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Anschlag von Halle: Gericht verbietet Klatschen im Prozess um das Attentat von Halle

Magdeburg - Die Vorsitzende Richterin im Terror-Prozess von Halle hat am Mittwoch angekündigt, gegen Applaudierende ein Ordnungsgeld zu verhängen oder sie des Saales zu verweisen. Sie wolle eigentlich nicht zu solchen Mitteln greifen, bitte aber, Beifall zu unterlassen. Zuvor gab es Diskussionen, ob Zeugenaussagen mit Beifall bedacht werden ...

16.09.2020, 11:36
Ursula Mertens, Vorsitzende Richterin, ruft die Verhandlung gegen den angeklagten Stephan B. auf.
Ursula Mertens, Vorsitzende Richterin, ruft die Verhandlung gegen den angeklagten Stephan B. auf. ZB

Die Vorsitzende Richterin im Terror-Prozess von Halle hat am Mittwoch angekündigt, gegen Applaudierende ein Ordnungsgeld zu verhängen oder sie des Saales zu verweisen. Sie wolle eigentlich nicht zu solchen Mitteln greifen, bitte aber, Beifall zu unterlassen. Zuvor gab es Diskussionen, ob Zeugenaussagen mit Beifall bedacht werden dürfen.

Mehrere Anwälte der Nebenklage protestierten. Der Applaus habe zu keinem Zeitpunkt die Verhandlung gestört, sagte ein Anwalt. Seine beiden Mandantinnen, die den rechtsextremen Anschlag miterlebt hätten, könnten mitunter nicht anders und es wäre problematisch, wenn sie deshalb ein Ordnungsgeld bekämen.

Ein anderer Nebenklageanwalt verwies hingegen darauf, dass der Beifall die Neutralität des Gerichts gefährden könnte. Er nannte als Beispiel, dass auch Unterstützer des Angeklagten kommen und ihm Beifall spenden könnten. Klatschen sei an deutschen Gerichten nicht vorgesehen. „Wir wollen keine Marktplatzatmosphäre wie im Mittelalter.“ Zuletzt hatte es von den Nebenklägern sowie Besuchern nach mehreren Zeugenaussagen mehrfach kurzen Beifall gegeben. (dpa)