Tauziehen um Ex-Hotel

Tauziehen um Ex-Hotel: Maritim-Gesellschaft will selbst sanieren

Halle (Saale) - Was wird aus dem ehemaligen Maritim-Hotel am Riebeckplatz in Halle? Nach MZ-Informationen will die Maritim-Gesellschaft das Haus nun selbst sanieren.

Von Dirk Skrzypczak 12.09.2017, 07:00

Was wird aus dem ehemaligen Maritim-Hotel am Riebeckplatz in Halle? Nach MZ-Informationen hat die Maritim-Gesellschaft am Montag bei der Stadt einen Bauantrag für die Sanierung des Gebäudes gestellt. „Wir werden ihn prüfen“, hieß es dazu aus der Pressestelle der Stadt.

Gleichzeitig hat sich der Hotel-Betreiber anwaltlichen Beistand geholt, um die eigenen Interessen zu vertreten und vor allem das private Eigentum zu schützen. Die Bankimmobilien GmbH aus Halle will das Maritim kaufen und dort ein Studentenwohnheim schaffen - was Oberbürgermeister Bernd Wiegand (parteilos) verhindern möchte.  12,6 Millionen Euro soll das Objekt kosten.

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Der OB will den Standort hingegen als Areal für ein Hotel- und Kongresszentrum erhalten. Der städtische Planungsausschuss wird sich am Dienstag mit einem Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan „Östliches Königsviertel“ beschäftigen. Ziel ist es, eine Umnutzung als Studentenwohnheim zu verhindern - was die Pläne der Bankimmobilien und der Maritim-Gruppe torpediert.

Mittlerweile haben Stadträte verschiedener Fraktionen das Angebot der Bankimmobilien angenommen und sich von der Situation im Maritim ein Bild gemacht. Die MZ war Ende August vor Ort. Von den „desolaten baulichen Strukturen“, wie es in der Beschlussvorlage der Verwaltung heißt, ist vor Ort wenig zu sehen.

Tatsächlich befindet sich das Hotel in einem erstaunlich guten Zustand. Zwischen Herbst 2015 und März 2017 wurde es durch das Land Sachsen-Anhalt als Flüchtlingsunterkunft genutzt. Der Mietvertrag läuft noch bis September 2018. Aktuell steht das Maritim leer.

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„Wir haben uns in der Fraktion noch nicht entschieden, wie wir uns positionieren“, sagte Andreas Scholtyssek (CDU). Man werde der Verwaltung Fragen stellen. Gibt es einen Investor für einen Hotel-Neubau? „Wenn nicht, läuft der B-Plan ins Leere.“ Und von einem Vorkaufsrecht könne Halle keinen Gebrauch machen, „weil wir das Geld nicht haben“.

Bodo Meerheim (Linke) geht es ebenfalls um die finanziellen Auswirkungen. „Wenn wir die Pläne des Eigentümers behindern, sind wir dann nicht in der Pflicht, das Maritim abzulösen?“ Die SPD-Fraktion ist noch in der Findungsphase. „Wir werden uns mit dem Konzept des Investors für studentisches Wohnen beschäftigen“, kündigte Johannes Krause an.

Gleichwohl gibt es fraktionsübergreifend einen Konsens, dass Halle als Standort für Kongresse und Tagungen gestärkt werden müsse. Dafür benötige man die Kapazitäten. „Ob die aber nur am Riebeckplatz bestehen, sei dahingestellt“, so Krause. (mz)