Ver.di ruft zum Streik auf Busse fallen aus: Warnstreik legt nicht nur den Schülerverkehr im Burgenlandkreis lahm
Busse der Personenverkehrsgesellschaft blebien vier Tage lang im Depot.

Zeitz/MZ/ank/mhe. - Fahrgäste im öffentlichen Personennahverkehr müssen sich auch in Zeitz und im ganzen Burgenlandkreis ab Donnerstag auf den Ausfall von Bussen einrichten. Davon betroffen ist nach Angaben der Personenverkehrsgesellschaft Burgenlandkreis auch der Schülerverkehr. Grund: Die Vereinigte Dienstleistungsgewerkschaft (Ver.di) hat ihre Mitglieder für den Zeitraum von Donnerstagmorgen bis Sonntagabend zum Warnstreik aufgerufen. Eine Ausnahme gibt es laut Kreisverwaltung: Der Behindertenfahrdienst nach Halle findet statt. Wie die Kreisverwaltung auf Anfrage mitteilt, habe das Bildungsamtes Schulleiter sowie den Kreiselternrat über den bevorstehenden Streik informiert. Die Information werde an Schüler und Eltern weitergegeben. Die Eltern seien angehalten, alternative Lösungen zur Beförderung zu suchen, beispielsweise Fahrgemeinschaften zu bilden. Aufgrund der frühen Information bestehe auch die Chance dazu. Die Entscheidung, wie der Unterricht stattfinde, obliege der Schulleitung. Der Burgenlandkreis transportiert rund 7.500 Schüler pro Tag.
Gewerkschaft Ver.di fordert kürzere Arbeitszeiten
Hintergrund der Warnstreiks sind laut Ver.di festgefahrene Tarifverhandlungen in Sachsen-Anhalt, in Sachsen und Thüringen. Trotz unterschiedlicher Verhandlungsstände zeige sich ein einheitliches Bild: Beim zentralen Thema Entlastung durch Arbeitszeitverkürzung verweigerten die Arbeitgeber weiterhin eine substanzielle Bewegung, so die Gewerkschaft weiter. Bezogen auf das Land Sachsen-Anhalt heißt es: Es liege auch nach der zweiten Verhandlungsrunde kein Angebot vor. „Die Arbeitgeber lehnen das Thema Arbeitszeitverkürzung weiterhin kategorisch ab und haben zu weiteren Kernforderungen keine konkreten Alternativen vorgelegt. Entlastung wurde dort erst durch den bisherigen Streikdruck überhaupt zum Gesprächsthema am Verhandlungstisch“, erklärt Ver.di.
Chef der PVG Burgenlandkreis sieht fehlendes Personal
Zuletzt hatten Busfahrer der PVG im Burgenlandkreis am Montag, 2. Februar, gestreikt. PVG-Geschäftsführer Torsten Holm-Dankert sagte damals: „Die Personaldecke ist überall in Deutschland angesichts des demografischen Wandels dünn, der öffentliche Dienst macht da keine Ausnahme. Mit geforderten kürzeren Arbeitszeiten würde uns schlagartig Personal fehlen – und das bei vollem Lohnausgleich. Das ist absolut nicht leistbar.“ Holm-Dankert meinte auch, dass die Situation in einem städtischen Verkehrsbetrieb nicht mit der in der ländlich geprägten PVG zu vergleichen sei. „Wir fahren nicht rund um die Uhr wie in der Stadt, weshalb der Schichtdienst kein Problem ist. Wenn, dann sind es die vielen Teildienste bedingt durch den Schülerverkehr.“ Die PVG Burgenlandkreis hält der Chef für einen durchaus attraktiven Arbeitgeber, die sich gerade stabilisierende Personaldecke spreche dafür.