PIA-Panne

Pakistan International Airlines: PIA-Pilot legt sich schlafen, während ein Azubi fliegt

Halle (Saale) - Und immer wieder PIA… Pakistan International Airlines, die Fluggesellschaft, die eigentlich schon seit Jahresbeginn vom Airport Leipzig/Halle direkt nach New York (JFK) fliegen wollte, aktuell aber ein Flugzeug für die Strecke sucht, sorgt erneut für Negativschlagzeilen. Diesmal steht das Fehlverhalten eines Piloten im ...

12.05.2017, 09:37

Und immer wieder PIA… Pakistan International Airlines, die Fluggesellschaft, die eigentlich schon seit Jahresbeginn vom Airport Leipzig/Halle direkt nach New York (JFK) fliegen wollte, aktuell aber ein Flugzeug für die Strecke sucht, sorgt erneut für Negativschlagzeilen. Diesmal steht das Fehlverhalten eines Piloten im Fokus.

Wie die Indiatimes berichtet, hatte sich der Kapitän während eines Fluges von Islamabad nach London kurz nach dem Start eine kleine Auszeit gegönnt. Er hatte sich zweieinhalb Stunden in die Business Class schlafen gelegt. Im Cockpit des mit 305 Passagieren voll besetzten Fliegers saß zwar ein Kollege, um ihn zu vertreten. Der Jungpilot befand sich jedoch noch in der Ausbildung.

Passagiere hielten die Situation auf Fotos fest und twitterten sie anschließend. Pakistan International Airlines reagierte umgehend und stellte den Piloten frei. Derzeit wird der Vorfall untersucht.

PIA hat in der jüngsten Vergangenheit regelmäßig für Aufsehen gesorgt. Ausschließlich in negativer Hinsicht. Die Chronologie von PIAs Pleiten, Pechen und Pannen.

Pakistan International Airlines: PIAs Pleiten, Pech und Pannen

Einen Tag nach der großen Pressekonferenz, in der über die Pläne der staatlichen Airline informiert worden ist, künftig in Schkeuditz zu landen, stürzte am 7. Dezember 2016 eine ATR-42 der PIA bei Hawalian im Nordosten Pakistans ab. 48 Menschen kamen bei Flug PK661 ums Leben.

Am 20. Januar 2017 hatte PIA einen Flug überbucht und entgegen der Sicherheitsvorschriften sieben Passagiere auf dem mehr als dreistündigen Trip mit einer Boeing 777-300ER von Karatschi (Pakistan) nach Medina (Saudi-Arabien) den Flug im Stehen mitfliegen lassen.

Im März 2017 setzte Pakistan International Airlines erneut ein negatives Ausrufezeichen: Diesmal wurde Bernd Hildenbrand, ein ehemaliger Lufthansa-Manager und der deutsche PIA-CEO, auf die Exit Control List gesetzt (ECL). Das heißt: Er durfte das Land nicht verlassen. Der Grund: Pakistans Innenminister Nisar Ali Khan wirft Bernd Hildenbrand Korruption vor. PIA hatte sich im Juli 2016 mit Sri Lankan Airlines auf eine Anmietung eines Airbus A330-300 geeinigt. Für 8000 US-Dollar pro Stunde. Üblich seien – laut Innenministerium – nur 4000 US-Dollar.

Ein weiterer Vorwurf: Bernd Hildenbrand soll im Dezember einen fast 25 Jahre alten Airbus A310-300 veräußert haben. Der Käufer soll angeblich ein deutsches Museum sein. The Express Tribune spekuliert sogar darüber, dass Hildenbrand selbst den Airbus gekauft habe – so zumindest eine Quelle in der pakistanischen Ermittlungsbehörde.

PIA-Airbus A310 steht am Flughafen Leipzig/Halle

Bereits seit dem 5. Dezember steht der Airbus A310-300 auf dem Flughafen Leipzig/Halle. Der Airport erwägt selbst, den Flieger zu erwerben, um ihn an Filmgesellschaften zu vermieten. Unklar ist, wie teuer der ausrangierte Airbus ist.

Mittlerweile – so „The Express Tribune“ – soll Hildenbrand, der Ende April 2017 als PIA-Chef abberufen wurde, Pakistan verlassen haben. Ob er zurückkehrt, um sich den Ermittlungen zu stellen? Fraglich. Nayyar Hayat, der Finanzvorstand von PIA hat die Geschäfte übernommen.

Es ist nicht das erste Mal, dass die Pakistan International Airlines für negative Schlagzeilen sorgt. Hinter der 1954 gegründeten traditionsreichen Gesellschaft liegen auch einige turbulente Jahre. Wegen Sicherheitsbedenken und Unpünktlichkeit erhielt der anfänglich sehr gute Ruf von PIA später etliche Schrammen.

Noch im Jahr 2007 hatte die Pakistan International Airlines ein Flugverbot für den Europäischen Luftraum, das galt für die gesamte Flotte mit Ausnahme der Flugzeuge des Typs Boeing 777. (cb)