RBL empfängt Werder

RB Leipzig freut sich auf Duell mit offensivem Werder Bremen

Leipzig - Ein Blick auf die Tabelle, und wer wollte bezweifeln, dass es für RB Leipzig am Ende einer Champions-League-Woche schon schwerere Gegner gegeben hat, als den Tabellen-16. SV Werder Bremen, dem es in dieser Spielzeit bis dato nicht sonderlich gut ergangen ist: zwölf Spiele, sechs Pleiten, fünf Remis und gerade mal ein ...

Von Martin Henkel 24.11.2017, 15:15
Stefan Ilsanker (l.) ist fit für das Heimspiel gegen Werder Bremen.
Stefan Ilsanker (l.) ist fit für das Heimspiel gegen Werder Bremen. dpa

Ein Blick auf die Tabelle, und wer wollte bezweifeln, dass es für RB Leipzig am Ende einer Champions-League-Woche schon schwerere Gegner gegeben hat, als den Tabellen-16. SV Werder Bremen, dem es in dieser Spielzeit bis dato nicht sonderlich gut ergangen ist: zwölf Spiele, sechs Pleiten, fünf Remis und gerade mal ein Sieg.

Der eine Dreier aber, der nivelliert plötzlich die 13 Ränge Abstand in der Tabelle zum Dritten aus Leipzig ein wenig. Bremen holte ihn sich vorigen Sonntag mit einem 4:0 gegen Hannover 96.

RB Leipzig: Werder Bremen glaubt an seine Chance

Sofort ist das Selbstbewusstsein an der Weser geweitet wie zu den Zeiten von Trainer Thomas Schaaf, Meisterschaften, Pokalsiegen und Champions League. Neu-Trainer Florian Kohfeldt, der gegen Hannover sein Debüt als Erstligacheftrainer erlebte, glaubt sofort, es gäbe auch in Leipzig was zu holen. „Wir wollen was Zählbares mitnehmen.“ Kapitän Zlatko Junuzovic, der in Leipzig nicht spielen kann, assistierte: Wenn wir mutig sind wie gegen Hannover, dann können wir RB schlagen."

Dass vor einem Spiel hinauszurufen, ist natürlich trainerliche Pflicht. Aber im Fall der Samstagspartie (15.30 Uhr im Liveticker) stehen die Chancen für die Norddeutschen tatsächlich weit weniger schlecht, als der bisherige Saisonverlauf vermuten lassen könnte. Leipzig nämlich geht nicht nur in ein Englische-Woche-Spiel nach der Dienstagspartie gegen Monaco. Sondern auch Personalgeschwächt.

RB Leipzig: Viele Ausfälle vor dem Spiel gegen Werder Bremen

Der mit Abstand konstanteste Leipziger, Marcel Sabitzer, fällt mit ausgekugelter Schulter und Bänderapparatsschäden auf unbestimmte Zeit aus. RB-Trainer Ralph Hasenhüttl versuchte es Freitag gelassen zu vermelden, aber „wir wissen, dass Sabi für unser Spiel ein sehr wichtiger, sehr intelligenter Spieler ist.“

Bruma soll ihn ersetzen, vielleicht auch Ex-Kapitän Dominik Kaiser, der sein Amt auf der Reservebank verloren hat und vermutlich im Winter wechseln wird. Dynamo Dresden ist gerüchteweise im Gespräch. 

Kevin Kampl und Yussuf Poulsen bei RB Leipzig angeschlagen

Dass Hasenhüttl nicht ausdrücklich meinte, Kevin Kampl könnte die Position spielen, lag daran, dass der 20-Millionen-Sommerzugang genauso angeschlagen vom 4:1 gegen Monaco zurückgekehrt ist wie Yussuf Poulsen und Marcel Halstenberg. Alle drei hatten Donnerstag nicht trainieren können, der Trainer meinte, er wisse nicht, ob sie rechtzeitig fit würden.

Werder-Sieg zuletzt, Neu-Trainer-Euphorie und RB mit Personalsorgen sowie den vermutlich müderen Beinen – es schwante auch Hasenhüttl, dass die Partie so eng wird wie die Zahlen der bislang direkten Vergleiche beider Klubs zusammenstehen, obwohl das nur wenige sind. Die erste Partie verlor Werder (1:3), die zweite gewannen die Bremer (3:0).

Hasenhüttl warnt vor Werder-Offensive mit Kruse

Bänglich aber wirkte der Chefcoach nicht. RB hat zu Hause in dieser Spielzeit noch nicht verloren, nach Champions-League-Partien haben die Sachsen auch keinen Folgeauftritt vermasselt und Werder spielt unter Kohfeldt genauso wie es RB gernhat. „Offensiv“, wie Hasenhüttl diagnostizierte. „Sie suchen ihr Heil jetzt im Spiel nach vorn.“

Vor allem 96-Dreierpack-Stürmer Max Kruse und sein Kompagnon Fin Bartels seien kreuzgefährlich. „Ich erwarte deshalb keine Mannschaft, die hinten drinsteht, sondern mutig nach vorn spielt. Es wird ab und an einen offenen Schlagabtausch geben.“

Leipzigs Plan: Gegen Bremen so konzentriert auftreten wie in Monaco

Aber das spielt RB ja in die Strukturen: Balljagen, pressen, umschalten, Timo Werner lang schicken – das ist das ureigene Spiel, die Matrix, das System. Insofern: „Wenn wir so spielen wie gegen Monaco“, sagte Hasenhüttl, „dann sind wir gerade zu Hause nur schwer zu schlagen.“ Und gegen Monaco war der Endstand schon nach 45 Minuten hergestellt. „Wir müssen nur genauso konzentriert sein.“

Es also spielen, wovor Kohfeldt, der ja nicht blöd ist, warnte: „Die Leipziger stehen für temporeichen und aggressiven Fußball gepaart mit einer hohen individuellen Qualität. Ich erwarte, dass sie ihr Spiel gegen uns durchziehen wollen und mit hohem Tempo agieren werden. Da ist es egal, ob sie unter der Woche in der Champions League gespielt haben oder nicht.“

(mz)