Neue Farbe für Kirchenorgel in Schleberoda

Neue Farbe für Kirchenorgel in Schleberoda: Die weiß-goldene Pracht

Schleberoda - Beim Gottesdienst zum Ewigkeitssonntag konnte sie zum ersten Mal von der Öffentlichkeit in Augenschein genommen werden - die volle, nun wieder in der weiß-goldenen Originalfarbgebung gehaltene Pracht der Orgel in der Johann-Georgen-Kirche zu ...

Von Andreas Löffler

Beim Gottesdienst zum Ewigkeitssonntag konnte sie zum ersten Mal von der Öffentlichkeit in Augenschein genommen werden - die volle, nun wieder in der weiß-goldenen Originalfarbgebung gehaltene Pracht der Orgel in der Johann-Georgen-Kirche zu Schleberoda.

Noch am Freitag zuvor hatten Restauratorin Dörte Maria Zedler aus Naumburg und ihre Kollegin Stephanie Tacke aus Halle die letzten Pinselstriche vorgenommen. Damit ist auch die zweite und letzte Etappe bei der Restaurierung des etwa aus dem Jahr 1750 stammenden Instruments abgeschlossen. 2016/17 waren Pfeifenwerk und Spieltisch instandgesetzt worden.

Förderverein gegründet

Doch für die gleichzeitige Wiederherstellung der ursprünglichen Farbgebung hatte die damals zur Verfügung stehende, aus Spenden und Fördermitteln gespeiste Investitionssumme von 50.000 Euro (noch) nicht gereicht. Die fehlenden 7.700 Euro konnten, angeführt vom im Jahr 2017 gegründeten Förderverein der Johann-Georgen-Kirche, durch Einnahmen aus den Schleberodaer „Kulturmenüs“ und Adventskonzerten sowie neuerlich durch Spenden und Zuschüssen der Hoffmann-Stiftung und des Kreiskirchenamt Naumburgs gedeckt werden.

„Wir sind am Rande eines Orgelkonzerts hier mit der Naumburger Restauratorin Dörte-Maria Zedler ins Gespräch über die originalgetreue Wiederherstellung des Instrumentengehäuses gekommen“, erläutert Uta Wuttke, die Vorsitzende des Gemeindekirchenrates, den Werdegang des Projekts. Jene war sofort Feuer und Flamme: „Die Orgel hatte einen dunkelbraunen Anstrich, welcher der filigranen Ornamentik komplett die Wirkung raubte und daher kaum aus der Entstehungszeit stammen konnte“, erinnert sich Dörte Maria Zedler.

Ursprüngliche Farbschicht von Bierlasur überstrichen

Wie sie bei einer ersten restauratorischen Voruntersuchung und Analyse der Farbschichten feststellte, war die ursprünglich weiß-goldene Bemalung der Orgel später, wohl gegen Ende des 19. Jahrhunderts, mit einer sogenannten Bierlasur überstrichen worden. Ab Mai dieses Jahres weilte die Restauratorin, teils unterstützt durch Kollegen, dann regelmäßig zu konzentrierten Arbeitseinsätzen in Schleberodas Kirche. „Einen großen Raum nahmen dabei die eigentliche Bemalung vorbereitende Tätigkeiten, etwa Schleifarbeiten, ein. Bestimmte feine Details galt es überhaupt erst wieder freizulegen“, berichtet Dörte Maria Zedler. Als Beispiel führt sie die 3D-Darstellung eines Gesichts an dem den Spieltisch krönenden Ziergiebel an - „unser kleiner guter Orgelgeist, wie wir das Ganze scherzhaft genannt haben“.

Die zur Wiederherstellung der originalen, weiß-goldenen Gestaltung verwendeten Farben seien zur Erreichung größtmöglicher Authentizität von Hand und vor Ort nachgemischt worden. „Wir haben eine Kasein-Tempera-Farbe, also eine Emulsion mit wässrigen und öligen Bestandteilen, sowie eine hochwertige, alterungsbeständige Goldbronze eingesetzt“, erklärt die Expertin.

Rokoko und Klassizismus

Sie ist selbst ganz begeistert davon, wie gut die ursprüngliche Farbfassung nun die reiche Ornamentik des Instruments, die sowohl aus Rokoko- als auch aus klassizistischen Elementen besteht, wieder zur Geltung bringt.