Eisige Luft aus Russland und Arktis Sibirische Kälte im Anmarsch? Wettermodelle warnen vor Dauerfrost in Sachsen-Anhalt
Ein mächtiges Kältehoch über Russland verändert laut Experten die Wetterlage in Deutschland. Milde Luft wird blockiert, stattdessen strömt sibirische Kälte nach Westen.

Magdeburg/ Halle (Saale). – In kurzer Zeit haben sich die Wetteraussichten drastisch geändert. Zahlreiche internationale Prognosemodelle zeigen übereinstimmend nach eher milden Temperaturen ein winterliches Szenario.
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Meteorologen beobachten eine Entwicklung, die auf eine länger anhaltende Kältephase hindeutet – und die auch für Sachsen-Anhalt Folgen haben könnte.
Dauerfrost: Experten erwarten Wetterumschwung
Was aktuell in den Modellen zu sehen ist, gilt als ungewöhnlich: Innerhalb kürzester Zeit haben sich fast alle relevanten Berechnungen in Richtung Kälte verschoben. Statt milderer Luftmassen rücken Vorhersagen in den Fokus, die ab Wochenmitte verbreitet Frost in Sachsen-Anhalt erwarten.
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Fachleute wie Johannes Habermahl von "Meteored" sprechen von einem stabilen Trend, auch wenn Details, wie die genauen Temperaturwerte, noch schwanken würden.
Auffällig sei dabei weniger ein einzelner Kälteschub, sondern die mögliche Länge der kalten Phase. Genau diese Dauer entscheidet darüber, ob es sich um einen kurzen Wintergruß oder um eine ernsthafte Kälteperiode handelt.
Sibirische Kälte könnte Sachsen-Anhalt bibbern lassen
Im Zentrum der Entwicklung steht demnach ein mächtiges Kältehochdruckgebiet über Russland. Dieses sogenannte Eislufthoch blockiert den Zustrom milder Atlantikluft und lenkt sibirische Kälte nach Mitteleuropa. Für Sachsen-Anhalt bedeutet das einen deutlichen Temperaturabfall.
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Typisch für solche Ostlagen sind wolkenarme Nächte und starke Auskühlung. Auch ohne nennenswerten Schneefall können die Temperaturen dadurch extrem sinken. Für Sachsen-Anhalt bedeutet das: Dauerfrost.
Lange Kälte hat Folgen für Alltag und Infrastruktur
Setzt sich die Kälte länger fest, könnte der restliche Winter deutlich unter unseren Januar-Erfahrungen verlaufen. Das hätte spürbare Auswirkungen auf Energieverbrauch, Verkehr und Versorgungssysteme, wie Habermahl erklärt. Auch Frostschäden an Leitungen und Straßen wären möglich.
Besonders problematisch sind Phasen ohne Tauwetter. In solchen Fällen dringt der Frost immer tiefer in den Boden ein, was Bauwerke und Infrastruktur zusätzlich belastet, auch dann, wenn Schnee ausbleiben würde.
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Entgegen der landläufigen Meinung braucht es für eisige Temperaturen keinen Schnee. Kontinentale Luft aus dem Osten ist häufig sehr trocken. In Kombination mit dem Hochdruckwetter und klarem Himmel entsteht eine starke nächtliche Auskühlung.
Laut Habermahl kamen viele der kältesten Winterepisoden der Vergangenheit mit überraschend wenig Schnee aus. Das mache die Lage trügerisch.
Polarwirbel aus der Arktis könnten Kälte nach Sachsen-Anhalt bringen
Zusätzlich zum Kältehochdruckgebiet über Russland gibt es Entwicklungen in der Atmosphäre. Der Polarwirbel, der normalerweise die Kaltluft in der Arktis festhält, wirkt aktuell instabil. Im schlechtesten Fall könnte das sogenannte Stratosphärenerwärmungs-Ereignis den Wirbel sogar aufspalten.
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Sollte es dazu kommen, kann eisige Luft weit nach Süden aufbrechen. Deutschland würde in diesem Fall mitten in der Kaltluftstraße liegen.
Dauerfrost in Sachsen-Anhalt: Keine Gewissheit, aber klare Warnsignale
Trotz der Hinweise bleibt laut Habermahl eine gewisse Unsicherheit. Schon kleine Verschiebungen in der Großwetterlage könnten über Dauerfrost oder milde Temperaturen entscheiden. Meteorologen sprechen von einer sensiblen Phase, in der sich Prognosen kurzfristig ändern können.
Eine schnelle Entwarnung zeichnet sich jedoch nicht ab. Vieles deutet darauf hin, dass sich Deutschland und auch Sachsen-Anhalt auf winterliches Wetter einstellen müssen.