Würdig, Sorge, Blume

Sido, Bushido, Kollegah: So heißen Deutschlands bekannteste Rapper wirklich

Halle (Saale) - Sido, Bushido und Kollegah sind bekannte deutsche Rapper, die manchmal mehrmals pro Woche für Schlagzeilen sorgen. Doch wie heißen sie wirklich?

Von Fabian Lamster 07.04.2017, 16:57

Sie füllen Konzertsäle mit tausenden Zuschauern, greifen sich manchmal verbal gegenseitig oder ihre eigenen Fans an und beweisen in ihren Songs das mal mehr und mal weniger besondere Gespür für die deutsche Sprache.

Doch Deutschlands wahrscheinlich bekannteste Rapper haben zusätzlich noch eine Sache gemein: Sie stehen mit einem Künstlernamen auf der Bühne. Ihre bürgerlichen Namen sind dabei wohl nur echten Fans bekannt.

Kollegah alias Felix Blume

Der im hessischen Friedberg geborene Kollegah heißt eigentlich Felix Antoine Blume. Der 32-Jährige war zuletzt in den Schlagzeilen, weil er mit seiner Anhängerschaft einen Fan bei einem Auftritt in Leipzig geschlagen und getreten hat.

Der Grund: Er hatte seine Sonnenbrille berührt. Den studierten Jurist erwartet nun eine Anzeige, mit der ein Internetnutzer gegen ihn vorgeht. Auch die Polizei in Leipzig sucht weiterhin den betroffenen Fan, um den Vorfall aufzuklären.

Bushido aka Anis Ferchichi

Der vielleicht bekannteste Rapper Deutschlands ist Anis Ferchichi alias Bushido. In Bonn geboren, lebt Bushido in Berlin-Lichterfelde und betreibt dort auch einen Aquaristikladen, in dem er exotische Fische und Korallen verkauft.

Dieser war im Mai 2016 auch im Visier der Steuerfahndung, die dem Rapper der Steuerhinterziehung verdächtigen. Im Februar 2017 wurde Ferchichi dann wegen versuchten Betrugs zu einer Bewährungsstrafe von elf Monaten verurteilt.

Er hatte 2014 einen Einbruch in seinem Aquaristikladen vorgetäuscht. Bei diesem meldete Bushido Fische, Korallen und Aquaristik-Ausstattung im Wert von 175.000 Euro sowie einen Tresor seiner Versicherung als gestohlen.

Im Februar 2017 überraschte der 38-Jährige seine Fans auf Twitter mit einem Post, in dem er die deutsche Post kritisierte, obwohl er es als Rapper gewohnt ist, nicht nur austeilen, sondern auch einstecken zu müssen. Im Mai lässt Anis Ferchichi auch wieder musikalisch von sich hören: Dann erscheint sein neues Album „Black Friday“.

Sido alias Paul Würdig

In den Anfangsjahren noch stets bei Auftritten mit silberner Totenkopfmaske unterwegs, zeigt Sido aka Paul Würdig seinen Fans bereits seit vielen Jahren sein Gesicht. Der gebürtige Ost-Berliner ist zudem mit der Fernsehmoderatorin Charlotte Engelhardt verheiratet, mit der er zwei Kinder hat.

Im November 2016 hat Sido mit "Das goldene Album" seine mittlerweile siebte Platte veröffentlicht, auf dessen Cover er wieder sein einstiges Markenzeichen präsentiert, die Totenkopfmaske, in Gold gehalten. Diese trägt er auch in aktuelleren Musikvideos wie "Masafaka" wieder.

Samy Deluxe aka Samuel Sorge

Eher selten in der Tagesberichterstattung vertreten und trotzdem vielen ein Name ist Samuel Sorge aus Hamburg, besser bekannt als Rapper Samy Deluxe. In 2016 sah man ihn unter anderem als Teil der Fernsehshow "Sing meinen Song - Das Tauschkonzert" auf Vox, in dem ihn beispielsweise Nena mit einem Cover seines Songs "Fantasie" beeindruckt hat.

Ansonsten hat Samy Deluxe im vergangenen Jahr sein neuntes Album "Berühmte Letzte Worte" veröffentlicht und zählt weiterhin zu den erfolgreichsten deutschen Hiphop-Künstlern überhaupt.

Prinz Pi / Prinz Porno alias Friedrich Kautz

Prinz Pi, auch unter dem Pseudonym Prinz Porno unterwegs, hat eigentlich den Namen Friedrich Kautz auf seinem Ausweis stehen und kommt aus Berlin-Charlottenburg.

2016 ging er parallel zum neuen Album "Im Westen nix Neues" auf Tour durch die Bundesrepublik und rappt weiterhin über seine eigene Biografie, sozialkritische Themen und gesellschaftliche Probleme.

Ähnlich wie Samy Deluxe zählt er eher zu denjenigen deutschen Rappern, die bisher ohne öffentliche Skandale ausgekommen sind. Größere Aufmerksamkeit erhielt Kautz hingegen in 2016 durch den Song "1,40m", den er gemeinsam mit Singer-Songwriter Philipp Dittberner produziert hat.

Marteria / Marsimoto aka Marten Laciny

In einer Liste der wohl bekanntesten Rapper Deutschlands darf Marteria / Marsimoto aka Marten Laciny nicht fehlen. Mit Songs wie "OMG!", "Lila Wolken" oder "Kids (2 Finger an den Kopf)" erreichte der gebürtige Rostocker die Ohren der Menschen, egal ob im Radio, Fernsehen, in Clubs oder auf Festivals.

Seine Fußballkünste brachten Marten Laciny in die Jugend des Fußballvereins Hansa Rostock und später sogar in den U17-Kader der deutschen Fußball-Nationalmannschaft.

Die Sportlerkarriere gab er jedoch auf, um sich seinen weiteren Passionen zu widmen: dem Modeln und dem Rappen. Marteria lebt in Berlin-Kreuzberg und ist mit der Schauspielerin Jadu Freydank verlobt.

Casper alias Benjamin Griffey

Rapper Casper heißt eigentlich Benjamin Griffey und wurde 1982 im nordrhein-westfälischen Exertal geboren. Als Rapper ist vor allem seine auffällig raue Stimme sein Markenzeichen, da er seine Stimmbänder als Sänger in Punk- und Hardcore-Bands dauerhaft geschädigt haben soll.

Casper, der durch Lieder wie "Im Ascheregen" oder "Lang Lebe der Tod" bekannt ist, lebt in Berlin und hat Ende Dezember 2016 seine Freundin Lisa Volz, ehemalige Teilnehmerin bei Germany's Next Topmodel, in Las Vegas geheiratet.

Seine für das Frühjahr 2017 geplante "Lang Lebe der Tod"-Tour hat er in den Herbst verschoben. Bis dahin soll auch die gleichnamige Platte fertiggestellt sein - der Hauptgrund für das Verschieben der Tour.

Kool Savas aka Savas Yurderi

Wenn Casper in der Deutschrap-Szene als „Emo“-Rapper bezeichnet wird, ist Kool Savas alias Savas Yurderi wohl das genaue Gegenteil. Die Texte des in Aachen geborenen Rappers, der sich vor allem im Battle-Rap zuhause fühlt, wurden bereits häufig als pornografisch, frauenverachtend und homophob bezeichnet.

Für das Lied "Wo sind sie jetzt" vom Album "Gespaltene Persönlichkeit" aus 2012, das er gemeinsam mit Xavier Naidoo aufgenommen hatte, wurde er ebenso wie Naidoo angezeigt.

Die Staatsanwaltschaft Mannheim sah allerdings in den Zeilen keine Aufforderung zum Mord gegeben, sodass das Verfahren eingestellt wurde.

Der selbsternannte „King of Rap“ hat im vergangenen Jahr sein eigenes Rapfestival gestartet und zusammen mit Samy Deluxe dem Discounter "Lidl" durch einige Zeilen in ihrem Song "Wahre Liebe" Aufmerksamkeit geschenkt.

Seit Januar 2017 ist Kool Savas per Essahdamus-Tour in ganz Deutschland unterwegs und präsentiert die Songs des gleichnamigen Mixtapes, das im Oktober 2016 erschienen ist.

Jan Delay alias Jan Philipp Eißfeldt

Jan Delay aka Jan Philipp Eißfeldt hat wie Samuel Sorge (Samy Deluxe) seine Wurzeln in Hamburg. Der 41-Jährige ist gerade wieder auf Tour mit den Beginnern, bestehend aus DJ Mad und Rapkollege Denyo (bürgerlich: Dennis Lisk), mit denen er sich schon 1998 mit dem Album „Bambule“ in den Vordergrund rappte, bevor sie pausierten.

Die Zeit nutzte Jan Delay, um diverse Soloprojekte an den Start zu bringen: So arbeitete er musikalisch in den Bereichen Funk, Reggae, Soul oder 2014 auch im Bereich Rock, was er auf dem Album "Hammer & Michel" festgehalten hat.

Nach einem Auftritt in einem Gefängnis in Hamburg in 2015 mussten in der Folge 600 Schlüssel ausgetauscht werden. Außerdem war Jan Philipp Eißfeldt in den vergangenen Jahren als Synchronsprecher aktiv und gab beispielsweise Biene Majas Freund Willi im gleichnamigen Animations-Kinofilm eine Stimme.

Dendemann aka Daniel Ebel

Dendemann heißt eigentlich Daniel Ebel, ist aber nicht mit dem Formel-1-Reporter Kai Ebel verwandt und lebt in der Hansestadt zu Hamburg.

Von Januar 2015 bis Dezember 2016 sorgte „Dende“ zusammen mit seiner Band „Die Freie Radikale“ im TV-Format Neo Magazin Royale von Jan Böhmermann für die muskalische Untermalung. Sein Abschied aus der Sendung wurde vor allem damit begründet, dass er sich neuen Projekten, insbesondere einem neuen Album, widmen möchte.

Die Anhänger von Daniel Ebel dürfen gespannt sein, was er ihnen als Dendemann in 2017 noch serviert. Und sich bis dahin an einer seiner ersten drei Soloplatten oder den diversen Rapbeiträgen in der Show von Jan Böhmermann erfreuen.

(mz)