Nach Mehrheit für Schweinemast

Nach Mehrheit für Schweinemast in Cochstedt: Bürgermeister sieht eindeutiges Votum für Stadtrat

Cochstedt - Die große Mehrheit der Cochstedter hat mit der Modernisierung der Schweineställe am südlichen Ortsrand keine Probleme. Nach dem Ergebnis der ersten Bürgerbefragung stimmten 417 Bürger mit „Ja“, lediglich 207 lehnen das Vorhaben ab. Bis Sonntag hatten die Cochstedter Zeit, sich zu ...

06.10.2017, 09:13

Die große Mehrheit der Cochstedter hat mit der Modernisierung der Schweineställe am südlichen Ortsrand keine Probleme. Nach dem Ergebnis der ersten Bürgerbefragung stimmten 417 Bürger mit „Ja“, lediglich 207 lehnen das Vorhaben ab. Bis Sonntag hatten die Cochstedter Zeit, sich zu positionieren.

Kontroverse Debatte seit Monaten

Das Ergebnis wurde mit Spannung erwartet. Grund: Seit Monaten sorgen die Pläne von Landwirt Philipp Staggenborg aus Hedersleben für kontroverse Diskussionen - auch über die Ortsgrenzen hinaus. Er will die Anlage umbauen und statt 4.000 Ferkel dort 4.000 Schweine mästen.

Hecklingens Bürgermeister Uwe Epperlein sagte, das Ergebnis sei ein eindeutiges Votum für den Stadtrat. Der Rathauschef hatte am Donnerstagnachmittag gemeinsam mit Cochstedts Ortsbürgermeister Wolfgang Weißbart (parteilos) sowie WGH-Fraktionschefin Ethel-Maria Muschalle-Höllbach die Stimmen ausgezählt.

Während sich Muschalle-Höllbach gegenüber der MZ nicht äußern wollte, sagte Weißbart: „Ich habe mit einem solchen Ergebnis gerechnet.“ Der Ortsbürgermeister hatte sich von Beginn an für die Modernisierung ausgesprochen.

Er zollte zwar den Nein-Sagern Respekt, sagte aber zugleich, dass Investitionen in die Landwirtschaft endlich wieder notwendig seien. Hintergrund: In den vergangenen Jahren waren mehrere Projekte zum Teil am Widerstand der Bürger gescheitert. Glücklich ist Weißbart unterdessen auch deswegen, weil er das Votum der Bürger zwischenzeitlich mit seiner eigenen politischen Zukunft verknüpft hatte.

Initiator Roger Stöcker ist zufrieden

Stadtrat Roger Stöcker (SPD), der die Befragung initiiert hatte, sagte: „Ich freue mich über das Interesse. Jetzt müssen wir uns aus Achtung  dem Bürgerwillen beugen.“ Ob die Schweineanlage tatsächlich gebaut werden kann, ist offen. Die Umfrage ist für die Stadträte nicht bindend. Sie können sich auch dagegen entscheiden. Das tun zu wollen, hatten mehrere bereits in einer der letzten Sitzungen angekündigt. (mz)