Verdacht auf Fahrerflucht

Sebastian Striegel: Muss der Landtagsabgeordnete der Grünen nach Verkehrsunfall sich vor Gericht verantworten.

Halle (Saale) - Die Ermittlungen gegen den Landtagsabgeordneten Sebastian Striegel von den Grünen wegen des Verdachts auf Fahrerfluchts aus Halle sind abgeschlossen.

Von Alexander Schultz 12.11.2016, 15:00

Die Ermittlungen gegen den Landtagsabgeordneten Sebastian Striegel (Grüne) aus Halle sind abgeschlossen. Wie Frank Baumgarten von der Staatsanwaltschaft Magdeburg auf MZ-Nachfrage mitteilte, liegt die Ermittlungsakte inzwischen der Staatsanwaltschaft wieder vor.

Landtagsabgeordneter Sebastian Striegel verursacht schweren Unfall Ende August

Der grüne Innenexperte Sebastian Striegel hatte Ende August bei Könnern  (Salzlandkreis) einen schweren Verkehrsunfall mit einem Verletzten verursacht. Nach Polizeiangaben beachtete der parlamentarische Geschäftsführer der Grünen-Landtagsfraktion beim Abbiegen von der Landesstraße 50 auf die Autobahn 14 die Vorfahrt nicht.

Ein aus der Gegenrichtung kommender 28-jähriger Bernburger musste ausweichen und verlor die Kontrolle über seinen Wagen. Das Auto überschlug sich und landete auf dem Dach - während Striegel seine Fahrt zunächst fortsetzte und erst später zum Ort des Geschehens zurückkehrte. Das Unfallopfer wurde schwer verletzt ins Bernburger Krankenhaus eingeliefert - nach eigenen Angaben mit einem Schlüsselbeinbruch sowie Schnittwunden.

Sebastian Striegel: Ermittlungen wegen Fahrerflucht

Mitte September wurde gegen den 35-jährigen Politiker aus Halle ein Verfahren wegen unerlaubten Entfernens von der Unfallstelle eingeleitet. Dies war dahingehend überraschend, als dass bis dahin nicht wegen Fahrerflucht, sondern nur wegen fahrlässiger Körperverletzung ermittelt wurde. Offenbar glaubte die Polizei anfangs Striegels Aussagen. Vor allem die Tatsache, dass er sofort zum Unfallort zurückkehrte, wertete die Polizei bis dahin zugunsten von Striegel.

Für die Einleitung von Verfahren wegen Fahrerflucht war jedoch ein Anfangsverdacht notwendig, der dann anscheinend gegeben war. „Es gibt inzwischen einige Beweismittel, die ein unerlaubtes Entfernen erhärten könnten“, lautete die Aussage des Polizeisprechers des Salzlandkreises, Marco Kopitz.

Sebastian Striegel von den Grünen bestreitet Unfallflucht

Vehement bestritt der Landtagsabgeordnete gegenüber der MZ ein unerlaubtes Entfernen. „Ich habe keine Unfallflucht begangen und weise den Vorwurf deshalb zurück.“ Zudem verwies er darauf, „dass  die Regulierung des Unfalls nahezu abgeschlossen ist.“

Nun steht eine vorläufige Entscheidung, ob es im Fall Sebastian Striegel zu einer Anklage kommt, bevor. „Eine abschließende Entscheidung der Staatsanwaltschaft steht jedoch aus“, so Baumgarten von der zuständigen Behörde in Magdeburg gegenüber der Mitteldeutschen Zeitung. (mz)