Planung

Planung in Quedlinburg: Welterbestadt mit Industrie in Quarmbeck?

Quedlinburg - Bauausschuss berät über Stellungnahmen.

Von Petra Korn

Der Stadtrat Quedlinburg soll die Abwägung der eingegangenen Stellungnahmen zum zweiten Entwurf des Bebauungsplanes „Industriegebiet Quarmbeck“ beschließen.

Dafür hat sich der Bauausschuss mit vier Ja- und zwei Neinstimmen bei einer Enthaltung ausgesprochen. Die Entscheidung obliegt dem Stadtrat; er wird am 16. Februar beraten.

Zwischenzeitlich war im Gespräch, anstelle eines Industriegebietes in Quarmbeck ein Gewerbegebiet zu entwickeln, in dem Einschränkungen für Unternehmen größer sind.

Am Theam Industriegebiet wird festgehalten

Hintergrund waren große Bedenken des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie, das die Beeinträchtigung geschützter Sichtbeziehungen zum Stiftsberg befürchtet. Doch der Stadtrat hat sich letztlich mehrheitlich dafür ausgesprochen, weiterhin ein Industriegebiet zu planen.

Dafür soll ein dritter Entwurf eines Bebauungsplanes erstellt werden. „Wir werden diesen dritten Entwurf unter größerer und intensiverer Beteiligung der Denkmalpflege erarbeiten“, kündigte Thomas Malnati, Leiter des Fachbereiches Bauen, im Bauausschuss an.

Um den dritten Entwurf aufstellen zu können, müsste aber zunächst das Verfahren für den zweiten Entwurf abgeschlossen werden.

Quedlinburgs Einstufung  ist wichtig

Das sei für ihn Grund, der Beschlussvorlage zuzustimmen, sagte Peter Deutschbein (QfW). Er unterstrich, eigentlich ein „kräftiger Befürworter und Verfechter einer Industriegebiet-Ansiedlung“ zu sein. Er verwies aber auf ein „Kreuz und Quer“, wenn vom Landkreis als erster genehmigender Behörde der Hinweis komme, dass Quedlinburg nicht als Industriestandort vorgesehen sei, die Landesentwicklungsplanung das aber anders enthalte.

„Ich bin gespannt, was dann im dritten Entwurf zu sehen ist“, so Deutschbein.

Ein Kompromiss ist schwer zu finden

Strikt gegen das Projekt sprach sich Christian Wendler (Bürgerforum) aus. „Wenn die Landschaft verbaut ist, ist die Landschaft verbaut.“ Seiner Meinung nach sei ein Kompromiss mit Icomos - dem Internationalen Rat für Denkmalpflege - schwer zu finden.

Wendler nannte es „einen Fehler der Politik, dass die Mittel so verteilt werden, dass jede Kommune sagt, wir brauchen ein Industriegebiet“. Quedlinburg habe eine einmalige Landschaft - müsse aber sehen, wie es an sein Geld komme. (mz)