Konzert in Dessau

Konzert in Dessau: Hans-Stephan Simon spielt 75 Minuten für die Ewigkeit

Dessau-Roßlau - Ewigkeit - Wie wird man diesem großen religiösen Thema gerecht? „Musikalisch gesehen reichen dazu auch ein und eine Viertelstunde“, ist Hans-Stephan Simon überzeugt. Der Dessauer Kreiskirchenmusikwart der Evangelischen Landeskirche Anhalts lädt am Sonntag in die Winterkirche der Johanniskirche zum Konzert „Atme ein Stück Ewigkeit“. Simon wird dann ab 17 Uhr in die Tasten greifen und aus seinem reichhaltigen selbstkomponierten Repertoire rund 18 Lieder ...

Von Danny Gitter 18.02.2015, 20:23

Ewigkeit - Wie wird man diesem großen religiösen Thema gerecht? „Musikalisch gesehen reichen dazu auch ein und eine Viertelstunde“, ist Hans-Stephan Simon überzeugt. Der Dessauer Kreiskirchenmusikwart der Evangelischen Landeskirche Anhalts lädt am Sonntag in die Winterkirche der Johanniskirche zum Konzert „Atme ein Stück Ewigkeit“. Simon wird dann ab 17 Uhr in die Tasten greifen und aus seinem reichhaltigen selbstkomponierten Repertoire rund 18 Lieder spielen.

Es sind Vertonungen von spirituellen Texten und Textstellen, die der Kreiskirchenmusikwart in seiner mittlerweile 24-jährigen Tätigkeit für die Anhaltische Landeskirche gesammelt und in Gottesdiensten oder zu besonderen Anlässen auch schon gespielt hat. „Es werden auch zwei, drei Premieren dabei sein“, verspricht Simon. Viele Zuhörer, so ist er überzeugt, werden am Sonntag in der Johanniskirche noch viel mehr seiner Stücke das erste Mal hören, weil die meisten Kompositionen bisher öffentlich nur in kleinen Kreisen vorgetragen wurden.

Publikum wird aktiv mit einbezogen

Ausdrücklich lädt der 49-Jährige am Sonntag alle Interessierten in die Johanniskirche ein, die Lust und Spaß am Mitsingen haben. „Bei manchen Liedern oder einzelnen Textstellen kann sich das Publikum auch aktiv einbringen. Das macht das Konzert zusätzlich etwas kurzweiliger“, hofft der Kirchenmusiker.

Damit die Zuhörer nicht von der Schwere des Themas Ewigkeit „erschlagen“ werden, hat er neben der zeitlichen Begrenzung auch ganz bewusst Texte ausgewählt, die starke und aussagekräftige Inhalte haben. „Atme ein Stück Ewigkeit“, die Überschrift seines Konzerts in der Johanniskirche ist eine solche Textzeile, die am Sonntag von ihm vertont, erklingen wird.

Am kommenden Sonntag, den 22. Februar, wird im Rahmen der Konzertreihe in St. Johannis um 17 Uhr in die Winterkirche der Johanniskirche zu „Atme ein Stück Ewigkeit“, Lieder von und mit Hans-Stephan Simon, eingeladen. Eine Karte für das Konzert kostet fünf Euro pro Person. Sie sind vor Konzertbeginn in der Kirche zu erwerben. Kinder und Jugendliche bis 16 Jahren haben freien Eintritt.

Am Sonnabend, den 7. März, ist der Kreiskirchenmusikwart in der Pauluskirche zu erleben. Dort übernimmt er die musikalische Leitung des Gedenkgottesdienstes zum 70. Jahrestag der schwersten Bombardierung Dessaus im Zweiten Weltkrieg.

Auch in Konzerten zum Cranach-Jahr gibt es vom Kreiskirchenmusikwart etwas zu hören. Am Sonntag, den 21. Juni, leitet Simon das Anhaltische Vokalensemble in der Johanniskirche. Zusammen mit dem Ensemble Broken Consort und unter der Gesamtleitung des Landeskirchenmusikdirektors Matthias Pfund wird einem der bedeutendsten Maler der Reformationszeit in dessen Jubiläumsjahr auch musikalisch gedacht. Lucas Cranach der Jüngere wurde am 4. Oktober 1515 geboren. (dgi)

Als Musiker im Kirchenkreis Dessau steht Simon oft im öffentlichen Fokus. Nach eigenen Angaben kennt er kaum eine Kirche in der Stadt und der näheren Umgebung, in der er nicht schon einmal Klavier oder Orgel gespielt oder Chöre und Instrumentalensembles dirigiert hat. In der Jakobus-Paulus Gemeinde ist zu Gottesdiensten an der Orgel besonders viel von ihm zu hören. Den Gemeindechor leitet Simon auch. Als Kreiskirchenmusikwart ist er auch für den übergemeindlichen Vokalkreis Dessau verantwortlich. Die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen ist ihm eine Herzensangelegenheit. Von den Jüngsten in Kindertagesstätten über die Arbeitsgemeinschaft Chor in der Evangelischen Grundschule bis hin zu verschiedenen Projekten mit Jugendlichen hinterlässt Simon viele Spuren in der musikalischen Förderung des städtischen Nachwuchses.

Arbeitsecke in den eigenen vier Wänden

Doch es gibt einen nichtöffentlichen Ort in seinem Beruf, der mindestens genauso wichtig wie Probenräume und Bühnen ist - seine Arbeitsecke in den eigenen vier Wänden in Dessau-Siedlung. Hier steht sein Klavier. Hier entstehen seine eigenen Kompositionen und Vertonungen. Hier sind auch die Stücke entstanden, die in seinem Konzert in der Johanniskirche erklingen werden. „Das ist genau der richtige Ort der Ruhe und Inspiration zum Komponieren und Vertonen“, schwärmt Simon, der einst als Pfarrerssohn in einem kleinen Dorf in der Altmark mit sechs Jahren begann, Klavier zu lernen und nach einer Ausbildung zum Krankenpfleger dem Ruf eines Kirchenmusikstudiums folgte.

Immer, wenn sich in ihm was angestaut hat, dann bringt Simon es zu Papier, auf die Tasten und später natürlich auch auf die Bühne. Denn nur wenn das, was im stillen Kämmerlein entstanden ist, auch das Licht der Öffentlichkeit erblickt, macht die Arbeit Sinn, im Moment und ein bisschen für die Ewigkeit. (mz)