HFC-Bezwinger erlebt DFB-Pokal-Debakel

Schlimmer Auftritt von Einheit Wernigerode: Kapitän boxt Gegenspieler in Unterleib

Mit einer Überraschung hatten sie im Harz geliebäugelt. Es wurde im DFB-Pokal auch eine, aber eine unliebsame: Zehn Gegentore. Das tat weh.

Aktualisiert: 01.08.2022, 12:01
Paderborns Tobias Müller tröstet Wernigerodes Keeper Andre Helmstedt nach Spielende.
Paderborns Tobias Müller tröstet Wernigerodes Keeper Andre Helmstedt nach Spielende. (Foto: Matthias Bein/dpa)

Wernigerode/dpa/MZ - Über diesen Tag sollte in Wernigerode noch lange gesprochen werden. Wird es auch. Aber nicht wegen einer erhofften faustdicken Fußball-Überraschung. Vielmehr, weil die Oberliga-Fußballer des FC Einheit Wernigerode eine so noch nicht gekannte Pleite erlebten: 0:10 im DFB-Pokal gegen den Zweitligisten SC Paderborn.

Für Viele einfach nur unglaublich, peinlich oder niederschmetternd. „Das ist sehr hart“, sagte auch der neue Einheit-Trainer Maximilian Dentz. Im Landespokal hatte Wernigerode noch den Halleschen FC rausgeworfen und für eine Überraschung gesorgt - im DFB-Pokal folgte dann aber die eiskalte Dusche. Kein Team verlor in der ersten Runde höher.

Einheit - dem Vereinsnamen entsprachen die Wernigeröder an diesem Tag in keiner Phase. „Von den zehn Toren, die wir bekommen haben, haben wir uns sechs oder sieben selber reingemurmelt. Das ist sehr schade“, sagte Dentz im MDR. Sie seien in keiner Phase des Spiels in die Situation gekommen, etwas Aufbruchstimmung zu erzeugen, befand der Coach.

Einheit Wernigerode: Danny Wersig boxt Gegenspieler in den Unterleib

Die Gründe für die Klatsche suchte er nicht beim Gegner. „Klar ist Paderborn eine sehr gute Mannschaft. Aber wir müssen nur die Zweikämpfe annehmen, den Ball mal rausschlagen, die Männer übernehmen. Das waren grobe Fehler“, sagte Dentz und betonte, dass es nicht daran lag, dass der Oberligist noch kein Pflichtspiel in dieser Saison bestritten hat.

Einen Spieler hatten die Wernigeröder aber doch, der einigermaßen Normalform hatte: Torhüter André Helmstedt. „Er war die ärmste Sau“, sagte FC-Kapitän Danny Wersig. Er selber sorgte für den peinlichsten Moment des Tages, als er gleich zu Beginn der Partie SCP-Stümer Dennis Srbeny mit der Faust in den Unterleib schlug. Nur weil Schiedsrichter Richard Hempel die Szene im Getümmel übersah, kam Wersig um die verdiente Rote Karte herum. Srbeny revanchierte sich auf seine Art sportlich mit einem Tor und drei Vorlage.

FC Einheit Wernigerode kassiert rund 210.000 Euro für Lehrstunde gegen SC Paderborn

Keeper Helmstedt hielt derweil tapfer, was zu halten war und verhinderte eine noch höhere Niederlage. „Wir sind einfach nicht reingekommen“, sagte Helmstedt, der sich schon erhofft hatte, zum Pokal-Helden werden zu können. „Es wäre ein Traum gewesen“, sagte der Torhüter.

Was bleibt vom ersten Auftritt des Vereins im DFB-Pokal? In erster Linie die stattliche Antrittsgage von knapp 210.000 Euro, die jedem kleinen Verein guttut. Und dann die Erfahrung. „Es war ein Bonbon, ein Bonusspiel. Wir wissen, dass Paderborn nicht unsere Kragenweite ist. Wichtig ist, dass wir daraus lernen“, sagte Dentz vor dem Start in den Fünftliga-Alltag.