Über 1.000 neue Nachbarn

Über 1.000 neue Nachbarn: Weißenfels mit Zuzugsplus

Weißenfels - Weißenfels: Es ziehen mehr Menschen in die Saalestadt als aus ihr weg.

Von Julia Reinard 18.12.2016, 22:12

Eine gute Nachricht: Weißenfels verzeichnet in den zurückliegenden fünf Jahren mehr Zuzüge als Wegzüge! Kamen zwischen 2011 und 2015 11.660 Menschen nach Weißenfels, zogen im gleichen Zeitraum lediglich 10.157 Personen weg. Das sind rund 1.500 weniger, als gekommen waren. Das zeigen Daten des Landesamtes für Statistik. Dass die Einwohnerzahl dennoch sinkt, liegt an der höheren Sterbe- als Geburtenrate. Das Interesse, in die Saalestadt zu ziehen, ist also offenbar vorhanden.

Von den Zuziehenden lebte weniger als ein Fünftel, nämlich knapp 18 Prozent, schon vorher im Burgenlandkreis. Spitzenreiter aus dem Kreis – und auch in der Gesamtliste – waren in den zurückliegenden Jahren: Lützen (370), Teuchern (352) und Hohenmölsen (345). Auf den folgenden Plätzen landeten Naumburg (336) und Zeitz (309).

Leipzig ist für Weißenfelser am attraktivsten

Leipzig ist die wichtigste Großstadt für Weißenfels: 275 Menschen zogen in diesem Zeitraum von dort an die Saale. Gut möglich, dass ein Teil davon zurückkehrende Studenten oder ausgelernte Fachkräfte waren. Und natürlich ist Leipzig seinerseits auch ein attraktives Ziel für Fortziehende. Die meisten Abmeldungen aus Weißenfels geschahen zugunsten von Leipzig (612). Auch darunter werden sicher Studenten sein.

Doch noch mal zurück zu den Zuzügen: Betrachtet man sie geografisch, kennt ein Großteil derer, die sich neu anmelden, die Stadt bereits. Alle Orte, aus denen mehr als 100 Personen nach Weißenfels zogen, liegen in der Nähe, auch wenn sie – wie bei Leipzig – eine Bundeslandgrenze oder – wie bei Halle (269) und Merseburg (179) – eine Kreisgrenze überquert haben.

Gleichwohl kommen Neu-Weißenfelser auch von weiter her. So aus Berlin (74), Dresden (48), Jena (43) oder München (34), aus Erfurt (26), Hamburg (26) und Gera (23). Eine Weißenfelser Besonderheit sind 20 Zugezogene aus Rheda-Wiedenbrück in den betrachteten fünf Jahren. Die Annahme liegt nahe, dass sie durch das Tönnies-Werk nach Weißenfels gezogen sind. In Rheda-Wiedenbrück ist der Sitz der Konzernzentrale. Bislang unerwähnt ist Platz eins der Zuzüge.

Einige Menschen kamen aus Zentralen Anlaufstelle für Asylbewerber, wie beispielsweise die ZAST in Halberstadt

Aus Halberstadt kamen zwischen 2011 und 2015 mit 522 Personen die meisten Neuankömmlinge. Ein Großteil davon kam sicher am Ende des Betrachtungszeitraums in die Stadt und zwar verteilt von der Zentralen Anlaufstelle für Asylbewerber (ZASt) in Halberstadt. Dabei nahm der Burgenlandkreis allein zwischen Januar und August vorigen Jahres 847 Personen auf.

Den größten Andrang gab es sogar erst Ende des Jahres. Ein Teil dieser Zugezogenen ist vor Ort geblieben und hier gemeldet. Am positiven Wanderungssaldo für die Stadt ändert sich aber selbst dann nichts, wenn man alle Halberstädter Zuzüge abziehen würde. Das Plus läge dann immer noch bei knapp 1 000 Personen.

Bleibt die Frage, wohin die Menschen ziehen, wenn sie Weißenfels verlassen. Ihre Ziele sind: Leipzig (612), Halle (416), Naumburg (367), Lützen (279), Hohenmölsen (247), Teuchern (234), Merseburg (154) und Zeitz (154). Die meisten Menschen, die fortziehen, bleiben geografisch in der Nähe. Die erste Stadt, die deutlich weiter weg ist, ist Dresden mit 64 Fortzügen in fünf Jahren.

Allerdings finden sich bei den Fortzügen auch die Städte Erfurt (36), München (36), Gera (26), Stuttgart (25), Hamburg (25), Frankfurt (24) und Chemnitz (22). Das hängt sicher nicht nur mit der Attraktivität größerer Städte zusammen, sondern auch oft mit damit zusammenhängenden vielfältigeren Arbeitsmöglichkeiten. (mz)