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Eisige Luft aus Russland und der Arktis Sibirische Kältewalze in Anmarsch? Experten warnen vor Kältewelle in Sachsen-Anhalt

Was vor wenigen Wochen noch wie ein milder Winter aussah, ist derzeit nur noch Wunschdenken. Ein Polarwirbel über Russland sorgt dafür, dass das Wetter in Sachsen-Anhalt kalt und frostig bleibt.

Von Franziska Peinelt Aktualisiert: 29.01.2026, 13:53
Ein Kältegebiet über Russland bringt eisige Kälte nach Sachsen-Anhalt. Eisige Temperaturen und frostige Nächte werden zur Gewohnheit.
Ein Kältegebiet über Russland bringt eisige Kälte nach Sachsen-Anhalt. Eisige Temperaturen und frostige Nächte werden zur Gewohnheit. (Symbolfoto: dpa | Matthias Bein)

Magdeburg/ Halle (Saale). – Was zunächst nach einem milden Winter aussah, entwickelt sich n den Wetterprognosen zu einem ganz anderen Szenario. Innerhalb kurzer Zeit haben zahlreiche Wetterexperten Alarm geschlagen.

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Statt frühlingshaften Temperaturen rückt nun eine mögliche extreme Kältephase in den Vordergrund. Meteorologen beobachten die Wetterlage mit zunehmender Aufmerksamkeit.

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Dauerfrost: Experten erwarten Wetterumschwung

Was aktuell in den Modellen zu sehen ist, gilt als ungewöhnlich: Innerhalb kürzester Zeit haben sich fast alle relevanten Berechnungen in Richtung Kälte verschoben. Statt milderer Luftmassen rücken Vorhersagen in den Fokus, die eisige Temperaturen, Schnee und Frost erwarten.

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Fachleute wie Johannes Habermehl von "Meteored" sprechen von einem stabilen Trend, auch wenn Details wie die genauen Temperaturwerte noch schwanken würden.

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Auffällig sei dabei weniger ein einzelner Kälteschub, sondern die mögliche Länge der kalten Phase. Genau diese Dauer entscheidet darüber, ob es sich um einen kurzen Wintergruß oder um eine ernsthafte Kälteperiode handelt.

Sibirische Kälte könnte Sachsen-Anhalt bibbern lassen

Im Zentrum der Entwicklung steht demnach ein mächtiges Kältegebiet über Russland. Dieses sogenannte Eislufthoch blockiert den Zustrom milder Atlantikluft und lenkt sibirische Kälte nach Mitteleuropa. Für Sachsen-Anhalt bedeutet das einen deutlichen Temperaturabfall.

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Typisch für solche Ostlagen sind wolkenarme Nächte und starke Auskühlung. Auch ohne nennenswerten Schneefall können die Temperaturen dadurch extrem sinken. Für Sachsen-Anhalt bedeutet das: Dauerfrost. 

So hat der Deutsche Wetterdienst (DWD) mittlerweile auch eine Wetterwarnung der Stufe 1 ausgesprochen. Vor allem der Osten, somit auch Teile Sachsen-Anhalts, sind davon betroffen. 

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Lange Kälte hat Folgen für Alltag und Infrastruktur

Setzt sich die Kälte länger fest, könnte der restliche Winter deutlich unter unseren Januar-Erfahrungen verlaufen. Das hätte spürbare Auswirkungen auf Energieverbrauch, Verkehr und Versorgungssysteme, wie Habermehl erklärt. Auch Frostschäden an Leitungen und Straßen wären möglich.

Besonders problematisch sind Phasen ohne Tauwetter. In solchen Fällen dringt der Frost immer tiefer in den Boden ein, was Bauwerke und Infrastruktur zusätzlich belastet, auch dann, wenn Schnee ausbleiben würde.

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Entgegen der landläufigen Meinung braucht es für eisige Temperaturen keinen Schnee. Kontinentale Luft aus dem Osten ist häufig sehr trocken. In Kombination mit dem Hochdruckwetter und klarem Himmel entsteht eine starke nächtliche Auskühlung.

Laut Habermehl kamen viele der kältesten Winterepisoden der Vergangenheit mit überraschend wenig Schnee aus. Das mache die Lage trügerisch.

Polarwirbel aus der Arktis könnten Kälte nach Sachsen-Anhalt bringen

Zusätzlich zum Kältehochdruckgebiet über Russland gibt es Entwicklungen in der Atmosphäre. Der Polarwirbel, der normalerweise die Kaltluft in der Arktis festhält, wirkt aktuell instabil. 

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Im schlechtesten Fall könnte das sogenannte Stratosphärenerwärmungs-Ereignis eintreten. Dabei steigen die Temperaturen in großer Höhe stark an, sodass sich der Polarwirbel spalten könnte. Hochdruckgebiete gewinnen dann die Oberhand und blockieren so die milde Atlantikluft, die normalerweise nach Sachsen-Anhalt strömt. 

Die dann zu uns strömende eisige sibirische Luft lässt unsere Temperaturen tagelang unter null bleiben. Nächte im zweistelligen Minusbereich sind in diesem Szenario möglich.

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Dauerfrost in Sachsen-Anhalt: Keine Gewissheit, aber klare Warnsignale

Trotz der Hinweise bleibt laut Habermehl eine gewisse Unsicherheit. Schon kleine Verschiebungen in der Großwetterlage könnten über Dauerfrost oder milde Temperaturen entscheiden. Meteorologen sprechen von einer sensiblen Phase, in der sich Prognosen kurzfristig ändern können.

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Eine schnelle Entwarnung zeichnet sich jedoch nicht ab. Vieles deutet darauf hin, dass sich Deutschland und auch Sachsen-Anhalt auf winterliches Wetter einstellen müssen. Dennoch betont Habermehl, dass mehrere Kältewellen wahrscheinlicher sind, als klirrende sibirische Kälte in Deutschland.