Stimmen zur RBL-Pleite

Stimmen zur RBL-Pleite: Hasenhüttl: „Das ist wie eine selbsterfüllende Prophezeiung“

Freiburg - Auswärtspleite trotz Führung: Obwohl Timo Werner im achten Spiel zum achten Mal gegen Freiburg traf, ging RB Leipzig im Breisgau als Verlierer vom Platz. Ursache waren wieder einmal Standard-Gegentore. Das sagten die Protagonisten am Sky-Mikrofon zu den Standard-Gegentoren 14 und 15 in dieser ...

Von Ullrich Kroemer und Martin Henkel 20.01.2018, 18:06
RBL-Trainer Ralph Hasenhüttl sah erneut zwei Standard-Gegentore seines Teams in Freiburg.
RBL-Trainer Ralph Hasenhüttl sah erneut zwei Standard-Gegentore seines Teams in Freiburg. dpa

Auswärtspleite trotz Führung: Obwohl Timo Werner im achten Spiel zum achten Mal gegen Freiburg traf, ging RB Leipzig im Breisgau als Verlierer vom Platz. Ursache waren wieder einmal Standard-Gegentore. Das sagten die Protagonisten am Sky-Mikrofon zu den Standard-Gegentoren 14 und 15 in dieser Saison:

Ralph Hasenhüttl (Trainer RB Leipzig): „Wir haben den Kampf gut angenommen, geduldig gespielt und in der ersten Hälfte nicht viel zugelassen. Freiburg war sehr kompakt hinten, hat uns nicht viele Räume gegeben. In der zweiten Hälfte sind wir mit mehr Tempo in die Umschaltsituationen gegangen, Timo Werner hat ein schönes Tor gemacht. Aber Fußball ist manchmal brutal. Wenn du aufgrund zweier solcher Dinger verlierst, ist das sehr bitter.”

Zu den Standardgegentoren: „Aus dem Spiel heraus lassen wir nicht viel zu. Aber bei Standards packen die Gegner gerade alles rein. Da ist Freiburg mit viel Aggressivität eingelaufen, da versuchen sie alles, weil sie genau wissen, das ist ihre Chance. Wir haben es wieder mal nicht geschafft, diese Wucht zu verteidigen. Für uns ist das wie eine selbsterfüllende Prophezeiung. Je größer man das Thema macht, umso mehr wird es auch zur Phobie. Das abzustellen, geht nur über Konsequenz, über genauso viel Aggressivität wie sie der Gegner in dem Moment zeigt. Das schaffen wir leider Gottes im Moment nicht.”

Marcel Sabitzer (Offensivspieler RB Leipzig): „Wir wussten, es wird ein Kampfspiel, es wird über die Zweikämpfe und die zweiten Bälle gehen. Phasenweise haben wir es gut gemacht, phasenweise leider nicht so. Es war ein Spiel auf Augenhöhe. Drei Punkte für Freiburg sind natürlich ärgerlich, wenn man in Führung geht. Wir haben manchmal gute Ballgewinne gehabt, aber das Tempo komplett verschleppt. Und wenn du dann wieder zwei Standard-Gegentore kriegst, ist das bitter. Das zieht sich wie ein roter Faden durch die ganze Saison. Wir analysieren das Woche für Woche. Aber irgendwie soll es nicht sein. Wenn man 1:0 führen, muss man das auch mal über die Zeit bringen und nicht immer so einfach durch Standardsituationen herschenken. Das müssen wir einfach abstellen.”

Willi Orban (Kapitän RB Leipzig): „Wir sind eigentlich eine kopfballstarke Mannschaft – wir müssen es aber auch zeigen und wieder klar und konsequent verteidigen. Das Ergebnis müssen wir uns selbst zuschreiben. Freiburg stand sehr kompakt. Wir haben versucht, über die Breite zu kommen und auch mal Kreativität zu zeigen. Wir haben einiges richtig gemacht – aber leider zu wenig! Wir haben den Gegner selbst starkgemacht, einfache Bälle verloren und nicht mehr souverän gespielt. Wir müssen abgezockter werden, wenn wir auswärts spielen.“

Janik Haberer (Offensivspieler SC Freiburg): „Unglaublich, was wir heute wieder geleistet haben, dass wir das Spiel wieder gedreht haben. Das kostet Woche für Woche große Kräfte, aber irgendwie liegt uns das im Moment ganz gut. Wir trainieren Standards schon öfter. Aber dass es Woche für Woche so gut aufgeht, kann man nicht vorhersehen. Wichtig ist, dass die Standards gut geschlagen werden, da haben wir gute Schützen. Und dann ist es Formsache.” (mz/uk)

(mz)