Glanzlos aber effektiv

Hallescher FC siehgt 3:0 in Jena: HFC meldet sich mit Arbeitssieg zurück

Jena - Klar, die Freude war im Moment des Abpfiffes groß. Doch allzu überschwänglich fiel die Party bei den Spielern des Halleschen FC nicht aus. Vor 8212 Zuschauern hatte sich der HFC am Freitagabend dank der Treffer von Pascal Sohm (10.), Björn Jopek (70.) und Terrence Boyd (90.) zwar mit 3:0 beim Drittliga-Schlusslicht FC Carl Zeiss Jena durchgesetzt, zeigte jedoch erneut eine wenig zufriedenstellende Leistung. Es zeigte sich deutlich: bis der alte HFC wieder auf dem Platz ist, wird es wohl noch ...

Von Christoph Lesk 22.11.2019, 20:56
Jubel beim Halleschen FC nach dem 1:0-Treffer druch Pascal Sohm.
Jubel beim Halleschen FC nach dem 1:0-Treffer druch Pascal Sohm. www.imago-images.de

Klar, die Freude war im Moment des Abpfiffes groß. Doch allzu überschwänglich fiel die Party bei den Spielern des Halleschen FC nicht aus. Vor 8212 Zuschauern hatte sich der HFC am Freitagabend dank der Treffer von Pascal Sohm (10.), Björn Jopek (70.) und Terrence Boyd (90.) zwar mit 3:0 beim Drittliga-Schlusslicht FC Carl Zeiss Jena durchgesetzt, zeigte jedoch erneut eine wenig zufriedenstellende Leistung. Es zeigte sich deutlich: bis der alte HFC wieder auf dem Platz ist, wird es wohl noch dauern.

Dabei hatte Trainer Torsten Ziegner nach den vergangenen beiden 0:1-Niederlage gleich fünf Änderungen vorgenommen. Am Versuch, neue Impulse zu setzen, hatte es jedenfalls nicht gelegen. Überraschend verzichtete er auf Stürmer Boyd, der nur auf der Bank saß. Spekulativ, ob es mit der Auseinandersetzung zwischen Boyd und Jopek am Training unter der Woche zu tun hatte und sich im eine Disziplinar-Maßnahme handelte. Für ihn spielte Jonas Nietfeld.

Sebastian Mai feiert HFC-Comeback in Jena

Nach fast zwei Monaten Pause wegen einer Verletzung am Innenband des Knies gab Sebastian Mai wieder den Abwehrchef. Zudem liefen Felix Drinkuth und Antonios Papadopoulos von Beginn an auf, gleiches galt für Florian Hansch, der erst zum dritten Mal in dieser Spielzeit von Beginn an ran durfte.

Bevor es losging brannte und knallte es im Gästeblock, die nächste Geldstrafe ist damit sicher. Danach war der HFC tonangebend und belohnte sich nach zehn Minuten mit der Führung. Ein Eckstoß von Bentley Baxter Bahn landete auf dem Kopf von Pascal Sohm, der zur Führung traf.

Doch statt für neues Selbstvertrauen zu sorgen, brachte das Tor die Hausherren besser ins Spiel. So hatte der HFC Glück als Jenas Dominik Bock nach einem Freistoß aus wenigen Metern am Gehäuse vorbeiköpfte (13.). Gleiches galt zwei Minuten später, als der FCC einen Konter durch Raphael Obermair schwach abschloss.

HFC verliert nach früher Führung den Faden

Allgemein ließ der HFC nach, die Hausherren kamen immer wieder zu guten Chancen, nutzten diese aber nicht. Erst nach 27 Minuten zeigte sich Halle durch einen harmlosen Nietfeld-Schuss wieder in der Offensive. Das war es aber auch. Nach den guten Anfangsminuten zeigten die Rot-Weißen erneut eine schwache Leistung und gingen mit einer sehr glücklichen Führung in die Pause. Zu viele Zweikämpfe gingen im Zentrum verloren. Die berühmte und oft eingeforderte Gier war nicht zu sehen.

Sollte Ziegner eine Halbzeitansprache an seine Spieler gehalten haben, kam diese nicht an. Weiterhin war der Tabellenletzt aus Jena energischer und zielstrebiger, machte sich gute Ansätze durch viele Fehler jedoch zunichte und konnte Kai Eisele nicht ernsthaft prüfen.

Der ehemalige Tabellenführer konnte die Harmlosigkeit der Gastgeber nicht nutzen und war auf der Suche nach dem verlorengegangenen Selbstvertrauen noch nicht weitergekommen. Ziegner reagierte folglich und brachte Dennis Mast für Drinkuth. Auch diese Maßnahme fruchtete.

Jopeks schöner Treffer entscheidet das Ost-Duell

Weiterhin war der FCC am Drücker, ohne jedoch ein Feuerwerk an Chancen abzubrennen. Zu limitiert kamen die Thüringer daher. Für den schwachen HFC musste es deshalb eine starke Einzelaktion des bisher glücklosen Björn Jopek richten: Nach einem Zuspiel von Mast legte sich der Mittelfeldspieler den Ball im Strafraum zurecht und hob diesen sehenswert in den Winkel zum überraschenden 2:0, das sich nicht angedeutet hatte (70.).

>>> Die Stimmen zum HFC-Sieg in Jena

Damit war klar, dass Halle nach zuletzt zwei Pleiten wieder einen Sieg einfahren würde. Nach 80 Minuten war für den Schützen zum zweiten Tor dann auch der Arbeitstag beendet. Für ihn kam Julian Guttau in die Partie. In dieser Phase war die Gegenwehr des Schlusslichtes bereits gebrochen. So durfte auch Boyd noch mitwirken und Sohm ablösen (86.). Und in der Nachspielzeit setzte er nach Pass von Bahn sogar noch den Schlusspunkt zum 3:0. (mz)

Statistik: Carl Zeiss Jena - Hallescher FC 0:3 (0:1)

Jena: Coppens - Maranda, Volkmer, Hammann - Schau - Obermair (71. Kircher), Käuper, Eckardt, Bock (76. Donkor) - Pagliuca, Gabriele (60. Günther-Schmidt). - Trainer: Schmitt
HFC: Eisele - Vollert, Sebastian Mai, Landgraf - Drinkuth (60. Mast), Papadopoulos, Jopek (80. Guttau), Hansch - Bahn - Sohm (85. Boyd), Nietfeld. - Trainer: Ziegner
Schiedsrichter: Florian Exner (Beelen)
Tore: 0:1 Sohm (10.), 0:2 Jopek (70.), 0:3 Boyd (90.+1)
Zuschauer: 8212
Gelbe Karten: Eckardt, Pagliuca, Käuper - Jopek, Mast, Eisele