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Bibertaler Musikanten Bibertaler Musikanten: Vier Jahrzehnte Musik

Von Gisela Jäger 17.03.2020, 10:43
Musik verbindet - so auch die Bibertaler Musikanten. Sie blicken in diesem Jahr auf eine 40-jährige Geschichte zurück.
Musik verbindet - so auch die Bibertaler Musikanten. Sie blicken in diesem Jahr auf eine 40-jährige Geschichte zurück. Verein

Bad Bibra - Die Zeichen stehen auf Frühling und bei den „Bibertaler Musikanten“ auf Jubiläum. „Es ist tatsächlich so, wir feiern in diesem Jahr unser 40. Gründungsjahr“, sagt der organisatorische Leiter der beliebten Musikkapelle, Andreas Fritsche. Mit seinem Bruder Thomas kann er mit einer weiteren runden Zahl aufwarten: „Wir haben im Januar unseren 100. gefeiert.“ Die Zwillinge wurden nämlich jeweils 50 Jahre. Beide gehörten 1980, sie waren gerade im zarten Alter von zehn Jahren, mit zu den Gründungsmitgliedern der Bibertaler Musikanten. Damit sind die Zwillinge die einzigen, die von den ursprünglichen Musikanten bis heute in dem Ensemble aktiv sind. Die Fritsche-Zwillinge haben sich über die Jahre hinweg ihr musikalisches Wissen selbst und zum Teil mit Unterstützung erfahrener Musiker oder Musiklehrer erarbeitet, nachdem sie im Kindes- und Jugendalter ihr Interesse für Blasinstrumente entdeckt hatten.

Heute bestehen die Bibertaler Musikanten aus sieben Stammspielern. Andreas und Thomas Fritsche spielen in der Kapelle jeweils das Flügelhorn. Bernd Seemann, der als musikalischer Leiter fungiert, spielt Erste Trompete. Für die Moderation und das Tenorhorn zeichnet Peer-René Seeger verantwortlich. Als Bassist wechseln sich saisonbedingt Jens Barthel und Dirk Schlufter ab. Am Bariton ist derzeit ein Ersatzspieler eingesetzt, und am Schlagzeug sitzt Hans Weg. Saisonbedingt heißt bei den Bassisten, dass Jens Barthel im Sommer wegen seiner Schwimmmeisterätigkeit nicht zur Verfügung steht. Seit einigen Jahren funktioniert das auch in dieser Besetzung gut, ist Andreas Fritsche froh, denn es werde immer schwieriger, für Kapellen und besonders Blasmusikformationen Nachwuchsmusiker zu gewinnen.

30 Auftritte pro Jahr

Es braucht eine gewisse Leidenschaft und großes persönliches Engagement für dieses Hobby, denn fast alle der etwa 30 Auftritte pro Jahr spielen sich an den Wochenenden ab, und da müssen auch die Familien der Musiker Verständnis aufbringen. Somit erstaunt es nicht, dass das Durchschnittsalter der Bibertaler Musikanten bei 55 Jahren liegt.

Ihre Hauptspielsaison ist von April bis Weihnachten. „Wir haben ein recht großes Einzugsgebiet in der Region Thüringen und dem südlichen Sachsen-Anhalt“, sagt der organisatorische Leiter. Rückblickend auf 40 Jahre meinen beide Fritsches, dass sie bis heute ihre Freude am Musizieren bewahrt haben, auch über die „Durststrecke“ der Wende 1990 hinweg, als die Kapellengröße starke personelle Einbußen durchstehen musste. „Der Erfolg war stets unsere Triebfeder weiterzumachen“ - und die Freude über den Applaus.

Fernstes Gastspiel in den USA

Über die Jahre hinweg sind persönliche Freundschaften und Fan-Gruppen gewachsen, darunter der „Mohnkuchenklub Naumburg“ und treue Anhänger, die oft zu verschiedenen Auftritten mitreisen. Das fernste Gastspiel gaben die Bibertaler Musikanten in den USA. Nach Kalifornien führte es sie 2004 und 2005 auf Einladung des ehemaligen Bad Bibraers und heutigen Ehrenbürgers der Stadt, John Headrich, der vor über 60 Jahren ausgewandert ist und als gelernter Fleischer ein erfolgreiches Unternehmen mit Wurstwaren auf Basis deutscher Rezepturen begründete.

Gruppe und Repertoire gehen mit der Zeit

Wie die Formation manchen Generationswechsel durchlebte, so entwickelte sich auch ihr Repertoire und umfasst sowohl traditionelle Blas- und Volksmusik als auch Stücke aus Schlager und Moderne. Die Kapelle ist eingetragener Verein und probt mittwochs ab 18 Uhr in einem mit Schallschutz ausgebauten Probenraum auf dem Grundstück der Familie Fritsche in Bad Bibra. Neue Instrumentalisten seien willkommen.