Tore, Outfits, Dezibel und Rekorde

Tore, Outfits, Dezibel und Rekorde: RB Leipzigs Hinrunde in zehn Zahlen

Leipzig - 17 Spiele, 28 Punkte, Rang fünf: So stehen die ersten auffälligen Zahlen bei RB Leipzig nebeneinander. Sie folgen dem Bundesligisten in seine Winterpause, in der jetzt die große Auswertung beginnt.

Von Ullrich Kroemer und Martin Henkel
Lichtshow in der Red Bull Arena nach dem letzten Heimspiel der Saison gegen Hertha BSC Berlin. imago sportfotodienst

17 Spiele, 28 Punkte, Rang fünf: So stehen die ersten auffälligen Zahlen bei RB Leipzig nebeneinander. Sie folgen dem Bundesligisten in seine Winterpause, in der jetzt die große Auswertung beginnt.

Die Mitteldeutsche Zeitung hat weitere Daten zusammengetragen, weil seit Pythagoras so viel Wasser die Elster nicht hinuntergeflossen ist - und deshalb immer noch gilt: "Die Zahl ist das Wesen aller Dinge.“  

Zwei plus vier

Der Österreicher Marcel Sabitzer ist mit zwei Toren und vier Vorlagen sowie seiner hemdsärmeligen Art der Vorwärtsentwickler bei RB – kaum mehr zu ersetzen. 76 statt 68 Prozent heißt, er wird immer besser und spielt jetzt auch noch viel genauer Pass als vor einem Jahr. Was das für RBs Kader bedeutet, zeigte sich nach seiner Schulterverletzung. Ohne den 23-Jährigen gewannen die Kollegen kein einziges der jüngsten fünf Partien.

Neun

Ralph Hasenhüttl ist abergläubisch, so wie alle Trainer abergläubisch sind – auch beim Outfit. Laut MZ-Recherchen trug der Steirer neun verschiedene Outfits. Der Hit mit sieben Einsätzen: das Modell maritim – blauer Glückspullover, blaue Hose, weißes Hemd, weiße Sneaker. Doch dann kam die Niederlage beim FC Bayern und das Dress war abgelöst.

Elf

Zähler mehr waren es nach 17 Partien im Vorjahr. Nicht der Rede wert, heißt es am Cottaweg. Und wehe, einer schielt zurück zu den 39 Punkten und Rang zwei nach dem gleichen Zeitraum voriges Jahr. Nicht dass irgendwer melancholisch wird, weil minus elf Zähler nämlich bedeuten, dass bei den Sachsen irgendetwas auf der Strecke geblieben ist.

Zwölf(ter)

Wäre RB nach Abschluss der Hinrunde, hätte sich bewahrheitet, worüber Trainer Ralph Hasenhüttl nachdachte, als er das 1:1 gegen Wolfsburg verteidigte. „Wir hatten schon Spiele, die anders hätten ausgehen können.“ Sprich: ebenso unentschieden. Viermal gewann RB mit nur einem Tor mehr als der Gegner: gegen Köln, Dortmund, Stuttgart und Hannover. Macht acht Punkte weniger – und damit Rang zwölf.

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19

So schön sah das Verhältnis von Toren und Gegentreffern vor einem Jahr noch aus: 34 geschossen, nur 15 kassiert. Zwölf Monate später sind es nur noch 2 (27:25), zu denen man auch noch die Zahl 15 hinzunehmen darf, um zu ermessen, wie RB sich entwickelt hat. 15 ruhende Bälle haben sich die Sachsen wettbewerbsübergreifend gefangen. Zehn nach Freistößen, Ecken und Einwürfen, fünf nach Strafstößen.

22,84

RB stellt wie im Vorjahr die jüngste Startelf der Liga, was so manche andere Zahl in einem Licht erscheinen lässt, in dessem Kegel sich vielleicht auch das Champions-League-Aus relativiert. Die Leipziger waren nämlich auch die jüngste Mannschaft in der Königsklasse.

25

Rotation hieß das Schlagwort von Ralph Hasenhüttl zu Beginn dieser Saison. Letztlich fand der Trainer in 25 Spielen stattliche 25 verschiedene Möglichkeiten, seine Startelf zusammenzubauen. Dass nicht ein einziges Mal die gleiche Formation begann, ist auch Sperren und Verletzungen geschuldet. Symptome der – Achtung – Mehrfachbelastung. Wie oft dieses Wort in der Hinrunde ausgesprochen wurde? Unzählbar!

141

Dezibel wurden bereits im Stadion von Besiktas Istanbul gemessen – so laut wie ein Düsenjet oder ein Gewehrschuss. Nicht umsonst tragen Menschen in diesen Berufsfeldern Ohrenschützer. Beim ersten Champions-League-Auswärtsspiel von Rasenballsport probierte es Timo Werner mit Ohrenstöpseln, musste aber vor der Lautstärke kapitulieren. Selten war die Kulisse in einem Stadion so ohrenbetäubend, selten hat sich eine Mannschaft davon so beeindrucken lassen wie RB in der ersten Hälfte – Synonym für die fehlende internationale Erfahrung der Leipziger.

167

So viele Einsätze hat RB Leipzigs „ewiger Domme” Kaiser bestritten und ist damit nun alleiniger Rekordspieler des Klubs vor Daniel Frahn (163). Doch dahinter lauert Yussuf Poulsen (154) schon auf Kaisers Rekord.

39.318

Zuschauer kamen im Schnitt zu den acht Heimspielen, was den Verein über die jüngsten Zahlen hinwegzutrösten vermag. Gegen Mainz waren es nur 32.817, gegen Hertha BSC 36.109. Aber wie RB es auch dreht, die Tendenz heißt: Das Interesse nimmt ab. Vergangenes Jahr war die Arena durchschnittlich noch mit 41.479 Menschen gefüllt.

(mz)