Übergriff am Kaufland-Parkplatz

Übergriff am Kaufland-Parkplatz in Dessau: 19-Jährige hat Messer-Attacke nur erfunden

Dessau - In den Tagen danach waren die Ermittler noch zuversichtlich, die beiden Tatverdächtigen schnell zu fassen. Auch ohne Phantombild. Zwei Wochen später steht für Polizei und Staatsanwaltschaft fest: Die am 22. März angezeigte Messer-Attacke auf eine 19-jährige Frau auf dem Kaufland-Parkplatz in der Dessauer Wolfgangstraße hat nie ...

10.04.2018, 13:16

In den Tagen danach waren die Ermittler noch zuversichtlich, die beiden Tatverdächtigen schnell zu fassen. Auch ohne Phantombild. Zwei Wochen später steht für Polizei und Staatsanwaltschaft fest: Die am 22. März angezeigte Messer-Attacke auf eine 19-jährige Frau auf dem Kaufland-Parkplatz in der Dessauer Wolfgangstraße hat nie stattgefunden.

Es gibt gar keine Täter. „Im Rahmen der Ermittlungen haben sich Widersprüche ergeben“, sagte Olaf Braun, der Sprecher der Dessauer Staatsanwaltschaft. „In ihrer Vernehmung hat die Geschädigte eingeräumt, dass die angezeigte Tat sich so nicht ereignet, sie vielmehr den Überfall erfunden hat. Als Motiv für ihr Handeln konnten schwierige Probleme im privaten Bereich geklärt werden.“

Gegen die 19-Jährige wurde ein Ermittlungsverfahren eingeleitet

Welche Widersprüche die Ermittler hatten stutzig werden lassen, das wollte Braun nicht kommentieren. Allerdings hatten vor allem die bei der Frau festgestellten oberflächlichen Stichverletzungen immer wieder Fragen aufgeworfen. Diese passten nicht ganz zum geschilderten Angriff: Zwei junge ausländisch aussehende Männer sollten Flaschen auf dem  Auto der Frau abgestellt haben.

Als die 19-Jährige beide darauf ansprach, sei sie sofort mit einem Messer angegriffen worden. Mit einem stumpfen Gegenstand sei ihr noch eine Platzwunde am Kopf zugefügt worden. Die Anzeige hatte in Dessau-Roßlau und in den Sozialen Netzwerken für große Aufregungen gesorgt.

„Weitere Auskünfte werden nicht erteilt, auch zum Schutz der jungen Frau“, sagte Braun. Für die 19-Jährige wird der Fall nicht ohne Folgen bleiben. Gegen sie wurde ein Ermittlungsverfahren wegen des Vortäuschens einer Straftat eingeleitet. Das Strafmaß dafür reicht von einer Geldstrafe bis zu einer Gefängnisstrafe. (mz/sb)