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Das Jahr Eins - 35 Jahre Solidaritätszuschlag „Amoklauf“ und „Täuschungsmanöver“: Ein ewig langes Jahr

Nichts hält länger als ein Provisorium. Vor 35 Jahren versprach Helmut Kohl, die deutsche Einheit aus der „Portokasse“ zu finanzieren. Als die Realität das Kabinett einholte, wurde der Solidaritätszuschlag geboren – nur für ein Jahr. Bis heute kostete die Steuer auf die Steuer die Bürger 370 Milliarden Euro.

Von Steffen Könau 21.02.2026, 10:15
Die Saale am Buna-Werk in Korbetha schäumt zu DDR-Zeiten regelmäßig. Die Milliarden für die Sanierung lassen sich entgegen früherer Versprechungen doch nicht aus der Portokasse bezahlen.
Die Saale am Buna-Werk in Korbetha schäumt zu DDR-Zeiten regelmäßig. Die Milliarden für die Sanierung lassen sich entgegen früherer Versprechungen doch nicht aus der Portokasse bezahlen. Foto: Steffen Könau

Halle/MZ. - Im Wahlkampf einige Wochen zuvor hatte der Bundeskanzler noch Klartext gesprochen. Aus der Portokasse werde sich die deutsche Einheit finanzieren lassen, versprach Helmut Kohl. Die in 40 Jahren sozialistischer Aufbauarbeit heruntergewirtschafteten fünf neuen Länder würden wie von selbst zu blühenden Landschaften werden, wenn die freie Marktwirtschaft es den Ex-DDR-Bürgern ermögliche, ihres eigenen Glückes Schmied zu werden.