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Mann wurde am Bein verletzt Nach Beißattacke auf Postboten in Rodleben - Peta fordert Führerschein für Halter von Hunden

Die Tierschutzorganisation „Peta“ reagiert auf einem Vorfall in Dessau-Roßlau. Was der „Hundeführerschein“ beinhalten soll.

Aktualisiert: 20.01.2026, 09:58
In Rodleben wurde ein Postbote von einem Hund attackiert.
In Rodleben wurde ein Postbote von einem Hund attackiert. Symbolfoto: IMAGO/Panama Pictures

Dessau-Rosslau/MZ. - Nach dem Angriff eines Hundes auf einen Postboten in Rodleben fordert die Tierschutzorganisation „Peta“ einen Hundeführerschein für Sachsen-Anhalt.

„Meist liegt das Problem nicht bei den Hunden selbst, sondern bei ihren Halterinnen und Haltern. Viele von ihnen haben Schwierigkeiten, das Verhalten, die Signale und die Körpersprache der Vierbeiner richtig zu interpretieren und zu verstehen. Die eigentliche Ursache von Beißvorfällen ist somit in der Unwissenheit der Menschen zu suchen, nicht beim Tier“, sagt Björn Thun, Fachreferent bei „Peta“ in einer Pressemitteilung. „Unabhängig davon, ob ein Hund einer ,Rasse’ angehört oder ein ,Mix’ ist – jeder Hund, der falsch gehalten, missverstanden oder schlecht behandelt wird, kann potenziell für Mensch und Tier gefährlich werden.“

Der Hundeführerschein sieht nach Angaben von „Peta“ vor, dass künftige Halter bereits vor Aufnahme eines Hundes einen Theoriekurs absolvieren

Der Hundeführerschein sieht nach Angaben von „Peta“ vor, dass künftige Halter bereits vor Aufnahme eines Hundes einen Theoriekurs absolvieren, in dem sie das notwendige Fachwissen über eine tiergerechte Haltung und Aspekte wie Kommunikation und Bedürfnisse von Hunden erwerben. Anschließend soll für Halter und Hund ein gemeinsames, obligatorisches Praxisseminar in einer Hundeschule erfolgen.

Als erstes deutsches Bundesland habe Niedersachsen einen Sachkundenachweis für Hundehalter beschlossen – seit Juli 2013 ist der allgemeine Hundeführerschein verpflichtend. Dort ereigneten sich nach „Peta“-Angaben nach drei Jahren nachweislich weniger Vorfälle. Zum 1. Juli 2026 soll auch im Land Bremen der Hundeführerschein für Personen, die sich einen Hund zulegen möchten, verpflichtend werden.

Ein verpflichtender Hundeführerschein habe nach Ansicht von „Peta“ noch einen weiteren Vorteil: Dieser könne Menschen, die sich noch nicht ausführlich mit der Hundehaltung auseinandergesetzt haben, von einem Impulskauf abhalten. Jedes Jahr landen 80.000 Hunde in deutschen Tierheimen, darunter sehr viele Tiere, die unüberlegt „angeschafft“ wurden.