Nach tödlichem Unfall in Hergisdorf Mit TV-Aufruf: Polizei verschärft Fahndung nach unbekanntem Toyota-Fahrer
Am 16. Dezember stirbt ein Fußgänger in Hergisdorf, als er von einem Auto angefahren wird - der Fahrer ist bis heute flüchtig. Jetzt gehen die Ermittler in die Offensive. Welche Erkenntnisse bisher vorliegen.

Hergisdorf/Helbra/MZ. - Die Polizei erhöht den Druck: Mit einem Aufruf im Fernsehen intensivieren die Ermittler die Suche nach einem Unfallflüchtigen, der am 16. Dezember 2025 - einem Dienstag kurz vor Weihnachten - einen Fußgänger in Hergisdorf angefahren und tödlich verletzt hatte.
„Es gibt eine Familie, die möchte Klarheit darüber haben, wie ihr Angehöriger gestorben ist“, sagte Polizeisprecherin Steffi Schwan in dem TV-Interview der Sendung „Kripo live“, das am Sonntag, 25. Januar 2026, ausgestrahlt werden soll (MDR, 19:50 Uhr). Sie appellierte an mögliche Zeugen, an Autofahrer mit eingebauter Dash-Cam, an Werkstätten und auch an den flüchtigen Fahrer selbst, sich zu melden. Sprechen möchte die Polizei am liebsten mit jedem, der am betreffenden Tag zwischen 17:15 Uhr und 17:45 Uhr bei Hergisdorf auf der L 225 unterwegs war.
Das Opfer lag leblos auf der Straße, Erste-Hilfe-Maßnahmen kamen zu spät
Bei dem tödlichen Unfall war der 76-jährige Mann zu Fuß am linken Rand der Landesstraße 225 unterwegs gewesen. Unmittelbar am Ortsschild Hergisdorf wurde er gegen 17:30 Uhr von dem Auto erfasst und möglicherweise noch mitgeschleift. Der Fahrer - oder die Fahrerin - flüchtete. Zwei junge Frauen, die mit ihrem Wagen kurz darauf die Straße entlang fuhren, entdeckten das leblose Opfer, leiteten Erste-Hilfe-Maßnahmen ein und riefen die Rettungskräfte - letztlich vergeblich.

„Vor Ort konnte nur noch der Tod des Manns festgestellt werden“, sagt Steffi Schwan. Gerichtsmedizinische Untersuchungen hätten ergeben, dass der Rentner von dem Auto gehend oder stehend am rechten Bein getroffen wurde. Bei dem Wagen, das zeigen die gefundenen Autoteile, handelt es sich um einen etwas älteren Toyota Auris. „Das Auto ist vorne rechts möglicherweise sichtbar beschädigt“, so Schwan.
Fahndung nach dem Unfallfahrzeug mit Halterdaten des Kraftfahrt-Bundesamts
Die gefundenen Fahrzeugteile stammen aus der Abdeckung des Radkastens und konnten dank eingeprägter Herstellerangaben einigen wenigen Baujahren zugeordnet werden. Die Ermittlerinnen und Ermittler haben sich bereits die Halterdaten zu allen infrage kommenden Fahrzeugen vom Kraftfahrt-Bundesamt besorgt. „Wer einen solchen Toyota Auris fährt, der hat möglicherweise schon Besuch von unseren Kollegen gehabt oder wird ihn demnächst bekommen“, sagt die Polizeisprecherin.
Außerdem wird derzeit die Kleidung des Unfallopfers beim Landeskriminalamt untersucht. Die LKA-Spezialisten suchen dabei nach kleinsten Lacksplittern, die Hinweis auf die Farbe des gesuchten Toyota geben können. Und sie sichern sogenannte Anschmelzspuren - kleinste Veränderungen, die durch die entstandene Reibungswärme beim Aufprall entstehen und zusätzliche Hinweise geben können.
Ermittelt wird wegen fahrlässiger Tötung und Unfallflucht
Hinweise von Zeugen nimmt der Zentrale Verkehrs- und Autobahndienst der Polizei rund um die Uhr unter der Telefonnummer 03443/349-0 oder jede andere Polizeidienststelle entgegen.
„Wir sind fest davon überzeugt, dass der gesuchte Fahrer den Aufprall bemerkt haben muss“, sagt Steffi Schwan. Ermittelt werde deshalb wegen fahrlässiger Tötung und Unfallflucht. Das Strafmaß für fahrlässige Tötung betrage dabei bis zu fünf Jahren Freiheitsstrafe.