Schlammlawinen, Überschwemmungen

Schlammlawinen, Überschwemmungen: Unwetter hinterlässt Schäden in Sachsen-Anhalt

Halle (Saale) - Am Freitagabend zog ein Unwetter über Sachsen-Anhalt und hat etliche Schäden hinterlassen. Durch Ortschaften flossen Schlammlawinen, es gab Behinderungen und Sperrungen auf Landstraßen und Autobahnen.

20.05.2017, 20:11

Am Freitagabend zog ein Unwetter über Sachsen-Anhalt und hat etliche Schäden hinterlassen. Durch Ortschaften flossen Schlammlawinen, es gab Behinderungen und Sperrungen auf Landstraßen und Autobahnen.

Betroffen war vor allem der Süden des Landes, etwa der Kreis Mansfeld-Südharz, der Saalekreisund der Burgenlandkreis. In der Nacht zu Samstag war auf einem Streifen zwischen Bayern über Thüringen bis nach Schleswig-Holstein heftiger Starkregen niedergegangen, wie der Deutsche Wetterdienst mitteilte.

Im Saalekreis gab es Verwüstungen vor allem im Raum Querfurt und dem Weida-Land bis Mücheln. Innerhalb kürzester Zeit hat es in der Spitze bis zu 50 Liter pro Quadratmeter geregnet. Bis in die Nacht waren die Wehren in den Ortschaften unterwegs. Die Leitstelle des Saalekreises zählte bis zum späten Abend weit über 100 Einsätze. In Braunsbedra sei ein Strommast gerissen.

Auf der Autobahn 14 bei Bernburg ist durch den starken Regen in Fahrtrichtung Halle nach ersten Angaben ein Stück Böschung auf die Fahrbahn gerutscht. Das führte zu Behinderungen. Auch sind mehrere Feuerwehren ausgerückt, um abgeknickte Bäume zu beseitigen und vollgelaufene Keller leerzupumpen.

Im Raum Könnern hatte es örtlich so stark gehagelt, so dass die Körner weggeschaufelt werden mussten. Bei manchen entstanden Schäden an Häusern. In Bernburg sind die Veranstaltungen beim Stadtfest kurz vor 20.30 Uhr abgebrochen worden.

Eine Spur der Verwüstung zieht sich besonders durch Teile des Mansfelder Landes nach den schweren Gewittern Freitagabend und Freitagnacht. Besonders betroffen ist ein Abschnitt der Landstraße 160 zwischen Hedersleben und Schwittersdorf, der stark unterspült wurde und gesperrt werden musste.   Polizei, Ordnungskräfte und verantwortliche Kommunalpolitiker  waren am Samstagmorgen vor Ort.

Die Autobahn 38 ist zwischen Eisleben und Schafstädt in Richtung Merseburg gesperrt. Dort wurde die Fahrbahn durch die Wassermassen unterspült.

Die Feuerwehr hatte auch im Burgenlandkreis viel zu tun: Dort waren fast 200 Einsatzkräfte unterwegs. In Bad Bibra seien in einer Stunde 36 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen. Das Ortszentrum wurde dabei überflutet und mit Schlamm überzogen, wie der Landrat des Burgenlandkreises Götz Ulrich (CDU) sagte. Am Freitagabend und in der Nacht zu Samstag seien zweimal Regen- und Schlammlawinen von umliegenden Feldhängen herabgerauscht. Auf einer Fläche von etwa 500 mal 800 Metern seien Straßen und private Grundstücke verschlammt worden, sagte Ulrich. Die Aufräumarbeiten zogen sich am Samstagabend weiter hin.

In Gleina und Nebra mussten mehrere Straßen von Schlamm und Geröll befreit werden. Verletzt wurde niemand. In Nebra habe die Feuerwehr zwei Menschen vom Dach ihres in den Fluten steckenden Autos in Sicherheit gebracht.

Nach Angaben der Deutschen Bahn wurden am Freitagabend außerdem die Bahngleise auf der Strecke zwischen Naumburg und Nebra unterspült. Der Zugverkehr zwischen Karsdorf und Nebra ist bis auf weiteres unterbrochen. Die Bahn richtet einen Ersatzverkehr mit Bussen ein - die Aufräumarbeiten dauern demnach voraussichtlich bis zum späten Samstagabend. Menschen wurden laut Polizei bei dem Unwetter in Sachsen-Anhalt nicht verletzt.

In Magdeburg dauerte der Starkregen samt Windböen nach Angaben der Feuerwehr nur eine halbe Stunde, sorgte jedoch bis zum Morgen für rund 80 Einsätze. Dabei seien hauptsächlich abgerissene Äste und umgestürzte Bäume von Straßen und aus Stromleitungen entfernt worden, teilte die Feuerwehr mit.

In Nachbarbundesland Thüringen spülte heftiger Regen Geröll und Schlamm auf die Gleise, eine Regionalbahn kann nicht mehr rechtzeitig bremsen. Der Triebzug springt teils aus der Spur. Mehrere Fahrgäste werden verletzt. Die Waggons sollen mit speziellen Kränen geborgen werden.

Was tun bei Schäden durch Hagel, Regen oder Überschwemmungen?

Im besten Fall trägt die Versicherung die Kosten für die entstandenen Schäden. Die Verbraucherzentrale hat die wichtigsten Fragen zum Versicherungsschutz nach dem Unwetter zusammengefasst.

Für den Samstag und Sonntag erwartet der Deutsche Wetterdienst keine neuen Unwetter. (mz/mby)

Am Samstag ziehen die Schauer und Gewitter ostwärts ab und nachfolgend kann sich bei gering bewölktem Himmel die Sonne zeigen. Bei schwachem westlichem Wind erreicht die Temperatur Höchstwerte von 18 bis 20, im Harz von 12 bis 18 Grad. In der Nacht zum Sonntag wird es weitgehend wolkenlos und niederschlagsfrei sein. Die Temperatur geht auf 9 bis 7, im Harz bis 5 Grad zurück. Der Westwind weht schwach.

Am Sonntag gibt es einen Mix aus Sonne und Wolken, es bleibt trocken. Die Temperatur erreicht 19 bis 22, im Harz 12 bis 18 Grad. Der Wind weht meist nur schwach aus nordwestlicher Richtung. In der Nacht zum Montag ist es verbreitet gering bewölkt und trocken. Der Wind weht schwach aus nördlicher Richtung. Die Temperatur geht auf 10 bis 7 Grad zurück.

Am Montag scheint neben wenigen Quellwolken für längere Zeit die Sonne. Der Wind weht schwach aus östlichen Richtungen. Die Temperatur erreicht 21 bis 23, im Harz 16 bis 21 Grad. In der Nacht zum Dienstag kommt von Westen her zunehmend stärkere Bewölkung auf. Niederschlag wird aber nicht erwartet. Der Wind weht schwach aus Ost und die Temperatur sinkt auf 11 bis 9, im Harz bis 7 Grad.