Punkte gegen Zwickau gefordert

Hallescher FC: Schädlichs klare Ansage an Trainer und Team

Halle (Saale) - Michael Schädlich wartete am Montagmittag noch auf die Nachricht mit der genauen Diagnose. Doch ihm schwante nichts Gutes. "Ich weiß nicht, wo wir gesündigt haben, dass uns der Fußball-Gott regelmäßig abstraft", sagte der Präsident des Halleschen FC und setzte hinzu: "Immer trifft es Spieler, die gerade richtig gut ...

Von Christoph Karpe

Michael Schädlich wartete am Montagmittag noch auf die Nachricht mit der genauen Diagnose. Doch ihm schwante nichts Gutes. "Ich weiß nicht, wo wir gesündigt haben, dass uns der Fußball-Gott regelmäßig abstraft", sagte der Präsident des Halleschen FC und setzte hinzu: "Immer trifft es Spieler, die gerade richtig gut sind."

Er meinte Tobias Müller und befürchtete, dass sich dessen Knieverletzung aus dem Hansa-Spiel als schwerwiegend herausstellen würde. Was dann glücklicherweise nicht ganz so eintraf. Die Magnetresonanz-Tomographie (MRT) zeigte, "dass in Anführung nur der Innenmeniskus kaputt gegangen ist, die Bänder sind alle ganz geblieben", wie Doktor Thomas Bartels mitteilte.

Der 23-jährige Innenverteidiger wird am Mittwoch operiert und kann im Januar wieder ins Training einsteigen. Weil von den Abwehrspielern auch Fabian Franke, Hendrik Starostzik und Max Barnofsky - am Montag am Knie operiert - ausfallen, herrscht akuter Personal-Notstand. Stefan Kleineheismann ist der letzte verbliebene, der gelernten Innenverteidiger.

HFC-Präsident Schädlich nimmt die Mannschaft in die Pflicht

Ungeachtet des fortgesetzten Verletzungspechs, das in dieser Saison seuchenhafte Züge annimmt, erwartet Michael Schädlich jedoch Erfolge. Zwei weitere Niederlagen, die den Klub wieder in akute Abstiegsnot stürzen würden, mag er sich nicht vorstellen.

"In Zwickau geht es für beide Mannschaften um Sein oder Nichtsein. In Paderborn sind wir dann Außenseiter, doch die stecken gerade in einer kleinen Krise. Ich hoffe, dass sie sich von der nicht erholt haben, wenn wir dort spielen", sagt der Präsident im Hinblick auf die Auswärts-Aufgaben am Sonntag beim Tabellen-17. und dann am 15. Dezember beim derzeitigen Spitzenreiter.

Mut macht ihm - trotz vieler Ausfälle schon in der Vergangenheit: "Wir waren in keinem der bisherigen Spiele so unterlegen, dass wir es verlieren mussten. Wir haben also immer eine realistische Chance, zu punkten."

HFC: Es geht auch um den Job von Rico Schmitt

Doch wenn Punkte ausbleiben, geht der Klub mit einer auflodernden Trainerdiskussion in die kurze Winterpause. Muss Rico Schmitt dann um seinen Job fürchten? Schädlich formuliert es so: "Die erste Priorität ist, die dritte Liga zu halten. Wenn es dafür hilfreich wäre, den Präsidenten oder den Platzwart auszutauschen, dann würde das passieren. Gleiches gilt für die Position des Trainers."

Heißt: Schädlich würde nicht zögern, Schmitt zu feuern. Da zählt die lange Verletztenliste nicht mehr als mildernder Umstand. Ebenso nicht die angespannte Finanzlage des Klubs.

(mz)