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Leben in der Demenz „Ich hatte eine Bilderbuch-Ehe“: Wie Dieter Raschmann in Wittenberg ein neues Zuhause fand

Bei Demenz scheint ein Pflegeheim oft der einzige Ausweg. Doch es gibt Alternativen: In einer Wittenberger Wohngemeinschaft leben Betroffene wie in einer Familie zusammen. Die WG-Nachfrage ist groß. Wie leben Demente dort?

Von Lisa Garn 10.02.2026, 06:41
Alltag in Gemeinschaft: Dieter Raschmann lebt seit vier Jahren in der Demenz-WG,  mit Pflegedienstleiterin Britta Lange liest er die Zeitung.
Alltag in Gemeinschaft: Dieter Raschmann lebt seit vier Jahren in der Demenz-WG, mit Pflegedienstleiterin Britta Lange liest er die Zeitung. (Foto: Lisa Garn)

Ein kurzer Blick ans andere Ende des Frühstückstisches reicht. „Na, Frau Kitzig, Sie gefallen mir heute gar nicht“, sagt Yudilasi Varela Beritan. „Gestern haben Sie noch so schön gesungen.“ Die Angesprochene stimmt zu: „Ich habe heute keine Lust, es ist komisch.“ Wie die Stimmung nun wieder kommt, fragt Beritan und füttert einen Bewohner mit einer Banane. Die Pflegerin hat heute die Frühschicht in der Demenz-Wohngemeinschaft der Arbeiterwohlfahrt (Awo) in Wittenberg. Insgesamt zehn Frauen und Männer wohnen in der WG – eine Wohnform, die in Sachsen-Anhalt immer häufiger wird.