Streit in AfD

Streit in AfD: Vorstandskritiker lassen Poggenburgs Ultimatum verstreichen

Magdeburg - In Sachsen-Anhalts AfD bleibt der Konflikt zwischen Landesführung und rebellischen Kreischefs vorerst ungelöst.

Von Jan Schumann

In Sachsen-Anhalts AfD bleibt der Konflikt zwischen Landesführung und rebellischen Kreischefs vorerst ungelöst. Trotz Ultimatum habe es bis Karfreitag keine Rücktritte an der Basis gegeben, sagte AfD-Landeschef André Poggenburg am Samstag. „Ich habe noch keine Rückmeldung bekommen“, so Poggenburg. „Ich hoffe, dass der ein oder andere noch Einsicht zeigt und Verantwortung übernimmt.“

Im Fokus hat er vor allem die Kreisvorsitzenden Daniel Roi (Anhalt-Bitterfeld), Yvonne Sturm (Harz) und Lydia Funke (Burgenlandkreis). Sie waren Teil einer vorstandskritischen Chatgruppe, in der zum Sturz der Landesspitze um Poggenburg aufgerufen worden war. Keiner der drei erschien am Samstag zum Landesparteitag in Badeborn (Harz). Die Partei wählt die hinteren Listenplätze für die Bundestagswahl 2017.

Poggenburg hatte im Vorstand initiiert, den Rebellen ein Ultimatum zum Rücktritt zu stellen. Andernfalls werde es Sanktionen geben. Möglich sind mehrjährige Ämtersperren. „Wir werden uns das ab Dienstag ganz genau im Vorstand angucken“, kündigte Poggenburg an.

AfD Sachsen-Anhalt blickt mit Spannung auf den Bundesparteitag der Alternative für Deutschland in Köln

Zudem blickt der Landesverband mit Spannung auf den anstehenden Bundeparteitag in Köln kommende Woche. „Die Frage ist, ob Frauke Petry bereit ist, eine Mehrfachspitze zuzulassen“, so Poggenburg. Einen Alleingang der Bundeschefin als Spitzenkandidatin lehnt er ab.

Petry steht vor dem Parteitag unter Druck. Sie initiierte im Vorfeld einen Antrag, mit dem sich der AfD-Parteitag gegen den Weg der Fundamentalopposition aussprechen soll. Die Partei soll mittelfristig koalitionsfähig werden. AfD-Mitglieder erwarten in Köln ein Kräftemessen zwischen Petry und ihren innerparteilichen Gegenspieler.

In Badeborn bestimmte der Landesparteitag am Samstag über die Besetzung der Liste zur Bundestagswahl. Auf Platz sechs bis zehn treten nun Ronny Kumpf, Ronald Bischoff, Christian Hecht, Sven Schöndube und Jens Lange an. Bereits vor drei Wochen hatte der Parteitag Martin Reichardt auf Listenplatz eins gewählt. (mz)