Extreme Tierquälerei in Prittitz

Extreme Tierquälerei in Prittitz: Unbekannter schießt Kater Sammy in beide Augen

Prittitz - Ein extremes Beispiel von Tierquälerei: Auf einen Kater im Burgenlandkreis wurden aus nächster Nähe zwei Diabolos abgefeuert.

Von Andrea Hamann-Richter 18.08.2018, 08:00

Familie Ehrhardt aus Prittitz (Burgenlandkreis) ist noch immer geschockt. Ihrem zweijährigen Kater Sammy ist vermutlich von einem Unbekannten mit einem Luftgewehr in die Augen geschossen worden. Fast hätte das Tier den grausamen Angriff nicht überlebt. Noch immer stecken zwei Diabolos in seinem Kopf. Sie zu entfernen, würde der Kater wohl nicht überleben.

Der kleine getigerte Sammy, der vor etwas mehr als einem Jahr zu der Familie kam, war Freigänger. „Am Sonnabend hatte ich ihn noch gesehen, am Sonntag war er den ganzen Tag verschwunden“, erzählt seine erschütterte Besitzerin Christiane Ehrhardt. Sammy war vor der grausamen Attacke lebensfroh und sehr quirlig - ein Energiebündel. Christian Ehrhardt, der Sohn von Sammys Besitzerin, bestätigt das. „Sammy war ein Clown“, sagt er. „Und nun sind seine Augen zerschossen“, fügt der junge Mann traurig hinzu.

Am Montagvormittag entdeckte Christiane Ehrhardt den Kater schwer verletzt auf ihrer Couch. Sie rief ihre Schwiegertochter, die auch auf dem Grundstück lebt, und beide fuhren mit dem schwer verletzten Kater nach Naumburg zu einer Tierärztin. Diese vermutete erst, dass Sammy von einem Auto angefahren worden sei. Er blieb in der Praxis und wurde geröntgt. Da entdeckte die Ärztin auf den Bildern plötzlich zwei in den Augenknochen steckende Projektile eines Luftgewehrs.

Auf den Kater kann nicht einfach nur gezielt worden sein. „Er muss festgehalten und mit den Diabolos direkt aus nächster Nähe angeschossen worden sein“, vermutet Christiane Ehrhardt. „So etwas habe ich in meinen fast 40 Lebensjahren noch nicht erlebt“, ergänzt ihr Sohn.

Extreme Tierquälerei: Kater in die Augen geschossen

Christiane Ehrhardt wird ihr nun pflegebedürftiges Haustier wohl nicht wiedersehen. „Sammy kann leider nicht zu uns zurück“, sagt sie. „Wir haben keinen Zaun um unser Grundstück, und am Tag ist bei uns öfter niemand zu Hause“, sagt sie. Auch wenn es ihr fast das Herz zerriss, überlegte die 68-Jährige zunächst, Sammy einschläfern zu lassen. „Was ist denn das für ein Leben für dieses früher so liebenswerte, verschmuste, lebensfrohe und nun blinde Tier?“, fragt sie bitter.

Doch die Tierärztin habe ihr angeboten, ihn zu vermitteln. Die Besitzerin willigte schließlich ein. „Am besten wäre eine ältere Frau oder ein älterer Herr mit einer Wohnung, die Zeit hätten, sich um ihn zu kümmern“, sagt Christiane Ehrhardt.

Sammys Tierärztin Heike Kunnaht ist der Meinung, dass das Tier nicht zwingend in einer Wohnung leben muss. Nur Freigänger könne er definitiv nicht bleiben. „Er sieht kein Auto mehr kommen“, sagt sie. Wichtig wäre daher ein Grundstück, das abgeschlossen ist, zum Beispiel einen Vier-Seiten-Hof.

Momentan besitze der Kater noch ein Auge und es könnte sein, dass er ein wenig erkennt. Je nach Heilungserfolg werde entschieden, ob das zweite Auge ebenfalls entfernt wird oder ihm erhalten bleibt. Davon abgesehen gehe es Sammy den Umständen entsprechend gut. Er habe sein liebes Wesen behalten, in den Pausenzeiten der Praxis erkunde er bereits die Räume und lerne sich wieder zu orientieren. „Momentan stößt er aber noch überall dagegen“, sagt die Tierärztin. Künftig werde der Kater wohl seine Schnurrhaare als Sensoren nutzen. Aber das müsse er noch lernen.  (mz)