Niederlage in Freiburg

RB Leipzig: Herber Rückschlag für RBL in Freiburg

Freiburg - Der Bundestrainer war vor Ort. Joachim Löw macht das gern, wo das Schwarzwaldstadion in Freiburg nicht so weit weg liegt, Löw wohnt in Freiburg.

Von Martin Henkel und Ulrich Kroemer 20.01.2018, 17:16
Freiburgs Robin Koch trifft nach einer Ecke gegen RB Leipzig.
Freiburgs Robin Koch trifft nach einer Ecke gegen RB Leipzig. imago sportfotodienst

Der Bundestrainer war vor Ort. Joachim Löw macht das gern, wo das Schwarzwaldstadion in Freiburg nicht so weit weg liegt, Löw wohnt in Freiburg.

Große Oper war es allerdings nicht, was der Nationalcoach in der Partie des SC gegen RB Leipzig zu sehen bekam. Aber er sah Timo Werner, seinen einzigen aktuellen Nationalspieler auf dem Platz, der ihm einen Treffer vorführte. Werner traf in der 66. Minute zum 1:0.

Den Sieg für die Sachsen bedeutete das allerdings nicht. Denn Freiburg schlug nach dem Rückstand mit zwei Standardtoren durch Janik Haberer (71.) und Robin Koch (75.) zurück und besiegte die Gäste schlussendlich 2:1 (0:0).

Niederlage in Freiburg: Herber Rückschlag für RB Leipzig

Für die Leipziger bedeutet das nach dem exzellenten 3:1 gegen Schalke eine Woche zuvor einen herben Rückschlag fürs Gemüt, und ebenso einen Schlag ins Selbstvertrauen, die Standardschwäche aus der Hinrunde überwunden zu haben. Die beiden SC-Tore waren die Gegentreffer 14 und 15 nach ruhenden Bällen.

Dabei hatte RB-Coach Ralph Hasenhüttl doch alle Spieler beisammen, die er auch gegen Schalke aufs Feld geschickt hatte. Nur Naby Keita fehlte Gelb-gesperrt, für den Kampl auf die Sechs rutschte, Sabitzer wieder ins rechte Mittelfeld rückte und damit Platz machte für Werner im Sturm.

SCF muss früh den Keeper auswechseln

Keita aber ist nicht irgendwer, weshalb er auch dem Angriffsspiel der Sachsen fehlte. Wenig entsprang dem Leipziger Offensivspiel in den ersten 45 Minuten. Und dieses Wenig, das war exakt eine Chance. Kampl passte in der 19. Minute hinter die Freiburger Viererkette auf Jean-Kévin Augustin. Der Franzose drehte sich, prallte mit Keeper Alexander Schwolow zusammen, von dort sprang der Ball Bruma vor die Füße, der leichtfüßig einschob. Jubel bei den Leipzigern, Pfiff von Schiedsrichter Benjamin Brand, Augustin hatte im Abseits gestanden.

Schwolow konnte danach nicht weiterspielen, Augustin hatte ihm einen deftigen Pferdekuss verpasst. Für den Schlussmann kam Rafal Ginkiewicz ins Spiel, hatte aber bis zur Pause nichts mehr zu halten.

Alle anderen Möglichkeiten, nämlich exakt weitere zwei, ergaben sich für den SC. Die Hausherren standen tief und dicht, ließen sich von Leipzig nicht ins Pressing locken und setzten ihre Angriffe, wenn es sich ergab. Einem entsprang die größte Chance vor der Pause, ein Freistoß von Christian Günter segelte auf den Schuh von Lucas Höler, RB-Keeper Peter Gulacsi vereitelte das 1:0 mit einer Glanzparade (33.).

Timo Werner bringt RB Leipzig in Führung

Kurz vor der Pause ergab sich Freiburgs Chance Nummer zwei, dieses Mal flankte Pascal Stenzel auf Günter, der freie Schussbahn hatte. Er setzte seinen Schuss am langen Pfosten vorbei (45+1.).

Wenn das von RB gewollt war, dann immerhin ging der Plan zur Hälfte auf. Die Gäste gingen ohne Gegentreffer in die Kabine, was angesichts der Abwehr-Schwäche in der Hinrunde ein Teilerfolg war. Doch die Sachsen wollten mehr. Mit Beginn der 2. Halbzeit drängten sie auf den Sieg. Werner hatte als Erster das 1:0 auf dem Fuß, er nahm einen halbhohen Pass von Sabitzer volley ab, traf Ginkiewicz aber mitten auf die Handschuhe (51.).

In der 66. Minute war es dann soweit: Werner nahm einen Konterpass auf, sprintete ins Zentrum an die Strafraumgrenze, legte sich den Ball auf den schwächeren linken Fuß und schlenzte den Ball an den Innenpfosten. Es war sein zehntes Saisontor und sein sechstes gegen Freiburg in den zuvor dreie Erstligaduellen.

Zwei Ecken, zwei Tore: RB Leipzig unter Schock

Jetzt hatten die Leipziger den SC, wo sie ihn haben wollten: in Rückstand und der Not, den Hinterhof zu öffnen. Aber Freiburg gegen Leipzig, das war auch das Spiel der Standardexperten gegen die Standardschwächlinge der Liga. Sieben Tore nach ruhenden Bällen hatte Freiburg zuvor erzielt, Leipzig 13 kassiert.

Binnen wenige Minuten kamen zwei weitere auf beide Statistiken. In der 71. Minute wuchtete Haberer einen Ecke von Günter unters Leipziger Tordach, vier Minuten später versenkte Koch eine Günter-Ecke mit der Stirn.

Für die Leipziger bedeutete das Schock, Unglaube – und kostete sie letztlich den Glauben daran, das Spiel noch mal drehen zu können. Es blieb beim 1:2.

Spielstatistik: SC Freiburg - RB Leipzig 2:1 (0:0)

SC Freiburg: Schwolow (27. Gikiewicz) – Gulde, Kempf, Söyüncü – P. Stenzel, Günter – Koch, Abrashi – Höler (90.+2 Stanko), Haberer (81. Kleindienst) – Petersen (C).

RB Leipzig: Gulacsi – Laimer, Orban (C), Upamecano, Bernardo – Demme, Kampl – Sabitzer, Bruma (88. Konaté) – Augustin (71. Poulsen), Werner.

Tor(e): 0:1 Werner (65., Sabitzer), 1:1 Haberer (72., Günter), 2:1 Koch (76., Günter); Torchancen: 5:5; Ecken: 6:6; Schiedsrichter: Brand (Unterspiesheim); Gelbe Karten: – / –; Zuschauer: 23.000 im Schwarzwald-Stadion Freiburg. (mz)

(mz)