Ökostation Neugattersleben

Ökostation Neugattersleben : Natur riechen, schmecken und anfassen

Neugattersleben - Luca ist schon immer mal wieder in der Natur unterwegs. Aber so einen Lurch ganz aus der Nähe hat auch der Achtjährige noch nicht gesehen. Und weil ihm das Tierchen gar zu gut gefiel, hätte er es am liebsten mit nach Hause genommen. Doch ein Lurch stehe unter Naturschutz und sei daher als Haustier nicht geeignet, erfuhr der Drittklässler aus der Löderburger Grundschule von Fanny Möller     im Rahmen des Projekts „Natur zum Anfassen“ vom Gasversorger Mitgas, das am Dienstag in der Ökostation Neugattersleben der Stiftung Evangelische Jugendhilfe ...

Von Susanne Schlaikier

Luca ist schon immer mal wieder in der Natur unterwegs. Aber so einen Lurch ganz aus der Nähe hat auch der Achtjährige noch nicht gesehen. Und weil ihm das Tierchen gar zu gut gefiel, hätte er es am liebsten mit nach Hause genommen. Doch ein Lurch stehe unter Naturschutz und sei daher als Haustier nicht geeignet, erfuhr der Drittklässler aus der Löderburger Grundschule von Fanny Möller     im Rahmen des Projekts „Natur zum Anfassen“ vom Gasversorger Mitgas, das am Dienstag in der Ökostation Neugattersleben der Stiftung Evangelische Jugendhilfe startete.

„Wir wollen Schulklassen in die Natur bringen“

In diesem Jahr widmet sich das Projekt, das erstmals vor zehn Jahren stattfand und besonders für die Klassen zwei bis sechs geeignet ist, dem Thema Wald. In der Ökostation waren dazu mehrere Stationen aufgebaut und in den nächsten Tagen soll es für die nächsten Schulklassen auch einen Ausflug in den nahen Auenwald geben. „Wir wollen Schulklassen in die Natur bringen“, erläutert Cornelia Sommerfeld, Pressesprecherin bei Mitgas.

Das betreffe vor allem Kinder, die keinen direkten Zugang zur Natur haben, etwa in Plattenbaugebieten. Aber auch jede andere interessierte Schule kann sich anmelden und so Wissenswertes zu Natur und Umwelt direkt vor Ort erfahren.

Jährlich werden über 3.000 Kinder mit diesem Projekt erreicht

Was vor zehn Jahren relativ klein begonnen habe, hat sich zu einem richtigen Umweltbildungsprojekt entwickelt, über das jährlich mehr als 3.000 Kinder in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg erreicht werden. Als Partner sind mittlerweile 14 Naturschutzstationen mit im Boot, seit neuestem auch die Ökostation in Neugattersleben.

Dinge aus der Natur riechen, schmecken, anfassen - oder einen Lurch und andere kleine Tiere, die im Totholz zu finden sind, unter einer Lupe betrachten, gehört hier dazu.

„Ein Wanderfalke wird so schnell wie ein Formel-1-Auto“

Dabei zeigen weder Luca noch die anderen Kinder aus der Löderburger Grundschule irgendeine Scheu vor den Tierchen. Weder vor dem Lurch noch vor der Spinne noch dem Tausendfüßler. An einer anderen Station können sie indes testen, wie schnell sie sind - und sich mit den Tieren vergleichen.

Samantha zum Beispiel läuft so schnell wie ein Dachs, also etwa 30 Kilometer pro Stunde. Celine ist noch ein bisschen schneller. Aber am schnellsten von diesem Trio ist Luca, der fast so schnell ist wie ein Fuchs - und damit beinahe Tempo 50 drauf hat. Es gibt aber Tiere, die noch wesentlich mehr Speed drauf haben. „Ein Wanderfalke wird so schnell wie ein Formel-1-Auto“, erzählte der ausgebildete Biologie-Lehrer Karsten Richter, der die Station betreute.

Bei Bettina Gollnik indes mussten die Mädchen und Jungen Blätter und Früchte den entsprechenden Bäumen zuordnen - und Jahresringe erkennen. „Ein dicker Baum muss nicht älter sein“, erfuhren sie von der Mitarbeiterin der Ökostation und konnten sich selber davon überzeugen, in dem sie die Jahresringe zweier Bäume zählten. Dabei stellte sich heraus, dass die viel dünnere Robinie wesentlich älter war als der Nadelbaum.

Nicht nur die Kinder waren von diesem Tag in der Natur begeistert. Auch Bettina Gollnick war angetan davon, wie viel die Kinder schon wussten. Denn das sei bei weitem nicht bei jeder Schulklasse so. (mz)