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MZ-Wirtschaftsnewsletter vom 19. Februar 2026 Revolution? - KI versagt bei meinem Newsletter-Test

Weitere Themen: Kinderwagen-Firma ist pleite / Lindner bewegt Autoland / Flughafen buhlt um Firmen / Arm durch Inflation / Stahlfirma rüstet / Sparkassen stabil

Aktualisiert: 19.02.2026, 09:19
Newsletter KI
Newsletter KI dpa

in der vergangenen Woche habe ich selbst Wintersport betrieben und viel Wintersport geschaut. Es blieb aber noch ein wenig Zeit zum Lesen über die neuesten Entwicklungen in der KI-Branche. Die Börsenkurse von Softwarekonzernen sind seit Beginn des Jahres in die Knie gegangen, weil angeblich KI-Assistenten ihr Geschäftsmodell bedrohen. Wer die Nachrichten und Hintergründe verfolgt, gruselt sich ein wenig. Ich stelle mir die Frage: Wann übernimmt die KI meinen Job?

Also habe ich vier Systeme, ChatGPT, Claude (Anthropic), Copilot (Microsoft) und Gemini (Google), mal getestet. Sie sollte mir helfen, diesen Newsletter zu schreiben. Ich habe die Systeme gebeten, die wichtigsten Wirtschaftsnachrichten zusammenzustellen und kurze Teaser dazu zu schreiben. Das Ergebnis war eher ernüchternd. Oder positiv – so schnell übernehmen die meine Arbeit nicht.

Bis auf Gemini hatten alle KI-Systeme große Probleme, mir tagesaktuelle Nachrichten zu liefern. Claude gestand auf Nachfrage, er könne nicht hinter die Bezahlschranken der regionalen Zeitungen schauen. Die Verlage haben da offensichtlich ein Stoppschild gesetzt. Nur Gemini war dazu in der Lage. Die Google-Suche ist für die Verlage offenbar zu wichtig, daher darf sich die KI auch hinter der Paywall umsehen.

Die Antwort der Ki-Claude, warum regionale Medien nicht stärker in den Suchergebnissen vorkommen.
Die Antwort der Ki-Claude, warum regionale Medien nicht stärker in den Suchergebnissen vorkommen.
Foto: claude/sreenshot

Auf geschützte Daten können die Systeme also nicht zugreifen. Die KI ist aber nur dann gut, wenn sie auf große Datenmengen frei zugreifen und diese erlernen kann. Da die meisten Firmen ihre sensiblen Daten nicht freigeben, dürfte der Nutzen der Large-Language-Modelle also in vielen Bereichen begrenzt sein.

Doch vielleicht irre ich mich auch. Also habe ich beim Magdeburger KI-Professor Sebastian Stober angerufen. Meine Erwartung: Er erklärt mir, wie KI-Assistenten selbstständig programmieren und so radikal unser Leben verändern werden. Doch schon wieder wurde ich enttäuscht. „KI kann durchaus Programmcode erzeugen, doch die Qualität schwankt stark. Oft sieht der Code auf den ersten Blick gut aus, enthält aber ineffiziente oder fehlerhafte Lösungen“, sagt Stober.

KI-Experte Sebastian Stober von der Uni Magdeburg
KI-Experte Sebastian Stober von der Uni Magdeburg
Jana Dünnhaupt / Universität Magdeburg

Die Systeme werden zwar immer besser, ein Grundproblem bleibt laut Stober jedoch: „Ziel der KI ist nicht das Abrufen von Fakten, sondern das Erzeugen plausibel klingender Texte. Deshalb können diese Systeme auch falsche oder erfundene Inhalte produzieren – sogenannte Halluzinationen. Das liegt nicht an einem Fehler, sondern an der Funktionsweise selbst. Das Modell optimiert sprachliche Wahrscheinlichkeit, nicht Wahrheit.“ Mehr dazu gibt es bald in einem MZ-Interview.

Ich bin jedoch weit davon entfernt, nun beruhigt zu sein. Auch wenn ChatGPT „nur“ Wahrscheinlichkeitsrechnung betreibt, kann das Programm bereits Texte und Interviews in einer atemberaubenden Qualität zusammenfassen. Grundsätzlich basiert die KI auf neuronalen Netzwerken, die dem menschlichen Gehirn ähneln. Mit immer mehr Rechenpower werden die Systeme daher immer besser werden.

Eine kleine Person in meiner Familie erfindet auch immer Dinge, wenn er bei einem bestimmten Thema nicht weiterweiß. Ich nenne ihn daher auch manchmal „meine kleine KI“. In einigen Jahren wird das anders sein – bei ihm und wohl auch bei der KI.

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Bis kommende Woche, herzlich Steffen Höhne

Weitere wichtige Wirtschaftsthemen aus Mitteldeutschland der vergangenen Tage:

Traditionsfirma Zekiwa ist pleite

Der Kinderwagen-Hersteller Zekiwa aus Sachsen-Anhalt ist insolvent. Die Firma aus Kretzschau leidet auch unter der geringen Geburtenrate in Deutschland. Wie das Unternehmen laut Geschäftsführung aus der Krise kommen soll. (MZ)

Mit alten Kinderwagenmodellen trifft sich der Zikewa-Fanclub regelmäßig in Zeitz. Die Marke ist zumindest in Ostdeutschland noch sehr bekannt.
Mit alten Kinderwagenmodellen trifft sich der Zikewa-Fanclub regelmäßig in Zeitz. Die Marke ist zumindest in Ostdeutschland noch sehr bekannt.
Foto: Angelika Andräs

Arm durch hohe Inflation?

Steigende Lebenshaltungskosten belasten viele Haushalte in Sachsen-Anhalt. Doch die Löhne sind laut Ifo-Studie stärker gestiegen als die Preise. Warum sich das aber anders anfühlt. (MZ)

Die Grafik zeigt die Entwicklung der Reallöhne in den Bundesländern.
Die Grafik zeigt die Entwicklung der Reallöhne in den Bundesländern.
Foto: ifo

Was Lindner bei Autoland vorhat

Der frühere Bundesfinanzminister Christian Lindner ist in den Fahrzeughandel eingestiegen. Der neue Autoland-Vize erklärt im MZ-Interview, was er vorhat und wie seine Frau die Jobwahl beeinflusste. (MZ)

Christian Lindner ist nun Vize-Chef von Autoland.
Christian Lindner ist nun Vize-Chef von Autoland.
Foto: Autoland

Firmen sollen Flughafen helfen

Die mitteldeutschen Airports Leipzig/Halle und Dresden haben viele attraktive Verbindungen verloren. Nun sollen Firmen aus der Region helfen, neue Verbindungen aufzubauen. Das Paderborner Modell gilt als Vorbild. (MZ)

Wenige Frauen in Führung

In Sachsen-Anhalt sind weibliche Führungskräfte rar. Sie werden auch schlechter als Männer bezahlt. Ein Hemmnis ist die Vereinbarkeit von Familie und Beruf – aber auch Frauen selbst. (MZ)

Stahlkonzern rüstet auf

Der Stahlkonzern Salzgitter übernimmt die Dessauer Firma Thyrolf & Uhle. Mit dem strategischen Zukauf erweitere man seine Kompetenzen im Zukunftsfeld Verteidigung und stärke sein „Defence Portfolio“. Warum der Stahlbearbeiter für Wehrtechnik wichtig ist. (MZ)

Ein Blick in die Fertigung bei Thyrolf & Uhle im Jahr 2021.
Ein Blick in die Fertigung bei Thyrolf & Uhle im Jahr 2021.
Thomas Ruttke

Traditionsbäcker ist insolvent

Nach Halberstädter Würstchen hat es einen weiteren bekannten Lebensmittelproduzenten in der Harzkreis-Stadt erwischt: Die Halberstädter Bäcker und Konditoren GmbH (HBK) hat einen Insolvenzantrag gestellt. 120 Mitarbeiter sind betroffen. Der Betrieb ist auch überregional für seine Stollen bekannt. (VS)

Der Halberstädter Stollen wird im Domkeller eingelagert.
Der Halberstädter Stollen wird im Domkeller eingelagert.
Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

Einkaufszentrum verkauft

Das Leipziger Einkaufszentrum Höfe am Brühl hat einen neuen Eigentümer. Der tschechische Immobilienfonds Investika erwarb die Mehrheit am Shoppingtempel. (LVZ)

Ferienhäuser am See?

Vetter Touristik will Ferienhäuser direkt an der Goitzsche bauen. Die Stadt Bitterfeld-Wolfen will einen Bebauungsplan dafür ändern. So sollen Ferienhäuser auf Vetter-Grundstücken direkt am Seeufer möglich werden. Ortschaftsräte sehen darin einen gefährlichen Präzedenzfall. (MZ)

Start-up im Chemiepark

Auf dem Chemiestandort Leuna will sich erstmals ein Vorproduzent für Lebensmittel ansiedeln. Das Hamburger Start-up Microharvest wird dort viele Millionen Euro investieren, um Proteine herzustellen. (MZ)

Sparkassen bleiben in der Region stark

Während sich viele Großbanken zurückziehen, bleiben die Sparkassen in der Region stabil. Das zahlt sich offenbar aus. Die Kunden legen mehr Geld in Fonds an. Das Kreditvolumen vor allem im privaten Wohnungsbau steigt.

Bioanbau leidet

Nach Jahren des Booms schrumpft der Ökolandbau in Sachsen-Anhalt: weniger Betriebe, weniger Fläche. Der Bauernverband warnt, dass sich Ökolandbau nur lohnt, wenn Absatz und Erlöse stimmen. (MZ)

Die Ernte von Bio-Mören auf einem Feld.
Die Ernte von Bio-Mören auf einem Feld.
Foto: dpa

Ukrainer bauen auf dem Flughafen

Am Flughafen Leipzig/Halle zementiert Antonov seine Zukunft mit einem neuen Hangar. Für einen zweistelligen Millionenbetrag wird eine neue Wartungsbasis für das Frachtflugzeug Antonov 124 errichtet. (LVZ)

Eine Antonow 124 (An-124), eines der größten Frachtflugzeuge der Welt, startet am Flughafen Leipzig/Halle. Sechs Riesenflieger haben dort ihre Basis.
Eine Antonow 124 (An-124), eines der größten Frachtflugzeuge der Welt, startet am Flughafen Leipzig/Halle. Sechs Riesenflieger haben dort ihre Basis.
Foto: Jan Woitas/dpa

Viele E-Autos aus dem Osten

In Ostdeutschland rollen besonders viele Elektroautos vom Band. Warum die Zukunft dennoch unsicher bleibt. (MZ)