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wirtschaft Die Lage für kleine und mittlere Unternehmen in Mitteldeutschland

03.07.2024, 10:20
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Foto: pixabay/5222697

Für viele KMU sind die letzten Jahre eine echte Belastungsprobe gewesen. Europa scheint sich in einer Art Dauerkrisenmodus zu befinden, der besonders Unternehmen aus dem Mittelstand trifft. Ein Blick auf die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für kleine und mittlere Unternehmen sowie die aktuellen Herausforderungen für diese Betriebe.

Energiekrise, Inflation und Lieferkettenprobleme – ungemütliche Zeiten für Unternehmen

Dass die Bedingungen für kleine und mittlere Unternehmen aktuell nicht die besten sind, zeigen die steigenden Insolvenzen im Land. Seit Ende 2020 nimmt die Zahl der Geschäftsinsolvenzen zu, nachdem diese seit rund 20 Jahren stetig zurückgegangen sind. Die Gründe hierfür sind vielfältig. Zunächst haben die Einschränkungen im Jahr 2020 die Umsätze einbrechen lassen. Besonders hart getroffen hat dies kleine und mittlere Unternehmen, die von Laufkundschaft abhängig sind.

Dies ging direkt in die Energiekrise sowie Probleme in den Lieferketten über. Die explodierenden Energiekosten haben in Unternehmen für enorme Mehrkosten gesorgt. Das Land Berlin unterstützt kleine und mittlere Unternehmen bei den Energiekosten und versucht so, die überdurchschnittlich hohe Belastung dieser Betriebe aufzufangen.

Weitere Probleme für KMU sind die Inflation und eine unsichere wirtschaftliche Lage. Diese beiden Punkte sorgen für Konsumvorsicht und eine schwindende Kaufkraft bei der Bevölkerung. Fehlende Aufträge und eine schwache Konjunktur verunsichern die Unternehmen weiter.

Herausforderung Digitalisierung – der Mittelstand hat oft Nachholbedarf

Die Digitalisierung ist seit Jahren ein Thema. Für kleine und mittlere Unternehmen ist diese Aufgabe eine echte Herausforderung, denn es fehlen Geld für die Investitionen und Fachkräfte für die Umsetzung. Ein Lichtblick ist das Wachstum an Cloud-Dienstleistungen, das KMU Zugang zu modernen Softwarelösungen ohne hohe Anfangsinvestitionen verschafft. So spricht auch der KfW-Digitalisierungsbericht aus dem Jahre 2023 von einem anhaltenden Schub, der 2020 begann.

KMU-Report: KMUs aus Deutschland festigen Beziehungen mit europäischen Unternehmen

Die Digitalisierung hat ebenso dafür gesorgt, dass auch die Zusammenarbeit von KMUs aus Deutschland mit europäischen Unternehmen deutlich angestiegen ist. Dienstreisen und Remote Work gehören für viele KMUs mittlerweile zur Tagesordnung. Der aktuelle KMU-Reisereport von HRworks zeigt, dass die Zahl der Reisen ins europäische Ausland weiter wächst. Dabei stehen viele Unternehmen nicht nur vor einer logistischen Herausforderung, sondern müssen auch neue Anforderungen wie den Klimaschutz berücksichtigen. Laut dem KMU-Reisereport nutzen die meisten Arbeitnehmer für eine Dienstreise weiterhin das eigene Auto. Eine Europamüdigkeit gibt es demnach nicht, da die Zahl der Auslandsreisen in den vergangenen Jahren weiter angestiegen ist. Die Verknüpfung von neuen Geschäftsbeziehungen während einer Dienstreise ist für KMUs heutzutage alternativlos, um sich auf dem Markt zu etablieren. Als große Erleichterung im Personalwesen und zur Verwaltung der Reisekosten bedienen sich immer mehr KMUs deshalb modernster Software. Denn auch die Digitalisierung der Personalverwaltung gehört zu einem der großen Aufgaben des Mittelstands in Deutschland.

Wie sind die Zukunftsaussichten für KMU?

Geht es um die mittelfristigen Zukunftsaussichten, ist der Mittelstand besorgt. Es sind verschiedene Faktoren, mit denen die Unternehmen unzufrieden sind. Einige davon stammen aus dem politischen Bereich und viele Unternehmen sind mit der Politik der Ampelregierung unzufrieden.

Da ist beispielsweise die versprochene Entlastung bei der Bürokratie, die auf sich warten lässt. Ganz im Gegenteil müssen viele Branchen wie die Landwirtschaft neue bürokratische Hürden über sich ergehen lassen. Ein weiterer Punkt betrifft die Energiekosten. Die Netzagentur rechnet mit anhaltend hohen Strompreisen und auch die Netzentgelte steigen aufgrund der Energiewende. Vor allem ist es die Unsicherheit, welche Kosten für Energie mittelfristig abgerufen werden, die Unternehmer verunsichert.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Zukunftsaussichten mittelfristig gesehen kompliziert bleiben. Krisen vorherzusagen ist faktisch unmöglich, was eine Lehre der letzten Jahre ist. Sinnvoll sind Investitionen in die eigene Energieautarkie sowie in die Digitalisierung, um möglichst autark zu sein.