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Flexible Profis Saale Bulls: Sogar die Verteidiger dürfen jetzt stürmen

Von Christopher Kitsche 09.03.2021, 11:00
Christian Guran lief bei den Saale Bulls im Heimspiel gegen Rostock als Stürmer auf.
Christian Guran lief bei den Saale Bulls im Heimspiel gegen Rostock als Stürmer auf. www.imago-images.de

Halle (Saale) - Ryan Foster denkt stets offensiv. Der Trainer der Saale Bulls möchte von seinem Team in jedem Spiel aggressives Forechecking und ein schnelles Umschaltspiel sehen. Auch die Verteidiger haben ihren festen Part im Angriffsspiel: „Ich fordere, dass sie mitgehen, wenn es in die Offensive geht“, betont Foster.

Der Auftritt seiner Abwehrreihe am Sonntag beim Heimerfolg in der Eishockey Oberliga gegen die Rostock Piranhas (5:0) dürfte ihm deshalb gefallen haben.

Der nach einem Mittelfußbruch wiedergenesene Eric Wunderlich und Leon Fern schalteten sich immer wieder ins Spiel nach vorn ein. Beide konnten sich auch in die Torschützenliste eintragen: Fern besorgte den Führungstreffer, Wunderlich traf zum zwischenzeitlichen 4:0.

Saale Bulls: Sonderlob für Eric Wunderlich beim Comeback

Und nicht nur aufgrund des Treffers zeigte sich Foster mit dem Comeback von Abwehrmann Wunderlich zufrieden. „Ich weiß, was ich von ihm bekomme. Auch wenn er jetzt noch ein bisschen Zeit braucht.“

Nicht einverstanden war Foster aber mit der Gesamtleistung seiner Mannschaft. Denn auch wenn die Bulls die Rostock Piranhas ergebnistechnisch beherrschten, ein Offensivspektakel war im Sparkassen Eisdom nicht zu bestaunen. „Das Spiel war auf keinem guten Niveau“, sagt Foster. „In vielen Situationen haben wir den besser postierten Mitspieler nicht gesehen.“

Saale Bulls: Schmitz und Guran in vorderster Front

Lag das vielleicht auch daran, dass sich zwei Verteidiger sogar komplett vorn austoben durften und etwas für das persönliche Torekonto tun wollten. Kapitän Kai Schmitz und Christian Guran liefen in ungewohnter Position als Angreifer auf, da Topstürmer Tatu Vihavainen den Bulls wegen einer entzündeten Wunde am Oberkörper fehlt. Dessen ungewöhnlichen Vertreter lobt Foster: „Sie haben das gut gemacht.“

Von zu viel Offensivdrang keine Spur: „Man sieht, dass sie die Defensive immer noch im Hinterkopf haben.“ Auch im Heimspiel gegen Herford am Dienstagabend werden Schmitz und Guran wieder vorn gebraucht, Foster wird am Kader nichts ändern. Heißt also wieder: Offensive Verteidiger und „Stürmer“, die die Defensive fest im Blick haben. (mz)