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Hier in Halle, Newsletter vom 7. Januar 2026 Eiskalt den ganzen Feiertag genutzt

Neujahrsschwimmen am Dreikönigstag, ein Wohnhausbrand in Teicha, eine Straße in Halle, die so schlecht ist, dass mancher gar nicht mehr merkt, wie schlecht eigentlich wirklich.

07.01.2026, 06:00
Hier in Halle schreibt heute Frank Klemmer.
Hier in Halle schreibt heute Frank Klemmer. (Grafik: Tobias Büttner)

es gibt manche Dinge, an die gewöhnt man sich langsamer als an andere. Für mich gehört dazu nach wie vor der gestrige Feiertag in Sachsen-Anhalt. Warum? Heilige Könige, ein durch und durch katholisches Fest - und Sachsen-Anhalt als Wiege der Reformation feiert einfach mit? Tatsächlich hatten gestern außer uns sonst nur die wesentlich katholischeren Bayern und Baden-Württemberger frei.

Katholische Spuren in Halle zu finden, ist natürlich möglich, aber was die Geschichte angeht, durchaus mit Arbeit verbunden. Mein Kollege Walter Zöller hat dafür ganz weit ausgeholt und sich gefragt: Wie war das religiöse Leben in Halle, als es zur römisch-katholischen Kirche noch keine Alternative gab?

Als Halle noch katholisch war: Zwischen Angst und Caritas

Ich habe den Tipp meines Kollegen Dirk Skrzypczak im Newsletter von gestern einfach mal ernstgenommen und am Feiertag noch mal genauer nachgelesen. Was Kollege Zöller herausgefunden hat, klingt nicht nur schön: Das katholische Christentum sei im Mittelalter im Grunde eine Angst-Religion gewesen, hat ihm ein Experte erzählt. Andererseits sei die Kirche aber auch die einzige Institution gewesen, „die im Mittelalter ein soziales Netz knüpfte.“ Der Gedanke der Caritas, also für alte, arme, kranke und behinderte Menschen zu sorgen, sei erst im Christentum entstanden.

Markttreiben um 1890, fotografiert von Gottfried Riehm. Links das alte Rathaus mit seiner ursprünglichen Gestaltung.
Markttreiben um 1890, fotografiert von Gottfried Riehm. Links das alte Rathaus mit seiner ursprünglichen Gestaltung.
(Foto: Gottfried Riehm/ Stadtarchiv Halle)

Noch spannender fand ich aber die Geschichte von der Kapelle im Rathaus und warum ein Geistlicher im Rat das Protokoll führte. Lesen Sie doch einfach mal nach - auch ohne Feiertag!

Ein Rekord beim Sprung ins eiskalte Wasser

So einen 6. Januar kann man aber nicht nur für die innere Einkehr nutzen, sondern auch für äußere Herausforderungen: Deshalb wird am Dreikönigstag im Heidesee in Halle traditionell angebadet. Trotz vereistem See ließen sich gestern 500 Menschen nicht von einem Sprung ins Wasser abhalten - ein neuer Teilnehmerrekord.

Beim Neujahrsschwimmen im Heidebad am 6. Januar 2026 gab es einen neuen Teilnehmerrekord.
Beim Neujahrsschwimmen im Heidebad am 6. Januar 2026 gab es einen neuen Teilnehmerrekord.
(Foto: Steffen Schellhorn)

Wenn ich hier jetzt vor der Heizung die Bilder meines Kollegen Steffen Schellhorn davon sehe, muss ich mich immer wieder schütteln. Und würde ich mich am liebsten unter einer Decke verstecken. Das Haus zum Schneeschippen zu verlassen, zählt doch schon als Wintersport, oder?

Feuerwehr löscht Wohnhausbrand in Teicha

Die Nacht vor dem Feiertag war eine Herausforderung anderer Art: In Teicha in der Gemeinde Petersberg im Saalekreis ist ein Wohnhaus in Brand geraten. Der Dachstuhl und das Obergeschoss standen beim Eintreffen der Feuerwehr bereits in Vollbrand.

In Teicha in der Gemeinde Petersberg ist in der Nacht zum Dienstag ein Wohnhaus abgebrannt.
In Teicha in der Gemeinde Petersberg ist in der Nacht zum Dienstag ein Wohnhaus abgebrannt.
(Foto: Marvin Matzulla)

Mein Kollege Marvin Matzulla war vor Ort und hat bereits am Morgen über den Einsatz und die Folgen berichtet. Und einmal mehr stellt sich heraus: Gut, dass es Menschen gibt, die auch vor, während und nach Feiertagen schnell da sind, um zu helfen.

Schlechteste Straße: Note 5,0 für die Pappelallee

Und dann ist die noch die schlechteste Straße von Halle. Zumindest wenn es nach den Experten geht: Mehr als 850 Straßen haben Inspektoren in Halle unter die Lupe genommen. Sie haben Straßenschäden erfasst und Noten vergeben. Der Verlierer: In der Pappelallee, die im Stadtbezirk Süd nahe der Haltestelle Rosengarten von der Merseburger Straße abgeht, ist die Fahrbahn ein einziger Flickenteppich. Resultat: eine glatte 5,0 als Note.

Eine solche Furche im Gehweg kann für Fußgänger zur Stolperfalle werden.
Eine solche Furche im Gehweg kann für Fußgänger zur Stolperfalle werden.
(Foto: Denny Kleindienst)

Mein Kollege Denny Kleindienst war mal vor Ort und hat mit den Anwohnern gesprochen. Und ja, die beklagen sich - und helfen sich inzwischen sogar selbst. Über den „Titel“ als schlechteste Straße von Halle haben sie sich dann allerdings doch ein bisschen gewundert. Wer Elend gewöhnt ist, hält es offenbar irgendwann für schlimm, aber nicht mehr für etwas Besonderes.

Kein guter Vorsatz allerdings, sich einfach so damit abzufinden, oder? Lieber einfach mal was besser machen. Ob es dann geklappt hat, werden wir später sehen. Spätestens am nächsten Dreikönigstag. Einen guten Start in die Restwoche wünscht Ihnen

Ihr Frank Klemmer