Nachwuchs bei der Feuerwehr

Nachwuchs bei der Feuerwehr: Suche nach Mitgliedern gescheitert

Aseleben - „Stell dir vor: Es brennt - und niemand hilft.“ Mit diesen oder ähnlichen Sprüchen werben Feuerwehren immer wieder für Nachwuchs. Nun hat auch die Feuerwehr Aseleben einen Versuch gestartet, eine Jugendfeuerwehr zu gründen - erfolglos, wie Ortswehrleiter Maik Schindler nun sagt. „Es hat sich einfach niemand gefunden, kein Jugendlicher hat Interesse gezeigt“, sagt er resigniert über die Plakataktion, die vor etwa drei Monaten gestartet ...

Von Sophie Elstner 29.05.2019, 05:00

„Stell dir vor: Es brennt - und niemand hilft.“ Mit diesen oder ähnlichen Sprüchen werben Feuerwehren immer wieder für Nachwuchs. Nun hat auch die Feuerwehr Aseleben einen Versuch gestartet, eine Jugendfeuerwehr zu gründen - erfolglos, wie Ortswehrleiter Maik Schindler nun sagt. „Es hat sich einfach niemand gefunden, kein Jugendlicher hat Interesse gezeigt“, sagt er resigniert über die Plakataktion, die vor etwa drei Monaten gestartet wurde.

Nachwuchszahlen bei den Freiwilligen Feuerwehren sind stabil

Dabei sprechen aktuelle Zahlen eine andere Sprache. Wie Kreisbrandmeister Steffen Hohmann erklärt, gibt es im Moment 75 Jugendfeuerwehren im ganzen Landkreis - die Zahl ist seit Jahren stabil. In den vergangenen Jahren verzeichnete man in den Wehren auch stetig steigende Mitgliederzahlen in den Jugendabteilungen.

Erst im Vergleich von 2017 zu 2018 verließen acht Mitglieder mehr die Wehren als hinzukamen. Nach aktuellem Stand sind im Landkreis 708 Jugendliche in den Wehren aktiv. „Jedes Minus in der Bilanz ist natürlich schade“, sagt Hohmann, schätzt den Schwund aber als nicht dramatisch ein und hofft auf eine Ausnahme in der Statistik.

Nur wenige Quereinsteiger

Dabei ist die Jugendfeuerwehr die wichtigste „Quelle“, um rechtzeitig junge Menschen für den aktiven Einsatzdienst zu gewinnen, erklärt Alexander Laßbeck, Gemeindewehrleiter im Seegebiet. „Die wenigsten Aktiven sind Quereinsteiger“, sagt er. „Das Gros an Personal wächst tatsächlich von Kindesbeinen an mit der Feuerwehr auf.“ Er selbst sei mit zehn Jahren zur Feuerwehr gekommen und nun 25 Jahre dabei.

Trotzdem dürfe man sich nicht darauf ausruhen, dass alle Mitglieder aus der Jugendfeuerwehr auch in die aktive Abteilung wechseln. Viele Jugendliche verlassen ihre Heimat nach dem Schulabschluss.

In der Aseleber Feuerwehr hofft man trotz alledem noch darauf, dass sich Jugendliche finden werden, die Interesse am Brandschutz haben. „Man wächst mit seinen Niederlagen“, sagt Wehrleiter Maik Schindler. In Aseleben gab es einst eine Jugendfeuerwehr, die sich Knall auf Fall aufgelöst hat, wie Schindler sagt. Gründe dafür nannte er nicht. „Wir hoffen, dass vielleicht doch jemand vorbeikommt.“ Die Feuerwehrleute treffen sich alle zwei Wochen freitags ab 18 Uhr im Gerätehaus Aseleben.

(mz)