Totes Baby in Weißenfels

Totes Baby in Weißenfels: Verweigerungsquote bei zweitem Gentest relativ hoch

Weißenfels - Eineinhalb Jahre ist es her, dass in Weißenfels ein getötetes Neugeborenes entdeckt wurde. Ein zweiter Gentest soll Hinweise auf die Mutter bringen. Mit Erfolg?

10.10.2018, 08:54

Rund eineinhalb Jahre nach dem gewaltsamen Tod eines Babys in Weißenfels sucht die Polizei weiter nach dem entscheidenden Hinweis auf die Mutter. Seit Mai dieses Jahres läuft ein zweiter Gentest, dem sich mehr als 2000 Frauen unterziehen müssen. „Wir haben noch keinen Treffer“, sagte Jürgen Neufang von der Staatsanwaltschaft in Naumburg auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Der Test und die Auswertung aller Proben würden voraussichtlich noch mindestens bis Ende des Jahres dauern.

Totes Baby in Weißenfels: Zweiter Gentest nun deutlkich größer angelegt

Die Babyleiche war Ende April 2017 in Weißenfels entdeckt worden. Der kleine Körper wies Spuren massiver Gewalteinwirkung auf. Von der Mutter fehlt bislang jede Spur. Bisher gehen die Ermittler davon aus, dass diese aus Weißenfels stammt, weil der Platz, an dem das Baby gefunden wurde, auf Ortskenntnis schließen lässt. Im Juni 2017 hatte sich die Stadt Weißenfels um die Beerdigung des Säuglings gekümmert.
Ein erster Reihengentest bei rund 200 Frauen hatte keine Hinweise auf die Mutter gebracht. Die zweite Untersuchung ist nun deutlich großflächiger angelegt. Statt im Umkreis von 250 Metern um den Fundort der Leiche wurden jetzt in einem Umkreis von 2,5 Kilometer alle Frauen zum Gentest geladen.

Verweigerungsquote beim zweiten Gentest relativ hoch

Die Verweigerungsquote sei diesmal relativ hoch, sagte Neufang. Das bedeute jedoch nicht, dass all diese Frauen automatisch verdächtig seien. Hier beginne für die Polizei die eigentliche Arbeit, sagte der Staatsanwalt. Umfangreiche Ermittlungen müssten in die Wege geleitet werden, um herauszufinden, warum sich jemand weigert - und ob sich daraus Verdachtsmomente ergeben. „Das ist ein sehr dynamischer Prozess.“

Auch beim ersten Gentest waren nicht alle eingeladenen Frauen erschienen. Eine nachträgliche Überprüfung ergab aber auch hier keinen Treffer. Auch Hinweise auf eine Tatverdächtige nach einem Beitrag in der MDR-Sendung „Die Spur der Täter“ hätten sich nicht bestätigt. (dpa)