Hallesche Firma expandiert in USA Preis für Kakao sinkt: Halloren-Kugeln sollen billiger werden
Der hallesche Schoko-Hersteller verkauft immer mehr Pralinen in den USA. Aufgrund sinkender Kakaopreise will Firmenchef Darren Ehlert jetzt auch die Preise senken.

Halle (Saale)/MZ. - Halloren-Chef Darren Ehlert befindet sich aktuell in den USA. Er will in den Winterurlaub, ist allerdings auch geschäftlich unterwegs. Denn die Vereinigten Staaten entwickeln sich zu einem immer größeren Absatzmarkt für die hallesche Schokoladen-Firma Halloren.
„Wir haben im vergangenen Jahr etwa 170 Seecontainer mit Schokolade exportiert“, sagt der Unternehmer am Telefon. In einen Container würden etwa zehn Tonnen passen. Die Menge stamme nicht nur von Halloren, sondern auch von den Schwesterfirmen Delitzscher Schokoladenfabrik (Sachsen) und Bouchard aus Gent (Belgien). Das Nordamerikageschäft stehe inzwischen für fast ein Drittel des Gesamtgeschäftes der Gruppe.
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Schokolade aus Halle: Halloren O's heißen in den USA „Fudge Duos“
Von Trumps Zollpolitik hat sich Ehlert nicht schocken lassen. Bereits im vergangenen Jahr erläuterte der Firmenchef, dass von den höheren Zöllen alle Wettbewerber betroffen seien – und teilweise auch US-Konkurrenten. Deren Rohstoffeinkäufe würden durch die Zölle mitunter auch teurer.
In den USA betreibt Deutschlands älteste Schokoladenfabrik inzwischen ein eigenes Lager, von dem kleinere Supermarktketten beliefert und ein Online-Verkauf gesteuert werden. Ehlert ist Deutsch-Kanadier und hat längere Zeit in den USA gelebt.
Von daher kann er die Kundenwünsche offenbar gut einschätzen. „Wir sind langsam gestartet, haben viele Verkostungen in Supermärkten vorgenommen“, erzählt er. Das zahle sich aus.

Von der Marke Halloren würden unter anderem Halloren O’s exportiert. In den USA heißt die Marke allerdings „Fudge Duos“. „Die Amerikaner tun sich schwer, Halloren auszusprechen“, begründet Ehlert den Namen. Auch die Halloren Dubai Chocolates seien in Übersee im vergangenen Jahr sehr gut angekommen. „Wir hatten teilweise so viel Nachfrage, dass wir sie gar nicht bedienen konnten.“
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Unternehmen aus Sachsen-Anhalt: Halloren erwartet Millionen-Gewinne
All das wirkt sich positiv auf die Geschäftsentwicklung aus. Das Unternehmen hatte in seinem Geschäftsbericht 2024 für das Jahr 2025 einen Umsatz von mehr als 35 Millionen Euro prognostiziert und einen Gewinn von fünf bis sechs Millionen Euro.
Noch liegt der Jahresbericht 2025, den Ehlert zuerst seinen noch verbliebenen Aktionären präsentieren muss, nicht vor. Er sagt aber: „Unsere Erwartungen haben sich erfüllt.“
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Geholfen hat dem Unternehmen dabei, dass der Kakaopreis, der wichtigste Rohstoff zur Herstellung von Schokolade, wieder deutlich gesunken ist. „Im Jahr 2024 hatten sich die Preise in kurzer Zeit vervierfacht“, berichtet Ehlert.
Vor allem Missernten in Westafrika waren für die Preissprünge verantwortlich. Die Börsennotierungen kletterten teilweise auf mehr als 10.000 Euro je Tonne. Inzwischen sind die Börsenpreise auf 2.500 Euro gesunken.

Ehlert will das zum Anlass nehmen, im Frühjahr die Preise für Halloren-Produkte zu senken: „Wir werden unsere niedrigeren Einkaufskosten an die Verbraucher weitergeben.“ Das betreffe zunächst die eigenen Geschäfte und den Online-Shop. Eine konkrete Preissenkung nennt er aber nicht. Auf die Preisgestaltung des Handels habe man keinen Einfluss.
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Für Halloren bleibt Ostdeutschland der Kernmarkt
Insgesamt ist die Lage in der Süßwarenindustrie angespannt. In einer Konjunkturumfrage des Bundesverbands der Deutschen Süßwarenindustrie berichten viele Hersteller von erheblichem wirtschaftlichen Druck. Die Hauptbelastungen sind: gestiegene Personalkosten sowie höhere Energie- und Logistikkosten.
Etwa 42 Prozent der Firmen berichten von einem rückläufigen Absatz. Besonders kleinere und mittelständische Betriebe sind betroffen, da ihnen Flexibilität fehlt, etwa durch das Exportgeschäft Rückgänge im Heimatmarkt auszugleichen.
Ehlert ist auch mit der Entwicklung von Halloren in Deutschland zufrieden. Ostdeutschland bleibe der Kernmarkt. Infolge von schwierigen Preisverhandlungen hatten unter anderem Rewe, Lidl und Kaufland die Marke Halloren in den vergangenen zwei Jahren kurzfristig ausgelistet.
„Inzwischen hat sich das beruhigt, wir sind fast überall wieder drin“, sagt Ehlert. Zudem werde der Markt in Nordrhein-Westfalen für das Unternehmen immer wichtiger. „Wir profitieren vom Trend zu den Schoko-Snacks“, so der Unternehmenschef.