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Frost und Eis Polarwirbel in Gefahr: Droht Sachsen-Anhalt im Februar 2026 eine extreme Kältewelle?

Der Polarwirbel gerät aktuell ins Wanken. Die Folgen für Deutschland und damit für Sachsen-Anhalt könnten fatal sein. Warum der Februar 2026 zum Extremmonat werden könnte.

Von Tim Müller 27.01.2026, 13:58
Der Winter ist noch längst nicht vorbei. Experten rechnen damit, dass im Februar eine extreme Kältewelle zu erwarten ist.
Der Winter ist noch längst nicht vorbei. Experten rechnen damit, dass im Februar eine extreme Kältewelle zu erwarten ist. Foto: Imago/Wolfram Weber

Magdeburg/Halle (Saale)/DUR. - Aktuell wirbelt Sturmtief Leonie Ostdeutschland mächtig durcheinander und bringt neben Frost auch Schnee und Glätte.

In den kommenden Wochen kann sich die Lage sogar noch verschärfen. Erste Meteorologen warnen vor einem geschwächten Polarwirbel und einem Eiswinter im Februar.

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Polarwirbel schwächelt: Wird das Winterende vorerst verschoben?

Normalerweise hält der Polarwirbel die Polarluft gebündelt über Osteuropa. Gerät dieses System jedoch ins Wanken, kann die arktische Luft weit nach Mitteleuropa ausbrechen. Laut einigen aktuellen Wetterkonstellationen scheint der Polarwirbel jedoch spürbar geschwächt zu sein.

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Daher warnen Meteorologen vor den Auswirkungen der Schwächung. Besonders der Februar gilt als kritische Phase, da sich Störungen in dieser Zeit häufiger bis in die unteren Atmosphärenschichten durchsetzen. Dadurch kann sich ein gewöhnliches Winterende binnen kurzer Zeit in eine ausgeprägte Kälteperiode verwandeln.

Eiswinter bringt zweistellige Minuswerte und äußerst kalte Luft

Die Temperaturen können dann über mehrere Tage unter dem Gefrierpunkt bleiben, in den Nächten sind vielerorts sogar zweistellige Minuswerte möglich. Zudem gibt es eine trockene, äußerst kalte Luft.

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Bereits existierende Schneedecken würden kaum abschmelzen und die Kälte zusätzlich verstärken. Unter solchen Bedingungen stoßen Städte, Verkehrsnetze und Energieversorgung schnell an ihre Belastungsgrenzen, während sich die Wetterlage über Wochen hinweg kaum verändert.

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Wie wahrscheinlich ist ein Eiswinter im Februar?

Ein Rückblick zeigt, dass extreme Februare keineswegs ungewöhnlich sind. Die Kältewinter der Jahre 1956, 1985 oder 2012 verliefen nach ähnlichen Mustern. Auch damals spielten ein geschwächter Polarwirbel und blockierte Westwetterlagen entscheidende Rollen.

Trotz der deutlichen Warnzeichen raten Meteorologen jedoch zu einer nüchternen Betrachtung. Ein Zusammenbruch des Polarwirbels bedeutet demnach  nicht automatisch einen neuen Kälterekord im Februar.

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Bereits kleinste Verschiebungen im Luftstrom könnten darüber entscheiden, ob uns die kalte Luft überhaupt erreicht oder weiter östlich bleibt.

Mehrere Kältewellen gelten als wahrscheinlich

Wahrscheinlicher als ein einzelnes Extremereignis ist eine Abfolge mehrerer kräftiger Kältewellen, die sich über Wochen erstrecken und kaum Erholung zulassen.

Sollte der Polarwirbel kippen, drohen im Februar außergewöhnliche Kälte, Schnee und anhaltender Frost. Noch ist die Entwicklung offen, doch die Voraussetzungen sind gegeben. "Die Atmosphäre steht unter Spannung", betonen Wetterforscher.

Für Sachsen-Anhalt heißt das: Der Winter ist längst noch nicht vorbei.