MTV Wittenberg

MTV Wittenberg: Volleyballer wollen Kurve kriegen

Wittenberg - Regionalligist Wittenberg gastiert am Sonnabend beim USV Potsdam.

Von Thomas Tominski 06.01.2017, 06:00

„Viele sportliche Höhepunkte hat es in der ersten Halbserie nicht gegeben“, betont Cheftrainer Ulf Jonas, der sich bei seiner Hinrundenanalyse trotz der sieben Saisonniederlagen plus Rutsch in die gefährdete Zone noch schützend vor die Mannschaft stellt. „Die Stimmung ist gut. Es gibt keine Schuldzuweisungen untereinander“, meint der 48-Jährige, dem andererseits diese Aggressivität ein wenig fehlt.

„Manchmal ist es schon zu viel Friede, Freude, Eierkuchen“, so der Trainer des Volleyball-Regionalligisten, der weiß, dass die Talfahrt vor allem mit der Personalsituation sowie der oft schwachen Trainingsbeteiligung zusammenhängt. „Ich kann keinen zwingen, zum Spiel oder Training zu kommen“, sagt er mit hörbar Frust in der Stimme.

In der kurzen Winterpause hat sich die Lage nicht verbessert. Laut Jonas haben viele Spieler die freie Zeit vor und nach den Feiertagen mit ihren Familien verbracht oder noch flugs einen Kurzurlaub eingeschoben. „Diese Personalmisere begleitet mich wie erwähnt schon durch die gesamte Hinrunde“, ergänzt er und erzählt weiter, dass der Kader in der Breite qualitativ nicht so gut besetzt ist, um fehlende Leistungsträger adäquat zu ersetzen.

Aufsteiger SSV Gardelegen führt nach zehn Spieltagen die Tabelle souverän mit 27 Punkten vor dem KSC „Asahi“ Spremberg und dem VC Potsdam-Waldstadt (je 20) an. Der USV Potsdam steht direkt vor den Wittenbergern auf dem achten Rang. Beide Mannschaften haben je zwölf Zähler auf dem Konto.

Am 14. Januar empfangen die Schützlinge von Trainer Ulf Jonas die SG Rotation Prenzlauer Berg, die Vorletzter des Klassements ist (acht Punkte). In der Hinrunde ist das Team aus der Bundeshauptstadt als knapper 3:2-Gewinner vor Parkett gegangen.

Der CV Mitteldeutschland II erwartet den MTV am 21. Januar ab 15 Uhr in der Jahrhunderthalle von Spergau. Die CV-Reserve ist Sechster mit 13 Punkten. (mz/tt)

Trotz aller Rückschläge ist dem 48-Jährigen der Optimismus nicht vergangen. „Wir sind nur beim 0:3 gegen Spitzenreiter SSV Gardelegen völlig chancenlos gewesen. Wenn mir alle Spieler zur Verfügung stehen, können wir mit den anderen Teams mithalten.“ Dass der MTV noch so richtig in den Abstiegsstrudel gerät, daran glaubt er nicht. „Wichtig ist“, meint er, „dass wir die ersten Spiele in der Rückrunde nicht vergeigen. Dann ist der Anschluss an das Mittelfeld wieder hergestellt.“

Am Sonnabend um 19 Uhr bekommen die Volleyballer aus der Lutherstadt die erste Chance, dieses Vorhaben in die Tat umzusetzen. Die Schützlinge von Trainer Ulf Jonas stehen in der Sporthalle des Universitätskomplexes an der Karl-Liebknecht-Straße Gastgeber und Tabellennachbar USV Potsdam gegenüber. „Bei denen ist der Lack derzeit ebenfalls ein bisschen runter“, sagt der Coach des MTV etwas salopp, der von einem Team aus einer Landeshauptstadt ein anderes Auftreten erwartet. „Potsdam ist schließlich eine Universitätsstadt. Da sollte es eigentlich keine Personalprobleme geben.“

Zum Auftakt der Hinrunde ist der MTV gegen den USV als klarer 3:1-Gewinner vom Parkett gegangen. Der Coach betont, dass diese Partie in der Vorbereitung auf das zweite Duell nur eine untergeordnete Rolle spielen wird. „Das kann nicht unser Maßstab sein. Dafür war Potsdam damals zu schwach.“

Jonas fordert von seinen Jungs einen Auswärtssieg. Dieser sei wichtig, um dem Selbstvertrauen neuen Schwung zu verleihen. Bis auf den verletzten Patrick Reimann sind beim MTV alle an Deck. Jonas hofft, dass der Spieler ab Februar wieder in das Training einsteigen kann. Über verschiedene Defizite will er in Zukunft hinwegsehen. Punkte sammeln ist wichtiger als schön spielen. (mz)