Eltern erheben Vorwürfe

Schlosserstraße in Halle (Saale): Roma-Kinder sollen mehrfach Schüler angegriffen haben

Halle (Saale) - Eltern von Schülern der KGS Hutten in Halle (Saale) erheben Vorwürfe: Rumänische Kinder sollen ihre Kinder mit Softair-Waffen beschossen haben.

Von Dirk Skrzypczak 16.11.2017, 15:47

Das Wohnviertel an der Schlosserstraße in Halle kommt nicht zur Ruhe. Nun meldet sich der Schulelternrat der KGS „Hutten“ zu Wort. Die berichten von Angriffen auf drei Schüler. Die Täter, so die Polizei, waren wohl Kinder.

Eltern erheben Vorwürfe: Roma-Kinder sollen Schulkinder mehrfach angegriffen haben

Besorgte Eltern schildern zwei Vorfälle. So sollen zwei Jungen am 26. Oktober auf dem Heimweg aus einer Softairwaffe beschossen worden sein. Ein Kind wurde dabei am Auge verletzt, das andere an der Hand. Die nächste Auseinandersetzung folgte am 3. November. Dieses Mal soll ein Sechstklässler gewürgt worden sein.

„Wenn Polizei und Stadt erklären, dass die Straftaten zurückgehen, die Tendenz der Anzeigen und Beschwerden rückläufig ist, dann sehen wir das anders“, heißt es aus dem Schulelternrat, der Kinder aus Roma-Familien für die Attacken verantwortlich macht. Ralf Karlstedt, Sprecher der Polizeidirektion Süd in Halle, bestätigt, „dass der Polizei entsprechende Vorfälle angezeigt worden sind“.  Für den Angriff am 3. November konnte ein elfjähriges Kind mit rumänischer Herkunft als verantwortlich ermittelt werden. „Auch bei den anderen Delikten soll es sich um Kinder handeln.“

Polizei bestätigt einen der Vorfälle in der Schlosserstraße: Der Junge ist aber erst elf - und damit nicht strafmündig

Für die Strafverfolgung wird dieser Umstand zum Problem. Bis zum Alter von 14 Jahren sind Kinder nicht strafmündig. Die Polizei ist angesichts der aufgeheizten Stimmung um Sachlichkeit bemüht. „Wir können nur mit den uns vorliegenden Zahlen und Fakten arbeiten“, so Karlstedt.

Und diese Fakten würden im Vergleich zu 2016 in dem Wohnviertel einen Rückgang der Straftaten um über 30 Prozent ausweisen. „Das spiegelt möglicherweise nicht das subjektive Empfinden von Anwohnern oder auch Betroffenen wider“, erklärt Karlstedt gegenüber der MZ.

Polizei gibt Schülern der KGS Hutten Präventivkurse zur Gefahrenabwehr

Auf die Vorfälle mit den Schülern hat die Polizei mit Präventionsmaßnahmen in der KGS Hutten reagiert. „Mittlerweile haben wir in zwölf Klassen den Schülern auch Tipps gegeben, wie sie sich in Gefahrensituationen verhalten sollen.“ Weitere Veranstaltungen würden folgen. Karlstedt betont, dass die Polizei allen angezeigten Vorfällen unverzüglich nachgehe. (mz)