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ProzessProzess: Todesfahrer muss sich verantworten

Von Iris Stein 11.04.2002, 15:26

Halle/MZ. - André M., aus der Untersuchungshaft vorgeführt,wirkte still und in sich gekehrt. Zu Beginndes Prozesses gab der vor wenigen Tagen 20Jahre alt gewordene junge Mann an, aussagenzu wollen.

Zunächst standen frühere Delikte zur Debatte:Bereits am 2. Februar, am 14. Februar undam 8. Juni 2001 war der Beschuldigte, dernie eine Fahrschule absolviert hat, ohne Führerscheinvon der Polizei gefasst worden. Beim letztenVorfall dieser Art hatte er sich eine Verfolgungsfahrtmit einer Zivilstreife der Polizei geliefert,die zwar ohne Personenschaden, dafür abermit einem Totalschaden seines Fahrzeugs endete.

Wegen dieser und anderer Verkehrsdelikte wurdeAndré M. mit Haftbefehl gesucht, als er am7. November einer Polizeistreife auffiel.Die Aufforderung zum Anhalten missachteteer und versuchte, sich durch Flucht einerKontrolle zu entziehen. "Ich habe gedacht,wenn sie mich anhalten, muss ich ins Gefängnis",äußerte er vor Gericht als Erklärung.

Bei dichtem Berufsverkehr raste er mit vermutlichgut 100 Kilometern pro Stunde durch die Innenstadt,passierte unter Missachtung der Vorfahrt eineKreuzung und näherte sich schließlich derKreuzung Merseburger/Burgwerbener Straße.Auch dort zeigte die Ampel Rot, dennoch glaubtAndré M. eine Lücke zu erkennen. Beim Überfahrender Kreuzung rammte er einen Renault Twingo,dessen Fahrerin aus dem Fahrzeug geschleudertwurde und noch am Unfallort starb. Ihr Autoprallte wiederum in das voll besetzte Fahrzeugvon Klaus-Dieter S., das dadurch einen Totalschadendavon trug. Die vier Insassen kamen mit leichtenVerletzungen davon. Nach einer Kollision miteinem weiteren Auto, bei der niemand zu Schadenkam, endete die Raserei. André M., selbstlediglich leicht verletzt, wurde in Gewahrsamgenommen.

Der Prozess wird in der nächsten Woche fortgesetzt.