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OsternGesetzliche Feiertage: Was Karfreitag für Christen bedeutet

An Karfreitag wird im christlichen Glauben der Kreuzigung von Jesus Christus gedacht. In der protestantisch-evangelischen Glaubensrichtung ist das der wichtigste Tag im christlichen Jahreskalender. Zum "Stillen Feiertag" gehört mehr als nur ein Verbot von Diskotheken.

Von Sophie Weinmann Aktualisiert: 25.01.2024, 11:49
An Karfreitag wurde laut Christlichen Kalender
An Karfreitag wurde laut Christlichen Kalender Jesus Christus, der Sohn Gottes, gekreuzigt. Symbolbild: IMAGO / H. Tschanz-Hofmann

Magdeburg - Für evangelische Christen ist er der wichtigste Tag im Kirchenkalender: der Karfreitag. An diesem Tag gedenken Christen überall auf der Welt dem Leidensweg und Tod ihres Messias Jesus Christus. Der Karfreitag ist Teil der Osterfeiertage und liegt zwischen dem Gründonnerstag, Karsamstag, Ostersonntag und Ostermontag. Mit Weihnachten und Pfingsten ist Ostern das wichtigste christliche Fest im Jahr. 

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Was ist am Karfreitag passiert?

Am Karfreitag wurde Jesus, im christlichen Glauben Gottes Sohn, von den Römern gekreuzigt. Der Hohe Rat von Jerusalem warf ihm laut Bibel vor, sich als Gottes Sohn ausgegeben zu haben, was für sie Gotteslästerung war. Überlieferungen nach wurde er um 15 Uhr von den Römern, die die Stadt damals verwalteten, dafür hingerichtet. 

In mehreren Überlieferungen wurde er in seinen letzten Momenten von Gott, seinem Vater, verlassen. Jesus ist im christlichen Glauben am Kreuz für die Sünden aller gestorben.

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Wann ist Karfreitag?

2024 ist Karfreitag am 29. März. Das Datum ist wie der Zeitpunkt des Osterfestes generell variabel und richtet sich nach dem Mondzyklus. Der erste Freitag nach dem ersten Vollmond nach dem 21. März, dem Frühlingsanfang, ist Karfreitag. 

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Was bedeutet der Karfreitag für Christen?

Dieser Feiertag ist für Christen ein Tag der Trauer. Christen gedenken an diesem Tag dem Tod ihres Messias und Sohn Gottes Jesus Christus gedacht. Deswegen ist dieser Tag ein sogenannter "stiller Feiertag". An diesem Tag wird im Stillen gedacht, ohne Kirchengeläut, große Unterhaltung und Tanz. Gottesdienste finden ohne Blumenschmuck, Kerzen oder Lieder statt.

Mehr zum Thema Trauer.

Der Karfreitag markiert außerdem mit dem Karsamstag außerdem das Ende Fastenzeit. Diese dauert circa sechseinhalb Wochen ab dem Aschermittwoch. 

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Karfreitag und Ostern als Ganzes gehören mit Pfingsten und Christi Himmelfahrt zusammen. So ändern sich die Daten der Feiertage jedes Jahr, der zeitliche Abstand zueinander aber nicht.

Welche Bräuche gibt es am Karfreitag?

Am Karfreitag ist es für viele Christen Brauch, Fisch statt Fleisch zu essen. In der Orthodoxen Glaubensrichtung wird auf alle tierischen Produkte, auch Milch, Butter und Eier verzichtet. 

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In den Kirchen werden bestimmte Karfreitagsmessen gehalten, der Altarraum ist entweder gar nicht geschmückt oder das Altartuch ist schwarz. In vielen Regionen Deutschlands finden außerdem Karfreitagsprozessionen statt, so auch in Stuttgart-Bad Cannstadt und Lohr am Main.

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Ist Karfreitag ein gesetzlicher Feiertag?

Der Karfreitag ist ein gesetzlicher Feiertag. Das bedeutet, dass Geschäfte und Betriebe in der Regel an diesem Tag geschlossen sind. Das besondere am Karfreitag ist, dass er ein sogenannter "Stiller Feiertag" ist. Unterhaltungsveranstaltungen, die den Geist des Tages nicht widerspiegeln, sind deswegen gesetzlich untersagt. Unter dieses Verbot fallen unter anderem Diskotheken.

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Wie streng die Regelungen sind, hängt an den einzelnen Bundesländern, die diese aufstellen. Bayern hat beispielsweise die strengsten Regeln, es dürfen nicht einmal öffentlich merkbare Arbeiten getätigt werden.

In Sachsen-Anhalt bleiben Einrichtungen wie Jahrmärkte, Diskos, Zirkusse und Theater an diesem Tag zu und es dürfen auch keine Sportveranstaltungen oder solche stattfinden, die auf positive Art unterhalten sollen. Das Tanzverbot gilt am Karfreitag in Sachsen-Anhalt von 0 bis 24 Uhr. Wer im Privaten Unterhaltungstechnik nutzt, darf das tun, solange Nachbarn nicht gestört werden.

Warum ist Jesus am Kreuz gestorben?

Jesus wurde biblischen Quellen zufolge vom Hohen Rat in Jerusalem verurteilt, Gotteslästerung begangen zu haben, da er sagte, Gottes Sohn zu sein. Der Rat forderte deswegen eine Todesstrafe, die die dort herrschenden Römer umsetzen.

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Die Kreuzigung war im Antiken Rom eine Zeit lang eine gängige Hinrichtungsmethode für Menschen, die Aufstände verübten und für Sklaven. Sie gilt vielerorts als eine der grausamsten Hinrichtungsmethoden, die es gibt.

Die Kreuzigung ist darauf ausgelegt, das Leid der gekreuzigten Person zu verlängern. Sie wurde deswegen meist nur in eroberten Gebieten oder bei Aufrührern und Sklaven verwendet. Das sollte dazu dienen, Nachahmer oder Sympathisanten der Verurteilten von weiteren Taten abschrecken.