CDU holt alle vier Direktmandate

„Wie ein Lottogewinn“ - Der Wahltag in Halle im Ticker

Wir berichteten am Sonntag hier aktuell von den Landtagswahlen Sachsen-Anhalt in Halle (Saale).

Gute Laune bei der CDU: Christian Albrecht (links), Thomas Keindorf (Mitte) und Kerstin Godenrath ziehen in den Landtag ein.
Gute Laune bei der CDU: Christian Albrecht (links), Thomas Keindorf (Mitte) und Kerstin Godenrath ziehen in den Landtag ein. (Foto: Silvio Kison)

Halle (Saale) - Wir berichten am Sonntag hier aktuell von den Landtagswahlen Sachsen-Anhalt in Halle (Saale):

01.43 Uhr: Marco Tullner (CDU) gewinnt Wahlkreis 36

Bildungsminister Marco Tullner hat für die CDU den Wahlkreis 36 in Halle gewonnen. Er gewann vor Katja Pähle (SPD) und Marco Gernhardt (Linke).

Marco Tullner - CDU
Marco Tullner - CDU
(Foto: dpa)

23.36 Uhr: Thomas Keindorf holt dür CDU Direktmandat im Wahlkreis 38

Der Wahlkreis 38 ist ausgezählt. Hier holt Thomas Keindorf für die CDU das Direktmandat, setzt sich gegen Torsten Radtke (AfD) und Janina Böttger (Linke) durch.

Thomas Keindorf CDU
Thomas Keindorf CDU
(Foto: CDU)

23.19 Uhr: Kerstin Godenrath gewinnt für die CDU Direktmandat im Wahlkreis 37

Der Wahlkreis 37 ist ausgezählt. Hier holt Kerstin Godenrath für die CDU das Direktmandat, setzt sich gegen Wolfgang Aldag (Grüne) und Henriette Quade (Linke) durch.

Kerstin Godenrath CDU
Kerstin Godenrath CDU
(Foto: CDU)

23.17 Uhr: Christian Albrecht gewinnt für die CDU Direktmandat im Wahlkreis 35

Der Wahlkreis 35 ist ausgezählt. Hier holt Christian Albrecht für die CDU das Direktmandat, setzt sich gegen Alexander Raue (AfD) und Hendrik Lange (Linke) durch.

CDU-Kandidat Christian Albrecht
CDU-Kandidat Christian Albrecht
(Foto: CDU)

22.41 Uhr: CDU holt alle vier Direktmandate in Halle

„Dieser Erfolg kommt für viele wohl unerwartet, aber er ist total genial“, sagte Halles CDU-Kreisvorsitzender Marco Tullner am späten Abend, als die meisten Wahlbezirke schon ausgezählt waren. Die CDU-Wahlparty im Biergarten des „Wildschütz“ war da schon in vollem Gange. Gründe zu feiern hatten die Christdemokraten genug: Alle Direktkandidaten hatten ihre Wahlkreise gewonnen, die Partei hat Landesweit mit Abstand die meisten Stimmen gewonnen.

Thomas Keindorf, der im Süden und Osten der Stadt angetreten war und sich im Vorfeld vor allem Sorgen wegen der AfD gemacht hatte, gab zu, dass er mit einem derart deutlichen Ergebnis nicht gerechnet hätte. „Ich hatte die Stimmung im Vorfeld anders wahrgenommen“, sagt er. Die wohl größte Überraschung gelang allerdings Christian Albrecht, der es schaffte, den Wahlkreis 35 gegen Alexander Raue (AfD) zu gewinnen. Nicht nur Experten, auch er selbst hatten damit nicht gerechnet. Als Kreisvorsitzender Tullner ihm zu dem Ergebnis gratulieren wollte, war Albrecht schon nicht mehr da – er musste sich zuhause um die Familie kümmern. Am frühen Abend hatte Albrecht auf MZ-Nachfrage gesagt, der Einzug in den Landtag sei für ihn „wie ein Lottogewinn“.

21.16 Uhr: Menke spricht von „Angstkampagne“ der CDU

Johannes Menke, Vorsitzender der Freien Wähler Halle sagt, dass die Wähler seiner Partei wohl den Einzug in den Landtag nicht zugetraut hätten. Die „Angstkampagne“ der CDU habe funktioniert, so Menke.

20.50 Uhr: Grüner spricht von "sehr guten Wahlkampf"

Auf dem Weg von Magdeburg nach Halle äußert sich auf MZ-Anfrage Grünen-Spitzenkandidat und Landtagsabgeordneter Wolfgang Aldag. Er sei froh über das Ergebnis, mit dem sich Bündnis90/Die Grünen gesteigert hätten. Zwar habe man mehr erhofft, auch, weil man einen "sehr guten Wahlkampf" mit zum Teil neuen Formaten geführt habe. "Wir haben die Menschen bei unseren Gesprächen auf der Straße erreicht", so Aldag. Jetzt müsse man schauen, wie sich der Abend entwickle. Den Sieg der CDU rechnet Aldag allein der Person Haseloff zu. "Die CDU hat Wahlkampf mit einer Person gemacht, nicht mit Inhalten", so Aldag. Beim drängenden Thema Klimaschutz allerdings käme man an den Grünen nicht mehr vorbei.

20.38 Uhr: SPD will nach vorne sehen

Acht Prozent Wählerstimmen bei der Landtagswahl -  das bedeutet für den halleschen SPD- Kandidaten Andreas Dose: „Kopf hoch und analysieren.“ Das schlechte Ergebnis sei abzusehen gewesen, generell liege das aber nicht an der SPD. „Die Menschen sehen nicht, was die SPD in der Regierung erreicht hat.“ Dose sieht auch einen Grund für das schlechte Abschneiden darin, dass es zu wenig politische Bildung in den Schulen gebe. „Acht Prozent heißt nicht, dass wir aufgeben“, gibt sich Dose kämpferisch. Nur im kleinen Rahmen diskutierten die halleschen Sozialdemokraten in der SPD- Geschäftsstelle den Wahlausgang.

Sozialdemokraten in der SPD- Geschäftsstelle
Sozialdemokraten in der SPD- Geschäftsstelle
(Foto: Silvia Zöller)

20.33 Uhr: Lob für Wahlergebnis-Seite der Stadt

Die Stadt Halle hat vor der Landtagswahl und dem Bürgerentscheid ihren Internetauftritt zur Wahl noch einmal deutlich verändert – mit Erfolg. Auf der Homepage werden die Ergebnisse aus den vier Wahlkreisen sehr übersichtlich und mit animierten Balkendiagrammen dargestellt. Zudem ist der Ergebnisdienst der Stadt aktueller als die Daten des Statistischen Landesamts, die wie auch in den vergangenen Jahren nüchtern in Tabellenform abgerufen werden können. „Der Aufwand hat sich für uns gelohnt. Unsere ITC GmbH hat gute Arbeit geleistet“, sagt Wahlleiter Egbert Geier.

20.14 Uhr: Zwischenstände in Halle nach zwei Stunden

Zwei Stunden nach Schließung der Wahllokale und nach Auszählung von 51 der 162 Wahllokale deutet sich auch in der Saalestadt ein klarer Wahlsieg der CDU an. Bei den Zweitstimmen führt die Union mit 30,4 Prozent zwischenzeitlich klar vor AfD (18,2), Grünen und Linken (je 13,1), der SPD (7,8 und der FDP 7,2 Prozent. Beim Kampf um die vier Direktmandate ist es derzeit im WK 35 (Neustadt) und dem WK 37 (Altstadt) besonders spannend. In der Neustadt liegen Christian Albrecht (CDU/31,1) und Alexander Raue (AfD/28,9) dicht beieinander. In der Altstadt ist es ein knappes Rennen zwischen Kerstin Godenrath (CDU/21,7) und Wolfgang Aldag (Grüne/21,3). Im WK 36 (Kröllwitz) hat Marco Tullner (CDU/22,2) die Nase aktuell deutlich vorn. Im WK 38 (Ammendorf) hat sich Thomas Keindorf (CDU/36,5) abgesetzt.

„Ein bisschen Anspannung hat man schon, aber ich bin zuversichtlich“, sagt Keindorf. Er habe Respekt vor dem Ergebnis auf der Silberhöhe, wo viele Wahlberechtigte leben. Dort steht das Ergebnis noch aus. Außerdem setzt Keindorf Hoffnungen auf die Briefwähler.

CDU-Kandidat Christian Albrecht,der aktuell in Neustadt vor AfD-Landtagskandidat Alexander Raue in Führung liegt, möchte sich darüber noch nicht freuen. Es sind erst ein Drittel aller Wahlbüros ausgezählt. „Ein Sieg wäre wie ein Lottogewinn“, sagt Albrecht.

19.55 Uhr: Linke - "Der dritte Platz ist kein Grund zum feiern"

Die Linken haben angesichts der Veröffentlichung der Wahlergebnisse eine erste Analyse ihres Wahlkampfes vorgenommen. Es sei ein Wahlkampf "wie kein anderer" gewesen. "Wir waren gezwungen, in einer der schwersten globalen Krisen für unsere politischen Überzeugungen zu kämpfen", so Linken- Stadtvorsitzender Jan Rötzschke. Das Ergebnis sei nicht so ausgefallen, wie man es erhofft hatte. Es sei wichtig, trotz des Ergebnisses - Die Linke liegt mit Stand jetzt bei rund elf Prozent - engagiert und energisch weiterzumachen. Es brauche eine Linke, die den Finger weiter in die Wunde lege. Themen wie der Klimawandel und das Auseinanderdriften des sozialen Gefüges der Gesellschaft würden die nächsten Jahrzehnte bestimmen. Und auch der erstarkende Nationalismus und sein parlamentarischer Arm würden nicht einfach wieder verschwinden. Henriette Quade, stellvertretende Vorsitzende der Linken-Fraktion im Landtag, sagt, "der dritte Platz ist kein Grund zum feiern".

Auch Petra Sitte und Birke Bull-Bischoff, beide für Die Linken im Bundestag, sind vor Ort und verfolgen weiterhin das Wahlergebnis. Ihr sei klar, dass viele Wähler ihre Entscheidung strategisch gefällt haben, um ein gutes Ergebnis der AfD zu verhindern, so Petra Sitte. Aber auch die Pandemie habe bei dieser Wahl eine Rolle gespielt. "Die Leute wollten nach Corona ihr altes Leben zurück, sie stehen Veränderungen skeptisch gegenüber bzw. lehnen sie ab", so Petra Sitte.

19.50 Uhr: Neumitglieder bei FDP-Wahlparty

Der Besuch von FDP Chef Christian Lindner in Halle vor einer Woche hat bei  den Liberalen in Halle für Zuwachs gesorgt. Sieben junge Menschen sind seit dem in dem Kreisverband eingetreten, berichtet Yana Mark vom Vorstand der FDP in Halle. Einer von ihnen ist der 27-jährige Oliver Pohl,  der gemeinsam mit Freundin Lolita Korenblum bei der Wahlparty dabei ist - und seit zwei Tagen Mitglied der FDP ist. „Mich hat vor allem die Rhetorik Lindner überzeugt“, sagt er.  Beide haben Lindner  bei seinem Besuch in der Synagoge begleitet und waren deswegen von ihm fasziniert, weil es gerade kein Wahlkampf Auftritt war. Er habe viele Fragen zum Anschlag gestellt und er war sehr interessiert, so Oliver Pohl. Lolita Korenblum hatte dabei als Repräsentantin der jüdischen Gemeinde, das ist eine ähnliche Funktion wie die eines Gemeindekirchenrates, den Vorsitzenden der jüdischen Gemeinde vertreten. „Ich kenne Yana Mark seit vielen Jahren, bin aber bislang nicht so sehr an einer Mitgliedschaft in der  FDP  interessiert gewesen“, sagt die 30-Jährige. Diese Meinung möchte nun das frischgebackene FDP-Mitglied Oliver Pohl ändern.

Oliver Pohl, Lolita Korenblum, Yana Mark
Oliver Pohl, Lolita Korenblum, Yana Mark
(Foto: Silvia Zöller)

19.36 Uhr: CDU hofft auf drei mindestens Direktmandate

Noch lässt sich nicht sagen, welche Kandidaten ein Direktmandat gewonnen haben, dafür sind erst zu wenige Stimmen ausgezählt. Immer wieder, wenn die Website mit den neuesten Ergebnissen aktualisiert wird und sich die Prozente verändern, geht ein Raunen durch die feiernden CDU-Mitglieder. Der Optimismus ist groß, dass die Christdemokraten mindestens drei Direktmandate holen, wie sie es 2016 auch getan hatten.

19.29 Uhr: Erste Ergebnisse für Halle

Auch für die Stadt Halle trudeln jetzt erste Ergebnisse ein. Nach der Auszählung von sechs der 162 Wahllokale liefern sich CDU (32,8 Prozent) und AfD (27,9) ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Es folgen Linke (10,5), FDP (6,9), SPD (6,3) und Grüne (5,1).

19.25 Uhr: Statement vom Wahlleiter der Stadt Halle

Halles Wahlleiter, Bürgermeister Egbert Geier (SPD), hat Wahlhelfern und Wählern ein Kompliment gezollt. „Die Bürgerschaft hat sich sehr gut auf die Pandemie-Situation eingestellt. Ich bin mit dem Verlauf des Wahltags sehr zufrieden.“ Bis auf einen Vorfall im Wahllokal der Landesversicherungsanstalt, wo Kinder fälschlicherweise ihre Eltern nicht ins Lokal begleiten konnten, weil sie ein Wachmann daran hinderte, habe es keine Vorkommnisse gegeben. „Der Fall tut uns sehr leid. Wir haben umgehend reagiert“, so Geier. Der Beigeordnete rechnet damit, dass bis Mitternacht das vorläufige Endergebnis der Landtagswahl vorliegen werde. „Und auch der Bürgerentscheid müsste letztlich schnell gehen, denn dort gibt es ja nur zwei Möglichkeiten der Stimmabgabe.“ Ein „dickes Brett“ sei hingegen die Auswertung der Briefwahl. Alleine für die Landtagswahl müssten 40.000 Bögen ausgewertet werden. Vor fünf Jahren waren es noch 25.000 gewesen. Hinzu kämen noch einmal 30.000 Briefe für den Bürgerentscheid. Wahllokale, die mit der Auszählung der Landtagswahl fertig seien, würden danach sofort den Bürgerentscheid auswerten.

19.12 Uhr: Grüne -  "Das bisherige Ergebnis ist ok"

Die Stimmung bei Bündnis 90/Die Grünen ist auch eine Stunde nach Schließung der Wahllokale relativ entspannt. "Das bisherige Ergebnis ist ok", so Grünen-Stadtvorsitzender Niklas Peine. Man hoffe noch auf die Auszählung der Briefwahlscheine, insofern sei es noch zu früh für eine Einschätzung.

Die Grünen verfolgen das Geschehen in privater Runde.
Die Grünen verfolgen das Geschehen in privater Runde.
(Foto: Katja Pausch)

19.09 Uhr: AfD - „Das ist doch eine gute Grundlage“

Torsten Radtke, Kreisvorsitzender der AfD in Halle verfolgt die Auszählungen vor Ort in einem halleschen Wahllokal. Mit dem AfD-Ergebnis aus der Hochrechnung zeigte er sich zufrieden. „Wir sind zweitstärkste Kraft und das ist doch eine gute Grundlage“, sagt er auf MZ-Anfrage.

19.02 Uhr: CDU - „Wir sind sehr zufrieden für den Moment“

Der hallesche CDU-Kreisverband hat das Ergebnis der ersten Prognose mit einigen Kreisverbandsmitgliedern im Wildschütz in der Altstadt gefeiert. „Wir sind sehr zufrieden für den Moment“, sagt Kerstin Godenrath, stellvertretende Kreisverbandsvorsitzende. Die Wähler hätten offenbar gemerkt, dass die CDU in den vergangenen Jahren gut regiert hat, so Godenrath weiter.

18.50 Uhr: FDP in Halle zur Koalition

Die FDP Stadträtin und stellvertretender Vorsitzender des Stadtverbandes, Yana Mark, spricht sich ebenfalls für eine Deutschland Koalition aus. Diese sei aus ihrer Sicht eher möglich als mit den Grünen. „Das ist immer abhängig von den Inhalten.“ Auf alle Fälle wolle sich die FDP der Regierungsverantwortung stellen. Mit Andreas Silbersack habe die FDP einen Kandidaten, der in vielen Bereichen wie etwa dem Sport sehr viel Erfahrung mitbringt. Sollte auch Konstantin Pott, der Anfang 20 ist, in den Landtag kommen, so wäre er ein sehr geeigneter Vertreter für die jungen Leute.

18.37 Uhr: Enttäuschung bei den Linken

Die Enttäuschung steht Henriette Quade, Die Linke, ins Gesicht geschrieben. Die ersten Zahlen verheißen für die Partei nichts Gutes. "Nicht erfreulich",kommentiert die Spitzenkandidatin das zu erwartende Ergebnis - anders als 2016. Nun werde eine intensive Debatte gebraucht. Das Wahlergebnis sei auch der Pandemie geschuldet. "Die Pandemie hat den Amtsinhaber gestärkt, die Zuspitzung der Parteienkonstellation CDU und AfD kurz vor der Wahl habe die CDU gestärkt und der AFD nicht geschadet. Die Linken haben sich im Striese zusammengefunden, um die Auszählung der Ergebnisse zu verfolgen.

Enttäuschung bei den Linken in Halle
Enttäuschung bei den Linken in Halle
(Foto: Katja Pausch)

18.31 Uhr: Wahlparty der CDU

Die Wahlparty der CDU findet als geschlossene Gesellschaft statt. Alle Teilnehmer müssen einen negativen Test vorweisen und sich anmelden oder müssen sich direkt vor Ort einem Test unterziehen. Einige CDU-Mitglieder freuen sich auch über das Ergebnis der FDP, die laut Prognose den Sprung in den Landtag schaffen wird. Die CDU könnte bei einer Regierungskoalition anstelle der Grünen dann mit der FDP zusammenarbeiten. „Eine Deutschland-Koalition wäre gut“, sagt Christoph Bernstiel. CDU, SPD und FDP könnten nach der ersten Prognose eine Regierung bilden.

Die CDU stellt sich auf eine lange Wahlparty ein. Am Abend wird noch CDU-Bildungsminister und Kreisverbandsvorsitzender Marco Tullner im Restaurant Wildschütz in der Altstadt erwartet.

Christoph Bernstiel und Kerstin Godenrath stoßen auf die gute Prognose ihrer Partei an.
Christoph Bernstiel und Kerstin Godenrath stoßen auf die gute Prognose ihrer Partei an.
(Foto: Jonas Nayda)

18.15 Uhr: Erste Reaktionen auf Prognose

Christoph Bernstiel, CDU-Bundestagsabgeordneter, ist optimistisch, dass seine Partei auch bei den Briefwählern erfolgreich gewesen sein wird. Er sagt: „So erfolgreich wie in diesem Jahr war die CDU lange nicht mehr.“

Jubel nach der Prognose, dass die FDP mit sieben Prozent in den Landtag kommen wird.
Jubel nach der Prognose, dass die FDP mit sieben Prozent in den Landtag kommen wird.
(Foto: Silvia Zöller)

Marco Tullner: Noch ist es eine Prognose. Es war der schwierigste Wahlkampf aller Zeiten. Aber ich freue mich sehr. Wir werden ergebnisoffen in die Gespräche mit möglichen Koalitionspartnern gehen. Es gibt Schnittmengen zu allen Parteien. Zwei Dinge haben aus meiner Sicht den Ausschlag gegeben. Reiner Haseloff als Ministerpräsident und die Sorge vieler Menschen, dass die AfD die stärkste Kraft werden könnte.

Die SPD trifft sich erst gegen 19 Uhr im Hof der Regionalgeschäftsstelle. Regionalgeschäftsführer Stefan Will zeigte sich ebenso wie der SPD-Bundestagsabgeordnete Karamba Diaby enttäuscht von der Prognose, die die SPD bei 8,5 Prozent sieht. „Wir hoffen noch auf mehr“, so Will.

18.01 Uhr: Die erste Prognose zur Landtagswahl

17.54 Uhr: Grüne sind zuversichtlich

Kurz vor Schließung der Wahllokale zeigen sich die Grünen optimistisch. Momentan zeichne sich ab, dass die Partei Bündnis 90/Die Grünen ein besseres Ergebnis als bei der letzten Landtagswahl einfahren könnte. So sei die Stimmung beim Stadtverband zuversichtlich, sagt Niklas Peine, Stadtvorsitzender der Partei. Eine offizielle Wahlparty haben die Grünen, die die Wahl in einer Privatwohnung in Marktnähe verfolgen, nicht geplant - so erwartet unter anderem auch Spitzenkandidat Wolfgang Aldag das Ergebnis der Wahl in der Landeshauptstadt.

17.40 Uhr: FDP hofft auf zwei Sitze für hallesche Liberale

Die Halleschen Liberalen sitzen zur Wahlparty gemeinsam im Halleschen Brauhaus zusammen. Wie Katja Raab vom Vorstand der FDP in Halle sagte, hoffe man angesichts der Prognosen auf 6-7 Sitze im Landtag. Damit wäre die FDP erstmals seit 2011 wieder im Landesparlament vertreten.

Wahlparty gemeinsam im Halleschen Brauhaus
Wahlparty gemeinsam im Halleschen Brauhaus
(Foto: Silvia Kison)

Möglicherweise könnte es dann sogar zwei Sitze für hallesche Liberale  geben, wenn es neben Andreas Silbersack der auf Listenplatz zwei steht auch Konstantin Pott, Listenplatz 7, in den Landtag schaffen sollte. Aufgrund der Coronakrise sind in diesem Jahr keine großen Wahlpartys erlaubt, daher nutzt die FDP mobile Technik, um auch aus Halle und von anderen Wahlpartys live Indizien in die Landesgeschäftsstelle der FDP in Magdeburg zusenden.

17.16 Uhr: Wahlpartys in Halle

Die meisten Spitzenkandidaten für die Landtagswahl sind heute Abend zunächst in Magdeburg, um die ersten Hochrechnungen zu verfolgen. Wahlpartys in Halle gibt es dennoch, wenn auch unter Corona-Regeln. So trifft sich die CDU im Wildschütz – mit Maske und negativem Corona-Test. Die Linke hat sich Strieses Biertunnel ausgesucht, die FDP das Brauhaus. Die SPD ist in ihrer Parteizentrale. Die Grünen planen kleinere Wahlpartys. Die AfD will die Auszählung der Stimmen in Wahllokalen beobachten.

Im Wahllokal in der Neumarkt Grundschule in Halle stehen die Wähler auch am Nachmittag bis auf die Straße und warten ruhig darauf, ihre Stimme abgeben zu können
Im Wahllokal in der Neumarkt Grundschule in Halle stehen die Wähler auch am Nachmittag bis auf die Straße und warten ruhig darauf, ihre Stimme abgeben zu können
(Foto: Silvio Kison)

15.15 Uhr: Wahl in Halle ohne Zwischenergebnisse zur Wahlbeteiligung

Aus Halle liegen keine Informationen zur Wahlbeteiligung vor. Die Stadt hatte zwar angekündigt, gegen 14 Uhr eine Information dazu geben zu wollen. Allerdings kommt die Erhebung offenbar nicht im Ratshof an. Da es sich um eine Landtagswahl handele, würden alle Angaben zur Wahlbeteiligung bis 18 Uhr auch über das Land gesteuert, hieß es aus der Pressestelle gegenüber der MZ. Allerdings gibt das Land nur Informationen zum Trend im gesamten Bundesland heraus, nicht aber zu einzelnen Regionen.

14.28 Uhr: Mutter mit Kind wird von Wachmann der Zutritt verwehrt

In einem Wahllokal im Gebäude der Rentenversicherung in der Paracelsusstraße in Halle ist es am heutigen Wahltag zu einem Zwischenfall gekommen. Eine Mutter, die am Vormittag mit ihrem Kind zur Stimmabgabe erschienen war, wurde von einem Wachmann mit dem Hinweis abgewiesen, Kinder hätten keinen Zutritt.

11.53 Uhr: Wahllokale in Halle geöffnet

Seit 8 Uhr sind in Halle die 126 Wahllokale der vier Wahlkreise geöffnet, sämtliche Wahlvorstände haben ihre Arbeitsbereitschaft an den Wahlleiter gemeldet. In der Stadt treten zur Landtagswahl 32 Kandidaten an. Viele der Wähler wollten es sich nicht nehmen lassen ihre Stimme vor Ort abzugeben. „Für mich ist das einfach ein Ritual. Das gehört dazu“, sagte Paul Mohr, der mit seiner Familie zur Wahlurne kam.

Vorbericht

Vor fünf Jahren, zur Landtagswahl 2016, hatte die CDU in Halle den Erfolg der AfD im Süden Sachsen-Anhalts durchbrochen. Drei von vier Direktmandate gingen an die Christdemokraten. Auch bei den Zweitstimmen (24,6 Prozent) lag die CDU vor AfD (19,5) und Linken (19,0). Die Wahl am Sonntag ist hingegen wie eine Wunderblume. Politologen wie Professor Everhard Holtmann vom Zentrum für Sozialforschung in Halle gehen davon aus, dass Corona auch bei der Wahl eine gewichtige Rolle spielen dürfte. Sie stützen sich unter anderem auf Umfragen. „Die Pandemie ist ein wichtiger Faktor, sie überlagert die Sachthemen. Die Wähler schätzen das Krisenmanagement von Bund und Land ein. Und das beeinflusst auch ihre Wahlentscheidung“, sagt Holtmann. Dass die Infektionszahlen sinken, könnte also eher den Regierungsparteien helfen.

Doch da gibt es noch eine große Unbekannte: Die Briefwahl. Auch in Halle boomt der Urnengang per Post. Bis Anfang der Woche hatten bereits 21 Prozent der 181.000 Berechtigten die Unterlagen zur Briefwahl angefordert. „Briefwähler warten nicht bis zum Schluss. Sie stimmen zum Teil schon Wochen vor dem Termin ab“, sagt Holtmann. Und Anfang/Mitte Mai war die Stimmungslage noch anders als heute. Im Gegensatz zu den Vorjahren wird die Stadt Halle das Stadthaus auf dem Markt am Sonntag nicht öffnen, um die Live-Ergebnisse dort auf eine große Leinwand zu übertragen. „Nein, das wird es aufgrund der Pandemielage und der Sperrung des Festsaals diesmal nicht geben“, sagt Bürgermeister und Stadtwahlleiter Egbert Geier (SPD). Angesichts der Corona-Pandemie bittet die Stadt zudem die Wähler, eigene Stifte in die 126 Wahllokale mitzubringen.