Nach Kritik an HLB-Mitgliedschaft

Nach Kritik an HLB-Mitgliedschaft: FDP-Kreisgeschäftsführer Thormann erklärt Austritt

Halle (Saale) - Nach Kritik an seiner Mitgliedschaft in der rechten Burschenschaft Halle-Leobener Germania (HLB) hat FDP-Kreisgeschäftsführer Stefan Thormann, der auch Wahlkreismitarbeiter des stellvertretenden FDP-Bundesfraktionsvorsitzenden Frank Sitta ist, nach 15 Jahren seinen Austritt erklärt. Zuvor hatte sich ein ehemaliger Sprecher des Bündnisses gegen Rechts mit Blick auf Thormanns HLB-Mitgliedschaft ...

Von Stefan Simon
FDP-Kreisgeschäftsführer Stefan Thormann tritt nach Kritik an seiner Mitgliedschaft in der rechten Burschenschaft Halle-Leobener Germania (HLB) aus ihr aus.
FDP-Kreisgeschäftsführer Stefan Thormann tritt nach Kritik an seiner Mitgliedschaft in der rechten Burschenschaft Halle-Leobener Germania (HLB) aus ihr aus. www.imago-images.de

Nach Kritik an seiner Mitgliedschaft in der rechten Burschenschaft Halle-Leobener Germania (HLB) hat FDP-Kreisgeschäftsführer Stefan Thormann, der auch Wahlkreismitarbeiter des stellvertretenden FDP-Bundesfraktionsvorsitzenden Frank Sitta ist, nach 15 Jahren seinen Austritt erklärt. Zuvor hatte sich ein ehemaliger Sprecher des Bündnisses gegen Rechts mit Blick auf Thormanns HLB-Mitgliedschaft geäußert.

Er behauptete, dass der OB-Kandidat Andreas Silbersack (FDP) Wahlkampfhilfe von Thormann erhalte. Die CDU und FDP bekämen es offenbar nicht hin, sich abzugrenzen. Auf MZ-Nachfrage sagte Silbersack, dass Thormann nicht zu seinem Wahlkampf-Team gehöre und lediglich Termine organisiere. Zu Thormanns Mitgliedschaft sagte er: „Ich halte nichts von solchen Burschenschaften. Das entspricht nicht meiner Wertvorstellung als weltoffener Mensch.“ Thormann müsse seine langjährige Mitgliedschaft mit sich selbst klären. Die HLB entstand im Jahr 1999.

FDP-Bundestagsabgeordnete Sitta wusste von Mitgliedschaft

Sie soll Ende der 90er Jahre ihr Haus für Veranstaltungen der lokalen rechtsextremistischen Szene zur Verfügung gestellt haben, heißt es 2013 in einer Antwort der Landesregierung auf eine kleine Anfrage der Grünen. Thormann erklärte seinen Austritt damit, dass die öffentliche Diskussion ihn dazu bewog. Er behauptet, nicht aus politischen Motiven in die Burschenschaft eingetreten zu sein. „Für mich standen damals Studentenverbindungen für eine Tradition der Überparteilichkeit“, sagte er.

Der FDP-Bundestagsabgeordnete Frank Sitta wusste von Thormanns Mitgliedschaft, behauptete aber auch, dass sie nie einen Einfluss auf dessen politische Arbeit genommen habe. Im Gespräch mit der MZ betonte Sitta, dass er niemanden beschäftigen würde, der nicht die freiheitlich-demokratischen Werte vertritt. Thormanns politischer Einfluss sei nur gering: „Er leistet Büroarbeit, beantwortet E-Mails und kümmert sich um die Mitglieder“, sagte Sitta. Thormann bekleide kein politisch gewähltes Amt und interessiere sich kaum für politische Strategie. (mz)