Zentrale Aufnahmestelle Halberstadt

Zentrale Aufnahmestelle Halberstadt: Cholera-Fall unter Flüchtlingen ist ein Gerücht

Halberstadt - Wieder sorgt eine Lüge über die Flüchtlinge in der Zentralen Aufnahmestelle für Asylbewerber (Zast) in Halberstadt für Aufregung im Harz: Auf einer Facebookseite wird behauptet, dass der erste Cholera-Fall unter den Migranten aufgetreten sei. Bei einem Zast-Bewohner sei die gefährliche Krankheit festgestellt worden, heißt es dort, „weitere Bewohner wurden in Quarantäne genommen“. Das THW sei die ganze Nacht im Einsatz gewesen. Der Eintrag wurde hundertfach geteilt und macht nun die Runde in der ganzen ...

19.10.2015, 13:35

Wieder sorgt eine Lüge über die Flüchtlinge in der Zentralen Aufnahmestelle für Asylbewerber (Zast) in Halberstadt für Aufregung im Harz: Auf einer Facebookseite wird behauptet, dass der erste Cholera-Fall unter den Migranten aufgetreten sei. Bei einem Zast-Bewohner sei die gefährliche Krankheit festgestellt worden, heißt es dort, „weitere Bewohner wurden in Quarantäne genommen“. Das THW sei die ganze Nacht im Einsatz gewesen. Der Eintrag wurde hundertfach geteilt und macht nun die Runde in der ganzen Region.

Die zuständigen Behörden allerdings wissen nichts von einem Cholera-Fall in Halberstadt. „Wir können dieses Gerücht nicht bestätigen“, sagt Nancy Eggeling vom Magdeburger Innenministerium auf MZ-Anfrage. Auch beim Landkreis Harz, der für die ärztlichen Untersuchungen der Flüchtlinge zuständig ist, ist nichts davon bekannt. „Es hat keinen Cholera-Fall in der Zast gegeben“, sagt Sheila Holler, die stellvertretende Gesundheitsamtsleiterin.

Das Cholera-Gerücht ist weder die erste noch die einzige Lüge, die über die sozialen Netzwerke über die Migranten in Sachsen-Anhalt verbreitet wird. Der Klassiker ist die Behauptung, dass die in Halberstadt untergebrachten Asylbewerber unbehelligt in den Supermärkten der Stadt stehlen dürfen. In einer Version dieser Legende heißt es, die Stadt komme für die Schäden auf, in einer anderen gibt es eine Anweisung an alle Polizisten, dass diese Straftaten nicht geahndet werden dürften. Wenn man bei der Stadtverwaltung oder dem Polizeirevier Harz nachfragt, bekommt man stets dieselbe Antwort: Alles falsch.

Besonders perfide ist die erlogene Geschichte von den Ziegen aus dem Streichelgehege des Tierparks in Halberstadt. Die arabischen Flüchtlinge sollen diese gestohlen, geschlachtet und gegessen haben, wird hinter vorgehaltener Hand und voller Entrüstung berichtet. Die Felle würden über den Zäunen der Zast hängen. Doch sooft man im Tierpark auch nachzählte - es waren alle Ziegen in ihrem Stall. (mz/iku)