Biberschutz

Biber im Kreis Wittenberg: Aha, Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) gegen Forderungen vom Verband Fläming-Elbaue

Wittenberg - Arbeitskreis teilt Auffassung des Unterhaltungsverbandes „Fläming-Elbaue“ nicht.

Der Biber wird nicht überall gern gesehen. So manches Mal wird er zum Problembiber.

Keine Abstriche beim Biberschutz! Das hebt der Verein Aha, der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) hervor. Er reagiert damit auf Forderungen des Unterhaltungsverbandes „Fläming-Elbaue“, zum einen gesetzlich zu verankern, wer den finanziellen Aufwand für die Biberbetreuung und Schadensregulierung trägt, und zum anderen die Möglichkeit einzuräumen, Biber dort zu „entnehmen“, wo sie für Ärger sorgen und die Kosten zum Nutzen in keinem Verhältnis mehr stehen.

Der Schutzstatus des Bibers sei aufgrund der größer gewordenen Population zu ändern, befindet der Unterhaltungsverband, dem neun Städte angehören. Neben Wittenberg sind das Kemberg, Bad Schmiedeberg, Zahna-Elster, Oranienbaum-Wörlitz, Coswig/Anhalt, Gräfenhainichen, Jessen/Elster und Annaburg.

Die Lebensweise des Bibers, wozu der markante Damm für Burgen gehört, habe eine sehr wichtige ökologische und hydrologische Bedeutung in den Fluss- und Bachlandschaften mit ihren Auen, betont der Aha-Vorsitzende Andreas Liste.

„Mit dem Anstauen von Wasser entstehen neue Landschafts- und Naturräume, verbunden mit sehr günstigen Nahrungs- und Lebensbedingungen für Säugetiere, Wasservögel, Amphibien, Fischen und Insekten sowie wassergebundenen Pflanzen. Darüber hinaus trägt der Biber durch seine Fällungen von Bäumen zur Verjüngung von Auenwäldern sowie den Transport und Verbau von Weidenästen und –zweigen zur Vermehrung der Weide bei“, erklärt er.

Zudem würden derartige Anstauungen für ein geregeltes Grund- und Schichtwassersystem sorgen, wovon auch angrenzende Flächen profitieren. Damit zählten aus Sicht des Vereins Land- und Forstwirtschaft durchaus auch zu den Profiteuren des Bibers.

Dass Konflikte entstehen, das führt der Aha-Verein auf die zunehmende Zerschneidung und Versiegelung der Landschaft - unter anderem durch Verkehrs- und Versorgungsstraßen - sowie die Zerstörung von Feuchtgebieten, Gewässerausbau und intensive Gewässerunterhaltung zurück.

„Nicht der Biber ist das Problem, sondern das mehr oder minder weit vorgerückte Eindringen des Menschen in die Fluss-, Bach- und Auenlandschaften, um sie zu nutzen, zu ,regulieren’ und nicht selten umfassend zu verbauen“, betont der Verein in einer Presse-Erklärung.

Der Vereinsvorsitzende Andreas Liste fordert daher die Mitglieder der Landtages und der Landesregierung Sachsen-Anhalts wie auch die von Brandenburg und Sachsen auf, den Schutz des Bibers weiterhin zu sichern und unverzüglich mit der flächendeckenden Rückgabe von Auen u. a. Lebensräume für den Biber zu beginnen und Überflutungsräume für Flüsse und Bäche zu schaffen. Ferner gelte es unter anderem, so der Verein weiter, „die ungezügelte Zunahme von Bundesautobahnen und Straßen zu stoppen“. (mz)