Spätes Ausgleichstor

RB Leipzig - Mainz 05 2:2: Leipzig verspielt Heimsieg

Leipzig - Es war ein Comeback, das nicht ausging wie gemalt für Dominik Kaiser, den partiehäufigsten Spieler von RB Leipzig, der das letzte Mal in einer Startelf vor Ewigkeiten stand. Exakt vor acht Monaten beim Spiel gegen den VfL Wolfsburg. Es endete ...

Von Martin Henkel und Ullrich Kroemer 09.12.2017, 17:23
Emil Berggren erzielt per Kopf das 2:2 für Mainz 05 bei RB Leipzig.
Emil Berggren erzielt per Kopf das 2:2 für Mainz 05 bei RB Leipzig. dpa-Zentralbild

Es war ein Comeback, das nicht ausging wie gemalt für Dominik Kaiser, den partiehäufigsten Spieler von RB Leipzig, der das letzte Mal in einer Startelf vor Ewigkeiten stand. Exakt vor acht Monaten beim Spiel gegen den VfL Wolfsburg. Es endete 0:1.

Hoffentlich kein Omen für die Rückkehr des 29 Jahre alten früheren Kapitäns, der gegen den FSV Mainz 05 am Samstag in Leipzig zum 165. Mal das Trikot der Sachsen auf ein Fußballfeld führte. Er hatte Glück. Dieses Mal wenigstens verlor RB nicht. Aber es fühlte sich trotzdem wie eine Niederlage an. RB trennte sich durch ein spätes Gegentor vom FSV Mainz 05 2:2 (2:1). Für Leipzig trafen Kevin Kampl (29.) und Timo Werner (Foulelfmeter, 45.+3), für Mainz Robin Quaison (40.) und Emil Berggren (87.).

RB blieb damit auf Tabellenrang zwei, am Abend aber spielten noch die Tabellennachbarn Gladbach und Schalke. Immerhin, nach zuletzt zwei Niederlagen en suite, einem 0:4 in Hoffenheim und einem 1:2 im Europapokal gegen Besiktas Istanbul, bestätigte RB, dass den Auftritten in der Champions League kein Leistungsabfall folgt. Alle sechs Partien hat RB nicht verloren – vier davon gewonnen, zwei remis gespielt.

RB Leipzig gegen Mainz: Das Stadion war erstaunlich leer

Es dürfte Trainer Ralph Hasenhüttl dennoch ein schwacher Trost gewesen sein. Der Österreicher musste gegen Mainz auf ein volles Stadion (32.817 Zuschauer) und eine Handvoll Offensivspieler verzichten, darunter Emil Forsberg (Bauchmuskel) und Marcel Sabitzer (Schultzer), die auf der Tribüne saßen. Und auf die angeschlagenen Naby Keita und Bruma, sie saßen auf der Bank.

Deshalb Kaiser, der Mittelfeldmann spielte für Sabitzer im rechten Mittelfelf, Konrad Laimer für Keita auf der Sechs, Kampl für Forsberg links.

Es holperte zu Beginn. RB machte das Spiel, Mainz rührte Beton an, presste aggressiv und setzte auf Konter. Der erste gelungene Gegenstoß der Gäste hätte beinahe zum ersten Treffer geführt. Quaison war langgegangen, verfolgt von Innenverteidiger Stefan Ilsanker, der den Mainzer Stürmer im Strafraum am Shirt zupfte. Wäre Quaison gefallen, Schiedsrichter Pattrick Ittrich hätte vermutlich auf den Punkt gezeigt (6.).

RB Leipzig: Kampl vollendete schöne Kombination zum 1:0

Er hätte allerdings auch den Videobeweis bemühen können wie vor den zwei Treffern, die auf das 1:0 durch Kampl folgten, der nach einer halben Stunde mit guten Chancen durch Yussi Poulsen (14.) und zwei Mal Timo Werner (20., 27.) zum 1:0 traf. Der Sommerzugang veredelte eine Ballstafette über Laimer, Poulsen und Demme (29.).

Das erste Mal kommunizierte Ittrich mit den Videoschiedsrichtern in Köln in der 39. Minute. Ilsanker hatte Gerritt Holtmann Zentimeter vor der Strafraumgrenze umgetreten. Ittrich vergewisserte sich - und entschied auf Freistoß. RB-Keeper Peter Gulacsi pflückte den Schuss von Daniel Brosinski zwar artistisch aus dem Angel, gegen den Nachschuss von Quaison war der Ungar aber ohne Chance.

RBL gegen Mainz: Gleich zwei Mal Videobeweis

Das zweite Mal folgte auf dem Fuß. Dieses Mal war Demme im Strafraum gefallen. Ittrich schaute nach – und entschied auf Elfmeter. Werner drosch den Ball Mainz’ Keeper Robin Zentner unter den Armen hindurch ins Netz.

Dass RB mit knappen Vorsprüngen seine Mühen hat, ist ein nervenaufreibendes Leid in dieser Saison. Es war auch gegen Mainz nicht anders. RB begann die zweite Hälfte mit zwei Wechseln, Marvin Compper für Ilsanker und Bruma für Laimer. Und die Sachsen begannen sie mit Verve: Bernardo, Bruma und Poulsen hatten gute Chancen, auf 3:1 zu erhöhen. Doch Mainz blieb gefährlich. Holtmann prüfte Gulacsis Reflexe in der 56. Minute, der Ball war auf dem Weg in den Winkel. Vier Minuten darauf tauchte Giulio Donato im Strafraum auf. Der Italiener ist von Haus aus Außenverteidiger, er schoss Gulacsi in die Arme.

RBL: Stehende Ovationen für Dominik Kaiser

In der 76. Minute konterte Mainz wieder gefährlich. Dieses Mal endete die Chance durch Quaison in den Beinen der RB-Verteidigung (76.). Zu diesem Zeitpunkt war der Kader der Gäste bereits trainerlos, Coach Sandro Schwarz wurde von Ittrich ganz ohne Videobeweis wegen Meckerns auf die Tribüne geschickt. Der 39-Jährige nahm weit oben Platz und sah von dort den Ausgang eines winterkalten Spiels, dass sich in den letzten 20 Minuten nur noch um den Mittelkreis zu drehen schien.

Und um Kaiser, den Hasenhüttl in der 84. Minute gegen Außenverteidiger Marcel Halstenberg tauschte. Kaiser ging mit Standing Ovations – und das Spiel zehn Minuten darauf mit dem sechsten Heimsieg für RB Leipzig zu Ende? Dachten alle, bis Mainz in der 87. Minute noch eine Ecke zugesprochen bekam. Der eingewechselte Berggren nickte sie zum Entsetzen der Leipziger ins Netz.

Spielstatistik: RB Leipzig – 1. FSV Mainz 05 2:2 (2:1)

RB Leipzig: Gulacsi – Klostermann, Ilsanker (46. Compper), Orban (C), Bernardo – Laimer (46. Bruma), Demme – Kampl, Kaiser (83. Halstenberg) – Poulsen, Werner.

1. FSV Mainz 05: Zentner – Donati, Balogun, Diallo, Brosinski (C) – Gbamin – Latza, Frei (79. Samperio) – Serdar, Holtmann – Quaison (79. Maxim).

Tor(e): 1:0 Kampl (29., Demme), 1:1 Quaison (40., Brosinski), 2:1 Werner (45.+3, Foulelfmeter für Demme), 2:2 Berggreen (87., Brosinski); Torchancen: 8:7; Ecken: 6:4; Schiedsrichter: Ittrich (Hamburg); Gelbe Karten: Laimer (1), Ilsanker (1)  / Diallo (4), Berggreen (1), Serdar (2); Zuschauer: 32.817 in der Red-Bull-Arena Leipzig. (mz)