Hotels in Chemnitz zeigt Herz.
Das markante Congress Hotels in Chemnitz zeigt Herz.
Hendrik Schmidt/dpa

KI-Boom führt zu Vollauslastung

In Berlin steht das wichtigste Werk für Gasturbinen innerhalb des Konzerns Siemens Energy. Der Energiehunger der Künstlichen Intelligenz verhilft Siemens Energy zu vollen Auftragsbüchern bis 2030. (Tagesspiegel)

Großes Datacenter in Eisleben?

Logistik oder Rechenzentrum – oder beides? In Rothenschirmbach brodelt seit Monaten die Gerüchteküche. Jetzt hat sich der Investor zum aktuellen Stand der Planung für das Projekt an der A 38 in Mansfeld-Südharz geäußert. (MZ)

Ottobock kappt Wurzeln

Ein Standort mit Geschichte: Der Prothesen-Hersteller Ottobock kehrte 1991 zum einstigen Stammsitz in Königsee in Thüringen zurück – jetzt steht das Rollstuhl-Werk mit 270 Beschäftigten zum Verkauf. (MZ)

Industrie schrumpft kräftig

Sachsens verarbeitendes Gewerbe erlebt einen dramatischen Kahlschlag. Allein 2025 verabschiedeten sich über 6000 Menschen aus den großen Werkshallen. Die Gesamtbilanz ist verheerend: Seit 2019 zählt die Industrie 23.000 Beschäftigte weniger. (LVZ)

Vertrauensverlust in Ost-Marken

Ende Februar schließt das "Eberswalder" Werk in Brandenburg für immer seine Tore. Künftig soll die beliebte Wurst in anderen Bundesländern, darunter Sachsen-Anhalt, produziert werden. Ein Marken-Experte sieht darin jedoch einen drohenden Imageschaden. (MZ)

Geldregen durch Gewerbegebiet?

Die Mitteldeutsche Flughafen AG soll Grundstücke vermarkten – und so 80 Millionen Euro einnehmen. Darunter ist ein großes Industriegebiet bei Leipzig. Welches Ziel die Flughäfen verfolgen und was dahintersteckt. (LVZ)