Anthony Jung

Anthony Jung: Ex-RB Leipzig-Spieler zum Sieg des FC Ingolstadt

Leipzig/Ingolstadt - Jung traf mit seinem neuen Verein auf den alten. Er stand in der Startelf. Und war dabei, wie der Tabellenletzte aus Bayern den Tabellenführer aus Leipzig 1:0 besiegte und von der Spitze stieß

Von Martin Henkel
Marcel Halstenberg mit seinem Vorgänger Anthony Jung. imago sportfotodienst

Drei Jahre lang war Anthony Jung Spieler von RB Leipzig. Er stand 84 Mal im Kader, schoss vier Tore. Dann stieß Linksverteidiger Marcel Halstenberg zu den Bullen und Jung war seinen Stammplatz los. Im Sommer wechselte er deshalb auf Leihbasis mit Kaufoption zum Ligakonkurrenten FC Ingolstadt. 

Samstag, 15.30 Uhr war es dann soweit: Jung traf mit seinem neuen Verein auf den alten. Er stand in der Startelf. Und war dabei, wie der Tabellenletzte aus Bayern den Tabellenführer aus Leipzig 1:0 besiegte und von der Spitze stieß. Durch ein Tor von Roger in der 12. Minute – nach Freistoß von Anthony Jung.

Natürlich war Jung glücklich über den Sieg. „Drei wichtige Punkte für uns“, sagte er. Er meinte das durchaus auch patriotisch. Vor dem Spiel bereits hatte er gemeint, dass er sich in Ingolstadt wohl fühle und angekommen sei in der Stadt und im Verein. Und die alten Kameraden? Wohl gelitten, zu manchen unterhält er immer noch engen Kontakt wie zum alten Spezi Marcel Sabitzer, dem er im Vorfeld spaßeshalber ankündigte, den einen oder anderen Tritt zu erhalten. „Da muss er durch.“ Sie liefen sich im Spiel auf links bzw. rechts direkt über den Weg. Das Duell war fair, die gemeinsame Zeit ist nicht vergessen.

Das sagte Anthony Jung...

... zu der Frage, ob RB Ingolstadt überschätzt habe:

„Nein, das glaube ich nicht. Die waren auch gut auf uns eingestellt, Leipzig hat eigentlich einen guten Ball gespielt. Man hat auch gesehen, dass die eine oder andere Druckphase in der 2. Halbzeit da war.“

... darüber, ob seine Tipps mitgeholfen haben, den Tabellenführer zu schlagen:

„Nein. Die Idee mit der Dreierkette hinten kam vom Trainer. Es gab natürlich eine sehr gute Gegneranalyse, wir waren sehr gut vorbereitet. Es gab auch ein paar Fragen an mich, klar, die ich beantwortet habe.“

... wie das für ihn gewesen ist, gegen seine alten Kameraden zu spielen:

„Klar, ist das Spiel anders gewesen als andere. Mich hat es auch gefreut, die Jungs mal in einem Meisterschaftsspiel zu sehen. Ich hatte Vorfreude und es ist eine schöne Geschichte, vor dem Spiel Hallo zu sagen. In den 90 Minuten ging es dann zur Sache und nach dem Spiel haben wir uns wieder abgeklatscht.“

... wie er seine alte Mannschaft auf dem Platz erlebt hat:

„Ich denke, es war vielleicht nicht das ansehnlichste Spiel, auch für die Außenstehenden, weil wir viele lange Bälle gespielt haben, um dem Pressing von RB aus dem Weg zu gehen. Es ist ja nichts Neues, dass Leipzig das sehr gut kann. RB hat versucht, sehr geduldig zu spielen. Wir waren aber sehr unangenehm für den Gegner, wir haben es sehr eng gemacht, haben das Zentrum kompakt gehalten. So haben wir sie gezwungen, über die Außen zu spielen und mit langen Bällen zu operieren. Da haben wir hinten gar nichts zugelassen.“

... ob die Taktik darauf ausgerichtet war, einzelne Spieler aus Leipzig zu neutralisieren:

„Nicht wirklich. Wir wussten, dass die ganze Offensive von RB was mit dem Ball anfangen kann. Auch die Sechser Diego Demme und Naby Keita sind hervorragend im Spielaufbau. Deshalb gab es niemand Spezielles, wir haben unseren Fokus auf die gesamte Mannschaft gelegt.“

... welchen Anteil Maik Walpurgis am Sieg hatte:

„Der Trainer ist schon das ein oder andere Mal über RB gestolpert – in der 3. Liga, im Pokal. Es war wirklich erstaunlich, zu sehen, wie gut er vorbereitet war. Auch, weil ich ja in den Spielen gegen den Trainer noch auf der anderen Seite gespielt habe. Die gesamte Spielanlage war zu sehen, was die Stärken und Schwächen des Gegners sind. Wir wurden sehr gut drauf eingestellt.“