Ihr Wochenende mit der Mitteldeutschen Zeitung Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne

vor ein paar Tagen ist mir ein ziemlich bekanntes Zitat des Jahrhundertdichters Hermann Hesse in die Hände gefallen: „Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,/Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.“ Es stammt aus dem Gedicht „Stufen“ von 1941, das zu seinen bekanntesten Werken zählt. Der Text betont, dass Abschiede und Neubeginne (Stufen des Lebens) notwendig sind und mit Tapferkeit angenommen werden sollten, um eine "heitere" Weiterentwicklung zu ermöglichen. In diesem Sinne habe ich Ihnen diese Woche ein paar Lektüreempfehlungen zusammengestellt, die sich genau in diesem Spannungsfeld bewegen.
Hundetrainerin dank Martin Rütter

Cassandra Libossek war bei der Wasserschutzpolizei und wollte doch einen – Achtung – Neuanfang. Den wagt sie nun als Hundetrainerin in Greppin. Eröffnet hat sie ihre Hundeschule am 1. Februar. Und schon am nächsten Tag konnte sie ihre ersten beiden Kunden samt deren Schützlingen begrüßen. Wie die 27-Jährige sich mit Hilfe von Martin Rütter selbstständig gemacht hat und worauf sie hofft, hat meine Kollegin Silke Ungefroren aufgeschrieben.
DDR-Buffet schon wieder ausgebucht

Angefangen hat auch das Hotel „Stadt Köthen“ in – wo wohl? – Köthen. Und zwar mit einem DDR-Buffet. Das wurde am 3. Oktober 2025 zum ersten Mal angeboten, mit Soljanka, Königsberger Klöpsen, Würzfleisch sowie Geflügelsalat mit Dosenmandarinen. Und: Es sei der Wahnsinn gewesen, sagt ein Hotelmitarbeiter. Die Kunden hätten das Buffet regelrecht gestürmt. Deshalb gibt es in wenigen Wochen eine Neuauflage. Allerdings, so der Mitarbeiter, sei auch die schon wieder ausgebucht. Das habe „keine zwei Tage“ gedauert. Nostalgie? Ostalgie? Egal, Hauptsache es schmeckt! Wie es mit dem DDR-Buffet nach dem brillanten Start weitergehen soll, hat sich meine Kollegin Sylke Hermann erzählen lassen.
Welcher Hund passt zu mir?

Einen guten Start wünschen sich auch Menschen, wenn sie sich einen Hund zulegen. Doch oft stimmt die Chemie zwischen Mensch und Tier einfach nicht. Aber wie finden Hundeliebhaber dann einen Vierbeiner, der zu ihnen passt? Die 29-jährige Yana Bender und ihre Kolleginnen haben das erforscht – mit überraschenden Ergebnissen. Mein Kollege Max Hunger hat sich die Startbedingungen für eine harmonische Mensch-Hund-Beziehung genau erklären lassen.
Döner statt Thüringer Rostbratwurst

In der ehemaligen Tankstelle an der Magdeburger Straße in Roßlau wurde einst Thüringer Rostbratwurst verkauft. Nun hat dort der Drive-in-Dönerladen „Neffis“ eröffnet. Inhaber Mohamed Gönen ist nach dem Start sehr zufrieden: „Bis jetzt hat der Zulauf unsere Erwartungen übertroffen.“ Und selbstbewusst fügt er hinzu: „Die Konkurrenz kann sich warm anziehen.“ Was man über das „Neffis“ noch wissen muss, hat mein Kollege Robert Horvath notiert.
Neustart auf vier Rädern

Marcel Leidel hat sich mit einem Fahrdienst selbstständig gemacht. Im Gebiet Aken, Köthen, Zerbst und Osternienburg bietet er vor allem Krankentransporte, aber auch Eventfahrten an. Dafür drückte er mit 41 Jahren noch einmal die Schulbank. Dass er ausgerechnet mit einem Fahrdienst durchstarten will, mag überraschen, denn zuvor hat der Familienvater lange bei der Post gearbeitet. „Ich fahre auch bis nach New York, wenn das gewünscht wird“, meint er mit einem Lachen. Die ganze große Neustart-Geschichte wurde von meiner Kollegin Ria Michel recherchiert.
Heiratsantrag im Karneval

Die Besucher der ersten Prunksitzung des Bernburger Karnevalclubs haben am vergangenen Wochenende einen ganz besonderen Moment erlebt: einen Heiratsantrag. Das langjährige Tanzmariechen Anne Schmidt wurde von ihrem Partner Andi Metze mitten auf der Bühne gefragt – und sagte „Ja!“ Die Reaktion? Tosender Beifall, Jubelrufe, Freudentränen. Ob es bei der zweiten Prunksitzung am Rosensamstag wieder so emotional hergeht, weiß meine Kollegin Katharina Thormann natürlich nicht. Dafür hat sie noch eine Menge Hintergründe über „Barbie und Ken“ herausgefunden.
In Kürze: Weitere Lektüre-Tipps
Zum Schluss wie immer ein paar weitere Textempfehlungen aus der MZ. Ich habe mir erlaubt, meinen vielleicht etwas bemühten roten Faden mit einem neuen Wirt, einer neuen Halskette und einem neuen Zuhause weiterzuspinnen. Mehr Neuigkeiten finden sie täglich auf mz.de.
- Von der Adria an die Goitzsche: Was der neue Wirt in der „Trattoria Al Faro“ in Mühlbeck vorhat.
- Upcycling im Schmuckraum Halle: Wie Omas alte Gabel zur neuen Halskette wird.
- „Ich hatte eine Bilderbuch-Ehe“: Wie der demente Dieter Raschmann in Wittenberg ein neues Zuhause fand.
Das war meine MZ-Woche. Kritik, Ideen, Lob und Tadel richten Sie bitte an [email protected]
Ein zauberhaftes Wochenende wünscht Ihnen
Ihr Gero Hirschelmann